Wolfgang Rosenthal schrieb:
verfasst am Montag, den 30.05.2011 um 18:12 Uhr
 

Toller Opernabend, aber warum deutsch und französisch? MfG

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Carola Böhnisch schrieb:
verfasst am Montag, den 30.05.2011 um 20:16 Uhr
 

Lieber Herr Rosenthal, schön, dass Ihnen der Abend so gut gefallen hat! Wir haben uns für eine zweisprachige Variante entschieden, um Inhalt und Struktur des Werkes sinnfällig zu verdeutlichen: Die rezitativischen Passagen, in denen die Handlung "vorwärtsschreitet", bringen wir in deutscher Sprache, die ariosen Teile und die vehementen musikalischen Gefühlsausbrüche (in denen die Handlung im wesentlichen auf der Stelle tritt) dagegen in französischer Sprache, so wie es der Komponist geschrieben hat.
Herzliche Grüße
Carola Böhnisch

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Wolff-R. Achenbach schrieb:
verfasst am Dienstag, den 01.02.2011 um 08:56 Uhr
 

Hallo, etwas sehr spät zu Herrn Montan, bin durch Zufall erst darauf gestoßen: Ich bin recht froh darüber, dass nicht alle Welt unbedingt Herrn Wilde hören will. So bleibt er Cottbus erhalten. Ein Tenor, der in kurzen Zeiträumen so vielseitige Partien aus Troubadour, Rheinnixen, Walküre, Eisenstein, Genoveva und demnächst Aida interpretiert, muss wohl als vielseitig und technisch solide betrachtet werden. Da ist es auch unbillig, in allen Partien, von einer auch oder erst recht bei Sängern
gering schwankenden Tagesform abgesehen, immer sehr hohe Leistungen zu erwarten. Offenbar haben wir unterschiedliche Aufführungen gesehen. Es ist sicher auch unbestritten, dass die französischen Opern, die - mit Ausnahme von Bizet - eher selten den Spielplan zieren, besonders anspruchsvoll sind. Dass Herr Wilde spielen und damit auch Emotionen transportieren kann, haben Sie selbst bestätigt. Meiner Meinung nach gelingt das dann besonders gut, wenn eine Stimme noch einen eigenen Charakter hat. Im Rahmen der Globalisierung macht sich immer mehr ein sängerischer Einheitsbrei breit, der über sängerische Schönheit und Perfektion kaum noch hinausgeht und Persönlichkeiten seltener werden lässt. So kann man, vom Namen abgesehen, den slawischen Ursprung bei Anna Netrebkos makelloser Stimme nicht mehr hören. Es gibt natürlich auch den makellosen Schönsänger, der brillant ist, dafür aber ausdrucksschwach. Was Ihre Ausführungen zu den Sängern an anderen Opernhäusern angeht, so kann ich die nicht teilen. Einige Beispiele: der asiatische Manrico im Dresdener Troubadour war völlig unbeweglich, hatte eine stählerne Stimme mit einem strahlenden hohen C, falls es eins war, sang dafür aber nur eine Strophe der Stretta und schenkte sich die Auseinandersetzung mit dem Chor. Ich war unangenehm überrascht, mit wie viel Aufwand man wenig erreicht hat. Das galt auch für die in dieser Zeit in einer Krise steckende Staatskapelle. Als anderes Beispiel möchte ich Lohengrin und Rienzi in Leipzig nennen , wo sich Herr Stefan Vinke mehr oder weniger glanzlos durch die Partien arbeitete, oder den Dessauer Maskenball , wo eine Fülle von skurrilen Einfällen die Zuschauer, zusammen mit der Notwendigkeit des Lesens des deutschen Textes in Spruchbändern, so von der Musik ablenkte, dass Besucher zwei Tage später nach Vorspielen eines Querschnittes angaben, die Musik noch nie gehört zu haben. Wie viel geht da verloren!
Freuen wir uns doch alle über eine gelungene, lebhafte, nicht verstaubte Inszenierung mit unaufdringlichen Parallelen, einem starken Orchester, einem guten, spielfreudigen Solistenensemble , wobei die Betonung auf Ensemble liegt, siehe auch Fechtszenen, und nehmen die hier wohl kleinen Unzulänglichkeiten des Liveerlebnisses Oper eher dankbar an, weil sie einfach dazu gehören, so wie Sie es letztlich auch getan haben. Und über die womöglich letzten Stimmen mit Individualität! Alternativ bleibt ja noch die Lüge der CD. Übrigens wäre ich an einem Gespräch über das weite Feld Oper sehr interessiert und bin in Cottbus Ostern zu „Candide“.
Mit freundlichen Grüßen, Ihr Wolff- R. Achenbach

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Geraldine Töpfer schrieb:
verfasst am Sonntag, den 26.09.2010 um 00:27 Uhr
 

Eine wirklich gelungene Produktion! Aber was soll schon schiefgehen, wenn man eine Anna Sommerfeld als Juliette hat! Sie spielt und singt, als gäbe es kein Morgen! Sehr berührend und tiefgründig, gesanglich tadellos. Das kann man zwar von ihrem Tenorkollegen nicht behaupten, aber darüber sieht man gerne hinweg. Die Inszenierung bleibt zurückhaltend, ist aber nicht wirklich störend und lässt den Sängern Raum, sich zu entfalten. Evan Christ im Orchestergraben ist eine Sensation für sich, sehr sensibel geführt!

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Wolff R. Achenbach schrieb:
verfasst am Dienstag, den 02.11.2010 um 17:44 Uhr
 

Hören Sie sich mal die Tenöre in anderen Theatern an, bis hin zur Semperoper. Cottbus sollte froh sein einen solchen vielseitig einsetzbaren stimmlich sicheren Tenor zu haben.

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P. + A. Montan schrieb:
verfasst am Montag, den 08.11.2010 um 13:01 Uhr
 

Herr Wilde ist ein großartiger Schauspieler, der alle seine Rollen mit viel Leidenschaft und Liebe verkörpert. Gesanglich stößt er leider jedoch recht schnell an seine Grenzen. Die hohen Töne fallen ihm sehr schwer. Vielleicht ist er als einzige Besetzung dieser ganzen großen Opernrollen mit der Zeit einfach überfordert. Um die Stimme des Sängers ein bisschen zu schonen, sollte man vielleicht doppelt besetzen.
Noch eine Anmerkung zu Herrn Achenbach: Die Tenöre an anderen Häusern haben (bis auf ganz wenige Ausnahmen) die Leichtigkeit der hohen Töne und das erwartet das Publikum von einem Tenor. Also ist es auch verständlich, dass Opernbesucher, wie z.B. Frau Töpfer, Herrn Wildes gesangliche Leistung nicht so beeindruckend finden.
Die gesamte Oper ist aber so klasse, dass wir am 11.11. selbstverständlich wieder mit dabei sind!
Herzliche Grüße!

P.S.: Wir finden es übrigens ganz toll, dass man sich hier jetzt auch mal austauschen kann mit anderen Theaterbesuchern :)

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