DIE WALKÜRE 
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Richard Wagner
Erster Tag der Tetralogie „Der Ring des Nibelungen“ von Richard Wagner
Inhalt:
Noch immer giert Göttervater Wotan nach dem Ring, der unumschränkte Macht verspricht. Doch auch der Nibelung Alberich, der einst die Liebe verfluchend aus dem geraubten Rheingold den Ring schmiedete, trachtet nach seinem Besitz. Da Wotan selbst, durch Verträge gebunden, den Ring nicht erobern kann, zeugt er die Zwillinge Siegmund und Sieglinde. Mit dem Wotanschwert Nothung soll Siegmund als freier, dem göttlichen Gesetz nicht unterworfener Held dem Drachen Fafner den Ring entreißen. Wotans Frau Fricka jedoch vereitelt den Plan: Als Hüterin der Ehe könne sie weder Wotans außereheliche Zeugung der Zwillinge noch deren Ehebruch und Inzest tolerieren. Außerdem sei der durch den Göttervater gelenkte Siegmund kein freier Held. An sein eigenes Gesetz gebunden, befiehlt Wotan der Walküre Brünnhilde, Siegmund im Kampf zu töten. Diese jedoch verweigert den Gehorsam. Zur Strafe versenkt Wotan Brünnhilde auf einem von Feuer umgebenen Felsen in tiefen Schlaf. Nur ein freier Held könne sie daraus erwecken ...
Zynisch hatte Loge am Ende des „Rheingolds“ konstatiert: „Ihrem Ende eilen sie zu, die so stark im Bestehen sich wähnen.“ Auch „Die Walküre“ beleuchtet den vergeblichen Versuch Wotans, seinen Traum von göttlicher Weltmacht zu realisieren.

Aufführungen in der Spielzeit 2009/2010:
20. November 2009 & 22. November 2009
Kleist Forum Frankfurt (Oder)

Premiere: Samstag, 4. Oktober 2008

Präsentiert von
Besetzung:
Musikalische Leitung:

Regie:
Martin Schüler

Ausstattung:

Dramaturgie:

Musikalische Assistenz:
Frank Bernard, Irene Berlin, Christian Georgi, Andreas Simon, Peter Wingrich


Siegmund:

Hunding:
Peter Lobert

Sieglinde:

Brünnhilde:
Sabine Passow

Fricka:

Helmwige:

Gerhilde:

Ortlinde:
Katharina Dittmar

Waltraute:
Sandra Bösel

Siegrune:
Uta Ecke

Roßweiße:
Beate Dittmann, Anne Schierack

Gefallene Krieger: Mitarbeiter der Statisterie
Es spielt das Philharmonische Orchester.
Pressestimmen:
Bernd Klempnow, Sächsische Zeitung, 6.10.2008
„Man verstand jedes Wort, wo sonst doch die Texte im oft brausenden, schwelgenden Orchester untergehen. […] Martin Schüler fasste das mitunter abstruse Götter-Geschehen bildstark von einer menschlichen, nachvollziehbaren Ebene. Selten dürfte hierzulande ein so fast filmisch detailgenau gearbeiteter Wagner zu erleben sein – in einer schlicht-schicken, zeitlosen Bühnenwelt von Gundula Martin. […] Vor allem Anna Sommerfeld als Sieglinde und Karsten Mewes als Wotan waren in Gesang und Spiel vielschichtig und glaubhaft – die Sommerfeld metropolenreif.“
Albrecht Thiemann, Opernwelt/Netzkritik, 5.10.2008
„Und weil das Geschehen so dicht an die Zuschauer herangeführt ist, treten die treibenden Motive, die emotionalen Energien der Figuren in jeder Phase plastisch zu Tage. Schüler gelingen dabei magische Momente.[...] Bemerkenswert das umsichtige, geschickt disponierte Dirigat von Evan Christ, des neuen, jungen Generalmusikdirektors, der mit der ‚Walküre’ seinen Operneinstand gab. Die Tempi sind klug gestaffelt, die Dynamik ist wunderbar austariert, die Klangdramaturgie hat ebenso die überwölbenden Bögen wie die Binnenstrukturen der Partitur im Blick.“
Laura Naumburg, Neues Deutschland, 9.10.2008
„Schüler entwickelte das komplizierte Geflecht der Geschichte vor allem aus den emotionalen Motiven der handelnden Personen, weniger aus den Zwängen des Mythos. [...] Der eigentliche Coup aber gelang Martin Schüler mit der Einteilung des Bühnenraums. In die Tiefe der Bühne hat er das Orchester gesetzt, bis ins Proszenium nach vorn gezogen den Platz für seine kammerspielgenaue Inszenierung. Es ergibt sich eine Klangmischung zwischen Sängern und Orchester, die an den überdeckten Graben in Bayreuth erinnert. [...] Der neue Cottbuser GMD Evan Christ hatte so auch einen perfekten Einstieg. Hochpräzise der Gewittersturm vor dem ersten Aufzug, nicht nachlassend intensiv mit schönen lyrischen Momenten die langen Strecken bis zum flimmernden Feuerzauber. Für die Solopartien profitierte Martin Schüler von seinem spieltrainierten Ensemble und den sorgsam dazu engagierten Gästen.“
Axel Göritz, www.opernetz.de, 26.10.2008
„Das ist Wagner-Klang auf hohem Niveau, farbenreich, mit all den in der Partitur angelegten dynamischen Steigerungen und Ausbrüchen, aber auch zart und fein in den Liebesszenen und bei Wotans Abschied von Brünnhilde, mit andauerndem Spannungsbogen und den Sängern ein mehr als solides orchestrales Fundament gebend. Diese nutzen denn auch diese für sie günstige Situation, in der sie vor dem Orchester und nicht wie üblicherweise über das Orchester hinweg singen können, mit für Wagner ungewohnter Textdeutlichkeit und Klarheit. Übertitel wie sonst inzwischen üblich, sind hier nicht erforderlich. Jeder Satz, jede Zeile ist verständlich.
Gesungen wird weitgehend auf ähnlich hohem Stand, wie vom Orchester vorgegeben. Herausragend der Wotan von Karsten Mewes. Sein nicht nur heldischer, sondern glasklarer Bass-Bariton mit staunenswerter Artikulation weiß sowohl in seinen Wutausbrüchen etwa gegenüber Fricka wie in den zarten Passagen des Abschiednehmens von Brünnhilde voll zu überzeugen. Diese, verkörpert von Lisa Livingston, kommt eher vom lyrischen Rollenansatz als vom vollen hochdramatischen Duktus. Im direkten Miteinander der mit fast unbändiger Kraft singenden Sieglinde von Heidi Jütten [...] hat es diese Brünnhilde nicht ganz leicht. Carola Fischer als Fricka wiederum kann mit ihrem vollen runden Alt selbst ihrem rasenden Mann Wotan Paroli bieten. Die Stimme von Jens Klaus Wilde als Siegmund erblüht und schwelgt im Liebesglück und hat noch genügend Reserven für kraftvolle Wälse-Rufe. Als Hunding ist Tilmann Rönnebeck mit mächtigem Bass rollengerecht besetzt. Die Walküren-Schar ist ein homogenes, stimmlich zueinander passendes Ensemble.“