Carl schrieb:
verfasst am Dienstag, den 19.04.2011 um 17:59 Uhr
 

Ich war zur Premiere und bin immer noch begeistert!

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Stephan P. schrieb:
verfasst am Montag, den 24.01.2011 um 16:42 Uhr
 

Dieser großartige Abend erweist vor allem die absolute Blödigkeit und Niveaulosigkeit der deutschen Theaterkritik. Dass geschätzte fünf Minuten nackte Menschen auf der Bühne stehen, reicht schon, um die meisten Kritiker gleichermaßen säfteln wie sich empören zu lassen. Kein Wort über die grandiose Darstellung eines getriebenen Menschen, der auf der Suche nach dem Glück ein ums andere Mal scheitert. Kompliment für den phantastischen Roland Renner und das ganze Team.
P.S. Ein, zwei Mätzchen weniger wären zu verkraften gewesen :-)

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sebastian schrieb:
verfasst am Sonntag, den 26.12.2010 um 19:52 Uhr
 

Ich sage mal so, es gibt in diesem Stück einige Szenen, die man hätte rausschneiden können bzw. die nicht besonders sehenswert sind, aber im Großen und Ganzen ist es ein sehr gelungenes Stück, das sicherlich noch einige Male zu sehen sein wird. Die Schauspieler spielen es mit einer Inbrunst, als ob sie es selber sind. Es ist toll.
Ein mitwirkender Statist

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Jan Vesper schrieb:
verfasst am Donnerstag, den 11.11.2010 um 14:54 Uhr
 

Es ist bitter mitzuerleben, wie schnell sich Cottbus nach dem Filmfestival wieder in eine Kulturwüste verwandelt hat. Die Diskussion um die Pückler-Inszenierung am Staatstheater zeigt, wo diese Region wirklich angekommen ist und was sie mit Visionen und mutigen Interpretationen anzufangen weiß. Wer von diesen nun empörten, scheinheiligen, biederen, mittelmäßig gebildeten Zeitgenossen hat denn ernsthaft versucht Pückler zu verstehen, sich in ihn und seine Zeit hineinzuversetzen? Und was haben die alle von "ihrem" Staatstheater im Jubiläumsjahr erwartet? Ganz klar, eine nette, opulente Pückler-Operette mit Pyramide und Schloss im Bühnenbild. Dazu eine bunte Inszenierung, musikalisch hübsch untermalt, eine Art Aufklappbilderbogen mit dauergrinsenden Schauspielmarionetten. Ja, so war er unser grüner Gartenfürst! Natürlich nicht ganz, das ist schon klar. Doch ein dauergeiler Bock, der möglicherweise nicht mehr so konnte wie er wollte, einer, der sich mit einer exotischen Minderjährigen umgab, ein abgefahrener Freak eben, der mit seiner Zeit haderte, immer wieder auszubrechen versuchte, verzweifelt war und zugleich voller Hoffnung und Lebenslust, so einer war der Fürst zwar auch. Aber auf der Bühne unseres staatlich subventionierten Theaters will man so einen nicht sehen. Das sollte klar sein - in Cottbus! Recht so, holt den Intendanten und den Regisseur vor alle Ausschüsse dieser kulturliebenden Stadt und fordert das viele Steuergeld zurück von diesen Banausen. Lasst sie erklären, was nackte Titten mit unserem imageträchtigen Romantiker aus Branitz zu tun haben. Schickt den Schüler am besten gleich in die Wüste und lasst Hansi Hinterseer auf die Bühne im Großen Haus. Das tut zwar auch weh, allerdings nur einer mittlerweile zu vernachlässigenden Minderheit.
Jan Vesper, radioeins vom rbb

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Nora Müller schrieb:
verfasst am Donnerstag, den 25.11.2010 um 17:08 Uhr
 

Hallo Herr Vesper, danke für diesen Beitrag. Besser kann man es nicht ausdrücken. Beim Lesen der LR oder des Märkischen Boten, ebenso ND ist man an vergangene Zeiten erinnert, wenn gefordert wird, daß der Intendant und Regisseur vor dem Kulturausschuss (oder Bezirksleitung?!) Rechenschaft ablegen sollen. Vielleicht sollten doch einige dieser biederen Zeitgenosssen erst mal das Buch "Der grüne Fürst" lesen.

