Filkow, Susen schrieb:
verfasst am Mittwoch, den 16.11.2016 um 11:11 Uhr
 

Liebes Theater,
ich kann mich nur der Meinung von Herrn Dr. Saretz anschließen. Wir waren zu 4. und es ist einfach ärgerlich, schöne Sitzplätze im Rang, aber 130 Euro für nichts: Ich habe in Ihrem Programm gesucht, wozu man Gäste einladen könnte und aufgrund Ihrer "Rezensionen", alleweg positiv, mich für "Bunbury..." entschieden. Fehlentscheidung!
Ich habe selten etwas Enttäuschenderes bei Ihnen gesehen: Auf dem Boden umherkriechende Schauspieler, die die Brille suchen (ständig, nicht nur einmal), stolpernde, umfallende Darsteller (ständig, nicht nur einmal), selten hässliche "Kostüme" mit dicken Bäuchen, endlose Dialoge - sinnfrei - ...und, warum auch immer, die Musik von "The Clash"... Die armen Schauspieler. Das kann man nur gut finden, wenn man in der "Kunstszene" arbeitet und der Zuschauer keine Rolle mehr spielt. Ich finde, Sie haben ein so großes Repertoire, dass man alberne, witzige, geistreiche, absurde, komische Elemente kennt und sie auch erkennt. Nichts von alledem war an diesem Abend der Fall. Es ging nicht nur uns 4 Spaßbremsen so, sondern auch den anderen Zuschauern: Kein einziger Publikumslacher in der ersten Hälfte des Stückes, schwacher Höflichkeitsapplaus und fragende Blicke allseits zur Pause: Ist Pause oder ist Schluss? Das sollte sich eigentlich aus dem Stück ergeben, tat es aber nicht. Applaus, Amüsement, Gelächter sehen anders aus.
Nach der Pause sowohl bereits nicht mehr besetzte Plätze als auch Zuschauer, die vor dem Ende gingen. Das haben wir nicht getan, aber es war eben vertane Zeit: Billigster Klamauk, was den "Humor", aber auch Kostüme und Ausstattung betrifft.
Woher die Zeitungen diese positiven Bewertungen nehmen, weiß ich nicht, ich kann die dort gemachten positiven Beobachtungen in keiner Weise bestätigen.
Leider ist es wohl so gekommen, dass die Selbstverwirklichung der Verantwortlichen wichtiger ist als das Publikum. Ich denke, man muss nicht "Mainstream" machen, kritische oder groteske Angebote/Anteile sind wichtig, um zum Nachdenken anzuregen und künstlerisch zu überspitzen, was herausstechen soll. Aber das war einfach unterste Schublade.
Schade, dass man sich nicht mehr darauf verlassen kann, einfach ins Theater zu gehen und zu wissen: Der Abend wird sehr gut, und wenn es nicht meinen Geschmack trifft, wird es zumindest gut. Nein, es kann auch richtig blöd werden.

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M. Berndt schrieb:
verfasst am Sonntag, den 14.02.2016 um 10:18 Uhr
 

Bei der von mir besuchten Vorstellung am 12.02.16 war die Rolle der Gwendolyn aus Krankheitsgründen mit Johannes Kienast besetzt. Die Aufführung war ein Riesenspaß, ich habe Tränen gelacht und fand, dass Johannes Kienast das Tüpfelchen auf dem i war. Am besten: diese Besetzung so lassen, denn das gibt der schrägen, schrillen Komödie noch zusätzlich den Witz der Travestie. Herzlichen Dank an das Ensemble für 90 Minuten unbeschwerter Heiterkeit! ...und wer keinen Spaß versteht, der soll zu Hause bleiben.
M. Berndt

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Bernd Seidel schrieb:
verfasst am Montag, den 30.11.2015 um 09:04 Uhr
 

Sehr geehrter Dr. Saretz,
danke für Ihren Kommentar. Schön, dass der "Pausensherry" half. Aber glauben Sie mir: Für Mitgefühl mit den Schauspielern gibt es keinen Grund. Lesen Sie nur, wie Renate Marschall in der Lausitzer Rundschau von heute deren Leistungen beschreibt. Und schließlich: Wie immer es Ihnen zum Premierenabend ergangen ist (und uns allen hier im Theater wäre es natürlich lieber, es würde Ihnen ohne Sherry gut gegangen sein) – warum Sie nach dem generationsübergreifenden Dauerbrenner SONNENALLEE, der gelungenen Auseinandersetzung mit unseren aktuellen Lebenswerten in Bukowskis ICH HABE BRYAN ADAM GESCHREDDERT und der vielbeachteten und -diskutierten WOLOKOLAMSKER CHAUSSEE von Mario Holetzeck (das waren die Schauspielpremieren im Großen Haus vor BUNBURY) nur noch einen "geringen Rest Hoffnung" haben, "doch vielleicht wieder einmal einen erfreulichen Schauspielabend im Theater zu erleben", verstehe ich nicht.

Mit freundlichen Grüßen
Bernd Seidel
Leiter PR/Marketing

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Dr. Joachim Saretz schrieb:
verfasst am Sonntag, den 29.11.2015 um 20:53 Uhr
 

Im modernen Online-Handel ist es üblich, bei Nichtgefallen oder Unpassendheit der gelieferten Ware den beigefügten Retourschein zu benutzen. Diesen Schein habe ich leider im beigelieferten Programmheft der Sonnabendpremiere von „Bunbury“ im Staatstheater vermisst. Ich hätte ihn nach durchlittenen 90 Minuten zur Pause gern benutzt.
So blieb nur die Frage: Gehen wir gleich oder nehmen wir den Pausensekt noch mit?
Da ich meinen Pausensherry bereits bestellt hatte, habe ich mich für die zweite Variante entschieden und damit auch den Versuch unternommen, den verunglückten angebrochenen Theaterabend doch noch zu einem halbwegs angenehmen Ende zu bringen.
Einzelheiten zu den dargebotenen 90 Minuten erspare ich mir. Auch, um nicht der Gefahr zu verfallen, gegen die Gebote der Höflichkeit in einem solchen Forum zu verstossen. Geblieben sind nach anfänglicher Sprachlosigkeit doch eher Wut und Verzweiflung, aber auch Mitgefühl mit den für dieses Desaster ja nicht verantwortlichen Schauspielern.
Und ein geringer Rest Hoffnung bleibt auch noch, doch vielleicht wieder einmal einen erfreulichen Schauspielabend im Theater zu erleben.

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