Verlauf:

P. H. schrieb:

Schon immer haben mich Genie und Talent der beiden Dreißigjährigen Brecht und Weill ob ihrer drei Meisterstücke "Dreigroschenoper", " Sieben Todsünden" und "Mahagonny" des frühen zwanzigsten Jahrhunderts fasziniert. Aber bis heute gilt "Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung" (Ulrike Herrmann, taz). Und so springen folgerichtig die Mahagonny-Songs zwischen Prunk, Plage und Persiflage hin und her. Das Orchester spielt rasch und kräftig "Christ, mach die Musik von damals nach." Über allem thront Carola Fischer, die Grand Dame der Cottbuser Operntruppe als Leokadja Begbick. Die Vorstellung am 23. März war leider halbleer, aber so konnte ich die Songs ungeniert ohne die Nachbarn zu belästigen mit summen. Eine werkpassende Inszenierung verlangt (sinngemäß nach Joachim Kaiser) ein höheres Können als die narzisstischen Auslassungen der sogenannten Starregisseure. In Cottbus bekommen Sie "für einen Dollar Krach und Wonne, Krach und Wonne und was die Welt ihr eigen nennt."- einfach herrlich.