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SALOME
Richard Strauss
Musikdrama in einem Aufzug von Richard Strauss
Text vom Komponisten nach dem Drama „Salomé“ von Oscar Wilde
GROSSES HAUS
Text vom Komponisten nach dem Drama „Salomé“ von Oscar Wilde
GROSSES HAUS
Inhalt:
Die Handlung der Oper basiert auf biblischer Überlieferung: Die jugendliche Salome tanzt vor ihrem Stiefvater, König Herodes, und verlangt auf Geheiß ihrer Mutter Herodias zur Belohnung den Kopf Jochanaans. Dieser Prophet (Johannes der Täufer) hatte nicht nur das Kommen Jesu angekündigt und ihn getauft, sondern auch öffentlich das seiner Meinung nach unmoralische Verhältnis zwischen Herodes und Herodias angeprangert. Deshalb hielt Herodes ihn in einer Zisterne gefangen.
Diesen Stoff gestaltete Oscar Wilde in einem Drama, das Richard Strauss als Textvorlage seiner Oper bearbeitete. Dabei richtete er sein Hauptaugenmerk auf das Aufeinanderprallen völlig unterschiedlicher Wertvorstellungen und Lebenswelten und auf die Auseinandersetzungen, die daraus folgen.
Salome entdeckt ihre Sinnlichkeit und die Macht, die sie dadurch über Männer hat. Diese reagieren sehr unterschiedlich: Ein junger Mann bringt sich aus Liebeskummer um, Herodes ist erotisch erregt. Nur Jochanaan erliegt ihrem Einfluss offenbar nicht. Je näher sie ihm zu kommen sucht, desto abweisender und vorwurfsvoller wird er. Er lässt nur seine asketische Lebensweise gelten und verlangt von allen, es ihm gleich zu tun und sich ausschließlich auf das Reich Gottes vorzubereiten. Salome stößt an eine Grenze und verlangt den Kopf des Täufers, hin- und hergerissen zwischen Lust und Wut. Sie hat auf ihrem Weg der Selbstfindung jedes Maß verloren, worauf alle anderen mit Abscheu reagieren. Sie verarbeiten die Erfahrung jedoch nicht im Hinblick auf ihr eigenes Verhalten, sondern massakrieren Salome auf Herodes‘ Befehl.
Premiere: Freitag, 13. Juni 2008
Diesen Stoff gestaltete Oscar Wilde in einem Drama, das Richard Strauss als Textvorlage seiner Oper bearbeitete. Dabei richtete er sein Hauptaugenmerk auf das Aufeinanderprallen völlig unterschiedlicher Wertvorstellungen und Lebenswelten und auf die Auseinandersetzungen, die daraus folgen.
Salome entdeckt ihre Sinnlichkeit und die Macht, die sie dadurch über Männer hat. Diese reagieren sehr unterschiedlich: Ein junger Mann bringt sich aus Liebeskummer um, Herodes ist erotisch erregt. Nur Jochanaan erliegt ihrem Einfluss offenbar nicht. Je näher sie ihm zu kommen sucht, desto abweisender und vorwurfsvoller wird er. Er lässt nur seine asketische Lebensweise gelten und verlangt von allen, es ihm gleich zu tun und sich ausschließlich auf das Reich Gottes vorzubereiten. Salome stößt an eine Grenze und verlangt den Kopf des Täufers, hin- und hergerissen zwischen Lust und Wut. Sie hat auf ihrem Weg der Selbstfindung jedes Maß verloren, worauf alle anderen mit Abscheu reagieren. Sie verarbeiten die Erfahrung jedoch nicht im Hinblick auf ihr eigenes Verhalten, sondern massakrieren Salome auf Herodes‘ Befehl.
Premiere: Freitag, 13. Juni 2008
Besetzung:
Musikalische Leitung:
Regie:
Martin Schüler
Choreinstudierung:
Christian Möbius
Dramaturgie:
Choreographie:
AnnaLisa Canton
Musikalische Assistenz:
Frank Bernard, Christian Georgi, Andreas Simon, Peter Wingrich
Regieassistenz:
AnnaLisa Canton
Chorassistenz:
Cornelia Ewald
Herodes:
Herodias:
Salome:
Jochanaan:
Ulf Paulsen
Narraboth:
Page der Herodias:
1. Nazarener:
2. Nazarener:
1. Soldat:
1. Jude:
2. Jude:
Ji-Won Park
3. Jude:
Thorsten Coers
4. Jude:
5. Jude:
Kappadozier:
Sklave:
Kinder des Kinderchores
Statisterie
Es spielt das Philharmonische Orchester.
