Detlef Kurth schrieb:
verfasst am Donnerstag, den 22.05.2014 um 18:38 Uhr
 

An all Beteilgten der Aufführung von ORFEO ED EURIDICE

Mit großer Vorfreude sind wir wieder aus Berlin abgereist und wurden belohnt mit einer tollen Aufführung von ORFEO ED EURIDICE. Die Solisten waren großartig, das Orchester unter Marc Niemann spielte hervorragend und Die Inszenierung von Martin Schüler war einfach nur bezaubernd. Wie auch alle anderen Inszenierungen von Herrn Schüler, die wir kennenlernen durften überzeugte auch diese wieder voll und ganz. Keine Mätzchen oder alberne Regieeinfälle, wie sie auf grüßeren Opernbühnen heutzutage gang und gäbe sind, sondern eine kluge Regie und wiedermal auch die tolle Lichtregie sorgten für einen atemberaubenden Opernabend. Wir sind jedenfall glücklich nach Berlin zurück gefahren. Danke an alle Beteiligten und besonderen Dank an Martin Schüler.
Jetzt kommen wir in dieer Spielzeit nochmal zu FIDELIO und freuen uns besonders auf TURANDOT und ELEKTRA in der Spielzeit 14/15.

Herzliche Grüße aus Berlin
Ilona Hinz und Detlef Kurth

Auf diesen Beitrag antworten
Dr. Joachim Saretz schrieb:
verfasst am Sonntag, den 17.02.2013 um 14:31 Uhr
 

Die Skepsis war da. Mit der Erinnerung an eine grandiosen Orpheus mit M. Bleidorn vor vielen Jahren, diversen musikalischen Crash-Aktionen aus letzter Zeit und einer nur halben „Madame Pompadour“ zum Karneval nun wieder Orpheus mit seiner Euridice. Würde dies gut gehen?
Es ging gut, noch mehr, es war wunderbar. Endlich wurde in unserem schönen Haus des Staatstheaters wieder musiziert, und wie!
Dabei war es ganz einfach. Auf allen Schnickschnack, auf Events und andere „moderne“ Regieeinfälle wurde verzichtet. Man nehme einen versierten Regisseur, exzellente Sängerinnen, die ihre Rollen beherrschen und einen musikalischen Spiritus Rector, der nicht sich selbst, sondern die Musik in den Vordergrund stellt und schon kommt ein großer Opernabend heraus. Zugegeben, ganz so einfach wird es nicht gewesen sein. Die Mühe und die Arbeit, die darin stecken sind zu erahnen. So zum Beispiel das Rollendebüt von Frau Lichtenberg in dieser höchst anspruchsvollen Rolle, welche sie auf beeindruckende Art und Weise gemeistert hat. Die kleinen Konzentrationsprobleme im 3. Akt schmälern den Gesamteindruck in keiner Weise. Beeindruckend auch die musikalische Leitung von Herrn Niemann. In stiller Bescheidenheit genau die passende musikalische Stimmung, durchaus auch mit etwas spröder Barockakustik, aus dem Orchestergraben gezaubert, die zum Orpheus und dem Haus passt. Und dabei gab er den SängerInnen alle Zeit der Welt, die sie nutzen konnten, ihre Stimme in alle Details und Verzierungen der Partie fliessen zu lassen. Dies tat einfach gut und war auch Labsal für den Zuhörer. Und wenn dann noch die Regie (alle reden vom „Regietheater“, hier wurde ganz einfach Regie geführt!) mit einer emanzipierten Euridice eine wohl für barocke Verhältnisse ungewöhnliche Schlusslösung präsentiert war die Welt in Ordnung, das Publikum begeistert.
Ach warum kann Operntheater nicht immer so beeindruckend sein?
PS: Noch eine abschließende Bemerkung. Warum wird eine solche Inszenierung dem Cottbusser Anrechtspublikum vorenthalten? Vorschlag: Die verunglückte „Rusalka“ endgültig aus dem Spielplan nehmen und durch Orpheus mit seiner Euridice ersetzen.

Auf diesen Beitrag antworten