Verlauf:

Karin Hofrichter schrieb:

Zu der Handvoll Leute, die den Theatersaal nach Hamlets Aufforderung verließen, gehörte ich nicht. Die sehr gegenwärtige Inszenierung kam mit 8 Schauspielern aus, die die Bühne mit Leben füllten - und es war in meinen Augen eine prima Ensembleleistung. Zum Glück für uns Zuschauer hat Herr Holetzeck über die Jahre ein Team zusammengefügt, dem es Spaß macht zu spielen und das uns drunten im Parkett mitfreuen oder mitleiden läßt. Großes Theater, dieser Hamletdarsteller - jung, attraktiv, wendig in allen Facetten. (Hoffentlich bleibt er noch eine Weile in Cottbus.) Ophelias Texte konnte ich nicht immer verstehen, da standen ein paar Anspielungen zwischen den Zeilen, die im Sprechtempo untergingen. An dem Theaterstück hat mir gefallen, dass der Shakespeare in der Gegenwart angekommen ist. Dänemark als Überwachungsstaat, jeder kriegt nur soviel Freiheit, wie die Mächtigen erlauben, ansonsten wird reglementiert, egal wieviele menschliche Werte dabei vor die Hunde gehen. Und Liebe ist auch nur Kalkül. Ein bischen befremdlich wirkte das Interim von Hamlet und Horatio, aber am Ende schloß sich der Kreis und das passte schon. Ich glaube, das Ende wird nicht nur Schweigen sein!