Statisterie
Es spielt das Philharmonische Orchester.
Pressestimmen:
Eleonore Büning, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 15.6.2008
„[...] Wenn sie (Gesine Forberger, d. Red.) auch kein ganz junges Mädchen mehr ist, so hat sie doch die glockige, silbermetallische Stimmfarbe einer Jung-Salome, dazu eine famose Durchschlagskraft. Auch ist ihre Aura so stark, ihre Bühnenpräsenz so intensiv, dass man sie, wenn sie sich kokett heranwanzt an ihren Schwarm Jochanaan, sehr gut für einen süßverwöhnten Prinzessinnenfratz von sechzehn Jahren halten könnte. Dieser Prophet (Ulf Paulsen) ist aber auch zum Verlieben! Bleich und glühend, mit einer Stimme wie aus Erz. [...] Regisseur Martin Schüler zeichnet bis in die feinsten Kapillaren der musikalischen Gestensprache nach, wie die Menschen in dieser kammerspielartig verkleinerten ‚Salome’ zueinander stehen. [...]
Eine Viertelstunde wird applaudiert, im Stehen. Die Bürger von Cottbus lieben ihre Oper und ihr Kleinod von Opernhaus, das im Oktober seinen hundertsten Geburtstag feiern wird [...].“
Eine Viertelstunde wird applaudiert, im Stehen. Die Bürger von Cottbus lieben ihre Oper und ihr Kleinod von Opernhaus, das im Oktober seinen hundertsten Geburtstag feiern wird [...].“
Irene Constantin, Lausitzer Rundschau, 16.6.2008
„[...] Regisseur Martin Schüler hat seine Inszenierung ganz auf die Hauptgestalt konzentriert. Man könnte auch sagen, er hat sie ganz auf seine faszinierende Sänger-Darstellerin Gesine Forberger ausgerichtet. [...] Damit ist Martin Schüler bei seinem Hauptthema angekommen: Mittels der Figur der kapriziösen spätantiken Prinzessin weckt er verborgene Ahnungen über den Seelenhaushalt schulischer Amokläufer, kindsmörderischer Eltern, gewaltversessener Jugendlicher.
Gesine Forberger lässt die Zuschauer fühlen, dass selbst ein anfangs so putziges Geschöpf wie Salome einer Zeitbombe gleichen kann. Sie tobt, sie rast, sie rennt gegen Wände als Jochanaan nichts anderes tut, als mit Stentorstimme seine messianischen Verkündigungen in die Welt zu röhren – so laut, dass er sogar seine Jünger fernhypnotisch bis ins Innere der bewachten Burg lockt. Ulf Paulsen hat wahrlich eine Stimme, die das Cottbuser Opernhaus erzittern lässt. Auf die mondkalte Grundstimmung der Inszenierung hat sich Reinhard Petersen mit seiner letzten Operneinstudierung am Pult des Philharmonischen Orchesters am besten eingestellt. Wie Steinquader stellt er die Verkündigungschoräle Jochanaans hin, wie polierter Marmor schimmern und schillern die Klangflächen unter Salomes Schlussgesängen, wie eine aufgezogene Mechanik rattern die religiösen Debatten der fünf Juden dahin. [...] Zu allem Sichtbaren stimmt sein Spiel sehr genau. [...] Das Ereignis der Produktion ist Gesine Forberger. Wie sich diese Sängerin von der Nedda zur Marguerite, zur Mimi und nun zu einer unanfechtbaren Salome entwickelt hat, gehört zu den immer rarer werdenden Wundern, die nur ein echtes Ensemble hervorbringen kann. [...] Die Choreografie von AnnaLisa Canton war übrigens sehenswert in ihrer Metamorphose von der odaliskenhaft routinierten Anmache zum begehrlichen Megärentanz über Jochanaans Gruft.[...].“
