Verlauf:

Peter Häupl schrieb:

Don Carlo am 26. April im Staatstheater Cottbus: Noch nie habe ich bei einer Bass Arie Tränen in den Augen gehabt. Tilmann Rönnebeck, in Dresden leider nicht so oft in tragenden Rollen zu sehen, sang sich in Glanzform. Das gesamte Ensemble, voran Andreas Jäpel und Marlene Lichtenberg, war, wie in den vielen quasikonservativen, aber noblen Inszenierungen der vergangenen Jahre, wieder beinahe perfekt. Evan Christ (endlich auch mal in der ZEIT wegen seiner Uraufführungen und Interpretationen lebender Komponisten gewürdigt) hat das Philharmonische Orchester Cottbus Schritt für Schritt aus der Mittelmäßigkeit dirigiert.
Cottbus musste sich in den letzten fünfundzwanzig Jahren völlig entkleiden: von Kohle und Energie, von Textilien und nun auch vom Fußball. Geblieben sind die Universität und das Theater. Ich kenne die Opernhäuser von San Francisco bis Mailand, von New York bis Wien, von Buenos Aires bis Zürich et cetera. Besuchen Sie das Sehringsche Jugendstiljuwel in Cottbus. Auch Diamanten funkeln nicht ewig unter dem Mond.
Prof. Peter Häupl, Dresden