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Bärbel Manke schrieb:
verfasst am Freitag, den 26.11.2010 um 14:37 Uhr
 

Lieber Herr Vesper,
Sie haben mir mehr als aus der Seele "geschrieben". Aber verwunderlich ist das in Cottbus nicht, denn für diese miefige, provenzielle Kultureinstellung ist Cottbus schon seit mindestens 50 Jahren bekannt. Es hat sich also nichts geändert an der Kulturfront.
Aber wir dürfen die Hoffnungen nicht aufgeben. Beim Filmfestval ist ja nun auch endlich ein gewisses Interesse der Cottbuser zu verzeichnen. Ok, es hat 20 Jahre gedauert, aber immerhin. Vielleicht dauert es auch so lange, um die wunderbar inszenierte "Pückler-Utopia" zu verstehen - in Cottbus.

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Matthias Reimann schrieb:
verfasst am Sonntag, den 07.11.2010 um 15:14 Uhr
 

Beim letzten Theaterbruch wurde das Stück (FÜRST PÜCKLERS UTOPIA - Anm. d. Admin.) vorgestellt und sich über die umständliche Bezeichnung Mehrspartenprojekt beklagt.
Hier mein Vorschlag für ein alternatives Kurzwort:
"Tanopiel" Ein Mischwort aus Tanz, Oper, und Schauspiel. Gestern haben wir uns das Stück angesehen. Nicht alles verstanden. Aber ich habe mit meiner Frau noch nie so lange über ein Stück gesprochen. Es hat einen großen Nachhall.

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Norbert Kleinert schrieb:
verfasst am Mittwoch, den 03.11.2010 um 23:38 Uhr
 

Die Frage ist nach wie vor völlig offen: Wer war Pückler? Klimke/Kresnik bieten da gar nichts. Sie zeigen einen Unsteten, Zwiespältigen, Zerrissenen. Dass der Projekte ersann und zu realisieren begann, deren entfaltete Schönheit er selbst nie erleben würde, dass ein solcher Mann für Jahrhunderte plante – es spielt für beide keine Rolle. Anders als seine romantischen Zeitgenossen setzte Pückler seine Träume mitten ins Leben. Schade, dass das so völlig unterging im Jubiläumsstück. Doppelschade, dass dessen Spektakelhaftigkeit den Blick auf den planenden Realisten Pückler noch mehr verstellt. N. Kleinert

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Wieland Schmidt schrieb:
verfasst am Mittwoch, den 03.11.2010 um 23:20 Uhr
 

Gehört hatten wir seit Samstag, seit der Premiere, ja allerhand. Arbeitskollegen, denen ich am Montag erzählte, dass wir Karten für das Pücklerstück haben, schürzten die Lippen. Für das Skandalstück? – Irgendetwas, liebe Theaterleute, hatte sich übers Wochenende rumgesprochen, das mit dem Anlass des Ganzen, mit Fürst Pücklers Geburtstag, beim ersten Hinsehen nichts mehr zu tun hatte. Entsprechend gespannt sind wir heute (3.11.2010 - Anm. d. Admin.) ins Theater gezogen – und alles in allem wohltuend enttäuscht worden. Die „Nackedeis“ sind ansehnlich, die Arrangements großartig und die Lausitzer Ikone wird nicht denunziert. Im Gegenteil: Roland Renner zeigt einen Mann, der am Ende seines Daseins noch immer herausfinden will, was das Leben eigentlich mit ihm vorhat oder was er selbst damit vorhaben könnte. Sein Pückler stellt sich fortwährend in Frage. Den Affen auf seiner Schulter duldet er nur, er liebt ihn nicht. Eine sehr überzeugende Leistung des Gastes. Ein schönes Geschenk des Theaters für den Jubilar. Cornelia und Wieland Schmidt

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Dr. Joachim Saretz; Cottbus schrieb:
verfasst am Sonntag, den 31.10.2010 um 15:37 Uhr
 

