Verlauf:

Phillip Schober schrieb:

Mit meiner Freundin besuchte ich über das Osterwochenende gleich mehrere Wagner- und Strauss-Opern: Gründonnerstag begann mit der „Salome“ in Stuttgart, Karfreitag der „Parsifal“ an der Staatsoper Berlin (Barenboim und Rene Pape!), Ostersonntag die Premiere der „Frau ohne Schatten“ (Nagano) in Hamburg. Eher zufällig haben wir dann eine „Elektra“ in Cottbus entdeckt. Die wollten wir auf dem Rückweg noch "mitnehmen".

Cottbus liegt so abseits, dass wir das dortige Theater bislang noch nicht besucht haben. Nach den großartigen Produktionen an den größten Opernbühnen der Welt an diesem Wochenende waren unsere Erwartungen an Cottbus doch niedrig. Was sollte denn annähernd an die Qualität der Staatsoper Berlin herankommen? Umso mehr kann ich Ihnen sagen, wir waren von der Elektra absolut begeistert! Dies war Theater auf ganz hohem Niveau.

Inszenierung: Ein simples Konzept. Die Personenregie überzeugte vollkommen und machte es spannend. Man braucht gar keine große Deutung, damit eine "Elektra" wirkt und der Schauer über den Rücken läuft. Auf diese Art könnte man auch "Elektra" an der Münchner Staatsoper zeigen.
Sänger: Ein solides Ensemble. Selbst die kleinen Rollen (Mägde, Aegisth etc.) haben hervorragend und überzeugt gespielt und gut gesungen. Bin sowieso baff, dass Ihre Elektra aus dem Ensemble ist und dafür kein Gast genommen wurde - eine anstrengende Rolle.
Orchester: Dieses auf die Bühne zu setzen bzw. mittig in der Inszenierung, ist für das kleine Haus sehr gut gelöst. Besonders spannend war die Geschwindigkeit. Wahrscheinlich hat kein Dirigent vorher die Elektra so schnell gespielt. 1:34 h sage meine Uhr. Trotzdem konnten die Sänger mithalten. Der Dirigent lies kein Zögern beim Orchester zu. Bin erstaunt, wie routiniert die Musiker da mitgemacht haben. Bitte geben Sie das Lob an die Musiker (insb. Dirigent + Sänger) weiter!

Mit freundlichen Grüßen
Phillip Schober

P. S. Besonders positiv ist uns der Barpianist im Foyer vor Beginn der Vorstellung aufgefallen. Dies kenne ich aus keinem anderen Haus.