Verlauf:

P.H. schrieb:

Turandot am 8. Oktober 2017:
Evan Christ und Martin Schüler entzuckern die Puccini-Oper und verstärken dadurch erheblich ihren Geschmack. Jedes Musik- und jedes Regiedetail sitzt passgenau. Turandot (Soojin Moon) und Calaf (Martin Shalita) sind als kalte, wenn auch unterschiedlich kolorierte Machtmenschen eher hart zu singen. Dem metallischen, aber bis an die Ränder sauberen Tenor Martin Shalita gelingt das vorzüglich. Das „Nessun Dorma“ wird etwas zurückgenommen, die Gleichwertigkeit der Arien erleichtert die Zeichnung seines Psychogramms.
Wie in allen tyrannischen Systemen ist die Ministerialbürokratie devot, korrupt und grotesk. Die Minister Ping, Pang, Pong werden wunderbar durch Christian Henneberg, Hardy Brachmann und Dirk Kleinke persifliert.
Einzig ohne Sünde ist die Sklavin Liu. Und da entwächst dem Opernensemble mit Debra Stanley ein zauberhafter Sopran. Ich erinnere an große Highlights in Cottbus. Vor etwa zehn Jahren hielt das Publikum nach Donizettis Wahnsinnsarie, gesungen von Cornelia Zink, benommen inne, ehe der Szenenapplaus losbrach. Für mich ebenfalls unvergessen ist die Interpretation der Salome durch Gesine Forberger.
Christian Möbius vereint den Chor des Staatstheaters mit mehreren Laienchören aus der Lausitz zu einem fulminanten (Volks)-Klangbild.
Käme die Händelfanatikern Donna Leon von Venedig nach Cottbus (sie kommt nur bis Dresden), würde sie sicher den Weg zu Puccini (zurück)finden.
Abermals bietet Cottbus große Oper auf kleiner nobler Bühne. Hoffentlich schaffe ich demnächst noch den Andreas-Jäpel-Wozzeck in gleichem Hause.
Peter Häupl

Sehr geehrter Herr Häupl,
herzlichen Dank für Ihre Worte, die Opernensemble und Opernleitung sehr freuen. Gestatten Sie mir nur den Hinweis, dass Chordirektor Christian Möbius den Opernchor mit dem Extrachor und dem Kinder- und Jugendchor unseres Theaters "vereint". Dazu kommen weitere Chorsolisten: professionelle Sänger, die wir eigens für TURANDOT verpflichten konnten.
Bernd Seidel
Lt. PR/Marketing