Gesine Forberger lässt die Zuschauer fühlen, dass selbst ein anfangs so putziges Geschöpf wie Salome einer Zeitbombe gleichen kann. Sie tobt, sie rast, sie rennt gegen Wände als Jochanaan nichts anderes tut, als mit Stentorstimme seine messianischen Verkündigungen in die Welt zu röhren – so laut, dass er sogar seine Jünger fernhypnotisch bis ins Innere der bewachten Burg lockt. Ulf Paulsen hat wahrlich eine Stimme, die das Cottbuser Opernhaus erzittern lässt. Auf die mondkalte Grundstimmung der Inszenierung hat sich Reinhard Petersen mit seiner letzten Operneinstudierung am Pult des Philharmonischen Orchesters am besten eingestellt. Wie Steinquader stellt er die Verkündigungschoräle Jochanaans hin, wie polierter Marmor schimmern und schillern die Klangflächen unter Salomes Schlussgesängen, wie eine aufgezogene Mechanik rattern die religiösen Debatten der fünf Juden dahin. [...] Zu allem Sichtbaren stimmt sein Spiel sehr genau. [...] Das Ereignis der Produktion ist Gesine Forberger. Wie sich diese Sängerin von der Nedda zur Marguerite, zur Mimi und nun zu einer unanfechtbaren Salome entwickelt hat, gehört zu den immer rarer werdenden Wundern, die nur ein echtes Ensemble hervorbringen kann. [...] Die Choreografie von AnnaLisa Canton war übrigens sehenswert in ihrer Metamorphose von der odaliskenhaft routinierten Anmache zum begehrlichen Megärentanz über Jochanaans Gruft.[...].“
Andreas Göbel, rbb-Kulturradio, 14.6.2008
„[...] Er (Martin Schüler, d. Red.) inszenierte das Werk als surreal-düstere Endzeitvision. Die Handlung spielt bei ihm auf einer Schräge aus weißem Marmor mit karger Sitzgruppe – schäbige Reste vormaliger Zivilisation. Am schwarzen Hintergrund prangt drohend der Mond, der am Schluss in riesiger Gestalt nahe an das Geschehen rückt und scheinbar kurz vor der Kollision mit der Erde steht. Die handelnden Personen tragen schwarze Frisuren und Gewänder, als wären sie aus einem Science-Fiction-Film entsprungen – eine pervertierte Gesellschaft kurz vor der Apokalypse, in der alle nur noch ihre eigene sinnlose Dekadenz ausleben. [...] Martin Schüler liefert eine bitterböse Gesellschaftssatire, allerdings ohne erhobenen Zeigefinger – im Gegenteil: Die Produktion ist erfrischend kurzweilig voller hintergründig ironischem Humor [...].
Bewundernswert ist [...] vor allem die Leistung von Gesine Forberger, langjährigem Ensemblemitglied, in der Titelrolle. [...] sie stemmt ihre Mordspartie nach verhaltenem Beginn mit einer beeindruckenden stimmlichen Kraft, Präsenz, Dichte und geradezu fatalistischer Intensität. Powerfrau Gesine Forberger verkörpert eine Stalkerin, vor der man wirklich Angst bekommt. Die Partitur von Richard Strauss ist mit ihren Höchstschwierigkeiten für jedes Opernorchester eine Herausforderung. [...] Petersen dreht voll auf und verschleiert nie die oft auch latente Brutalität der Musik. Man meint mitunter Granitblöcke aufeinander prallen zu hören [...]. Woran andere Häuser mit höherem Etat oft scheitern, gelingt in Cottbus – Respekt!“
Bewundernswert ist [...] vor allem die Leistung von Gesine Forberger, langjährigem Ensemblemitglied, in der Titelrolle. [...] sie stemmt ihre Mordspartie nach verhaltenem Beginn mit einer beeindruckenden stimmlichen Kraft, Präsenz, Dichte und geradezu fatalistischer Intensität. Powerfrau Gesine Forberger verkörpert eine Stalkerin, vor der man wirklich Angst bekommt. Die Partitur von Richard Strauss ist mit ihren Höchstschwierigkeiten für jedes Opernorchester eine Herausforderung. [...] Petersen dreht voll auf und verschleiert nie die oft auch latente Brutalität der Musik. Man meint mitunter Granitblöcke aufeinander prallen zu hören [...]. Woran andere Häuser mit höherem Etat oft scheitern, gelingt in Cottbus – Respekt!“