Pücklers Utopia - ein Ende auf der Müllhalde?
Am Sonnabend nun endlich die lang erwartete und mit unterschiedlichsten Begleitprogrammen vorbereitete Ehrung des Fürsten Pückler. Nach ausführlicher zu lang währender Würdigung des Jubilars im Rahmen eines Festaktes dann das mit Spannung erwartete Stück "Pücklers Utopia". Ein buntes Spektakel über das Lebenswerk des
Fürsten - laut und kreischend. Ein zweistündiger Parforceritt durch das bewegte Leben Pücklers, mit Satzfetzen, die wenig von Inspiration für Pücklers Träume preisgaben, dafür aber viel Unsinn und Unverständnis, leider auch in der textlichen Artikulation. Die schlussendlich in der Endzeitapokalypse mit dem Inferno von Pücklers Parkträume und dem Versinken im modernen Wohlstandsmüll endeten. Selbst der Versuch, das Publikum theatermäßig zu "veräppeln", mißlang dank der Verweigerung eines nicht namentlich genannten Ensemblemitgliedes auf vier Beinen. Aus der "Veräppelung" wurde doch eher "Dünnsch...", abschließend ja fachgerecht entsorgt auf der Müllhalde.
Pücklers Utopia? Armes Utopia, armer Pückler, armes Staatstheater mit seinem Publikum, armes Cottbus, Alle habt ihr besseres verdient.
Am Sonntag dann Spaziergang durch den im Sonnenllcht herbstlich glänzenden Pücklerpark.
Er war unbeschadet.
Trotz alledem!

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Johann Klien schrieb:
verfasst am Montag, den 01.11.2010 um 22:20 Uhr
 

Na, das sind sie doch, die Cottbuser Zipfelmützen! 4 Paar nackte Brüste, 8 nackte Arschbacken, 1 nackter schwangerer Bauch – schon wackeln sie empört mit den greisen Häuptern und finden, sie hätten Besseres verdient. Ja, was denn nur? Die Brüste waren doch schön. Auch die Backen waren es wert, gezeigt zu werden. Mehr von diesen Backen, mehr davon, hätten wir am Samstag rufen sollen, und ein paar Schwänze dazu. Schwänze fehlten nämlich; jetzt, im Rückblick, fällt es mir auf: Es war ein ganz und gar schwanzloser Abend. Kein Phallus weit und breit, nix von Fruchtbarkeit und Kraft, nur ein Graf in Unterhosen, welche er, wie später auch die Reithosen, einfach nicht runterkriegte. Da hat sich Kresnik wohl von der neusten Pückler-Forschung kirre machen lassen. Die meint entdeckt zu haben, dass der Fürst nicht konnte, wie er wollte. Herr Dr. Saretz, wissen Sie, dass damit alles in einem anderen Licht erscheint? Oder wissen Sie es nicht mehr? Stellen wir uns doch kurz vor, Kresnik habe sich auf den tollen Lausitzer nur deshalb eingelassen, weil er ahnt, was es heißt, nicht mehr zu können, wiewohl man doch ein Leben lang verkündet hat, dass man es kann. Und zwar nicht nur den Frauen (oder den Männern, wie auch immer) beischlafen, sondern auch dem Theater die Politik eintreiben. Und nun, irgendwie und irgendwarum, geht das nicht mehr, wie es bislang ging. Mittendrin ist man immer noch, in Osnabrück (das liegt im Westen) oder in Cottbus (im Osten), dennoch: Irgendwie und irgendwarum ist politisches Theater heute anders und was man selbst „beischlafen“ könnte – man(n) Kresnik zeugt dabei rein gar nichts mehr. Wie eben der Lausitzer Graf rein gar nichts zeugte, außer – Parks. In einem ökologischen Zeitalter sind sie Symbole und in der armen südbrandenburgischen Provinz Hoffnungsträger, eigentlich aber sind sie doch herrschaftlicher Firlefanz. Was sollte einer wie Kresnik daran sympathisch finden, worauf , Herr Saretz, haben Sie eigentlich gehofft?
Johann Klien

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