Verlauf:

Filkow, Susen schrieb:

Liebes Theater,
ich kann mich nur der Meinung von Herrn Dr. Saretz anschließen. Wir waren zu 4. und es ist einfach ärgerlich, schöne Sitzplätze im Rang, aber 130 Euro für nichts: Ich habe in Ihrem Programm gesucht, wozu man Gäste einladen könnte und aufgrund Ihrer "Rezensionen", alleweg positiv, mich für "Bunbury..." entschieden. Fehlentscheidung!
Ich habe selten etwas Enttäuschenderes bei Ihnen gesehen: Auf dem Boden umherkriechende Schauspieler, die die Brille suchen (ständig, nicht nur einmal), stolpernde, umfallende Darsteller (ständig, nicht nur einmal), selten hässliche "Kostüme" mit dicken Bäuchen, endlose Dialoge - sinnfrei - ...und, warum auch immer, die Musik von "The Clash"... Die armen Schauspieler. Das kann man nur gut finden, wenn man in der "Kunstszene" arbeitet und der Zuschauer keine Rolle mehr spielt. Ich finde, Sie haben ein so großes Repertoire, dass man alberne, witzige, geistreiche, absurde, komische Elemente kennt und sie auch erkennt. Nichts von alledem war an diesem Abend der Fall. Es ging nicht nur uns 4 Spaßbremsen so, sondern auch den anderen Zuschauern: Kein einziger Publikumslacher in der ersten Hälfte des Stückes, schwacher Höflichkeitsapplaus und fragende Blicke allseits zur Pause: Ist Pause oder ist Schluss? Das sollte sich eigentlich aus dem Stück ergeben, tat es aber nicht. Applaus, Amüsement, Gelächter sehen anders aus.
Nach der Pause sowohl bereits nicht mehr besetzte Plätze als auch Zuschauer, die vor dem Ende gingen. Das haben wir nicht getan, aber es war eben vertane Zeit: Billigster Klamauk, was den "Humor", aber auch Kostüme und Ausstattung betrifft.
Woher die Zeitungen diese positiven Bewertungen nehmen, weiß ich nicht, ich kann die dort gemachten positiven Beobachtungen in keiner Weise bestätigen.
Leider ist es wohl so gekommen, dass die Selbstverwirklichung der Verantwortlichen wichtiger ist als das Publikum. Ich denke, man muss nicht "Mainstream" machen, kritische oder groteske Angebote/Anteile sind wichtig, um zum Nachdenken anzuregen und künstlerisch zu überspitzen, was herausstechen soll. Aber das war einfach unterste Schublade.
Schade, dass man sich nicht mehr darauf verlassen kann, einfach ins Theater zu gehen und zu wissen: Der Abend wird sehr gut, und wenn es nicht meinen Geschmack trifft, wird es zumindest gut. Nein, es kann auch richtig blöd werden.