George schrieb:
verfasst am Montag, den 19.12.2011 um 13:06 Uhr
 

Vielen Dank für die - fast - werktreue Inszenierung dieses Klassikers. Eine Wohltat nach dem ganzen Regietheater hierzulande. Wir sind extra aus Berlin angereist. Bitte mehr solcher Produktionen, die sich an das Libretto halten!

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Achenbach, Wolff- R. schrieb:
verfasst am Freitag, den 09.12.2011 um 20:20 Uhr
 

Zweimal in einer Woche Hänsel und Gretel!

Zum ersten in der Leipziger Oper mit Gewandhausorchester, es war mit Enkelkind der nähere Weg, zum zweiten: Cottbus. Kurz, die Cottbuser Aufführung war der blassen Leipziger in der Regie, der gesamten Ausstattung, dem sängerischen Format weit überlegen. Das Ensemble in Cottbus war geschlossen, Marlene Lichtenberg ein schlanker schlaksiger Hänsel mit schöner Stimmgebung, Cornelia Zink eine nicht gekünstelte, sehr agile Gretel mit bestechender Stimmgebung und Textverständlichkeit, die im Abendsegen zusammen mit Frau Lichtenberg zu betörendem innigem Wohllaut fand. Das Dirigat (Marc Niemann) gab den starken Teilen der Partitur genügend Raum und Kraft, war aber genauso den Sängern ein dezenter Begleiter, und zumindest im Verhalten gegenüber den Sängern dem Gewandhausorchester überlegen. Andreas Jäpel als Vater mit kräftiger tragender klangvoller Stimme. Auf die weitere Entwicklung des Sängers kann man ebenso wie bei seinen Mitstreiten sehr gespannt sein!! Herr Kleinke gab eine herrliche Hexe!

Die Regie war märchenhaft, anders kann man es nicht formulieren. Die Grenze vom Märchen bis zum Kitsch ist sicher nicht weit, aber Herr Schüler hat sie gut ausgelotet. Und trotzdem hatte das erste Bild vor dem Spielzeuggeschäft eine gewisse Schärfe. Etwas unglücklich kam mir das eingesetzte Ballett vor, dass Männer keine Engel sind, ist ja bekannt. Die Projektionen waren schon aufgrund ihrer Neuheit überwältigend und ein schönes Mittel, Illusionen zu erzeugen und zu verstärken.

Also eine märchenhafte Aufführung in allen Belangen. Man kann sich nur noch wünsche, dass diese Inszenierung das Staatstheater noch eine Vorweihnachtszeit begleitet und Eltern und Großeltern mit Ihren Kindern das zu vertretbaren Zeiten besuchen können ...

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