Verlauf:

Dr. Joachim Saretz schrieb:

Sehr geehrter Herr Seidel,
vielen Dank für ihre Antwort auf meinen Beitrag - sowohl im Theaterforum wie auch an mich privat. Ich halte die Antwort hier im öffentlichen Theaterforum schon für richtig, soll sie doch auch Anregung zum Nachdenken für andere Besucher sein.
Der Premierenabend war schon eine Herausforderung für mich. Immerhin habe ich, im Gegensatz zu einer Reihe anderer Zuschauer, bis zum Schluss durchgehalten, mit dem Ergebnis der „Glosse“(*) wie Sie es nennen.
Das es nicht zur inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Dargebotenem reichte, lag vor allem an zwei Gründen. Zum Einen waren mir, wie geschätzt auch der Hälfte des Publikums, doch rein optisch umfassendere Einblicke in die Inszenierung durch eine nun nicht gerade publikumsfreundlichen Bühnenbildlösung verwehrt. Zum Anderen konnte durch die mangelhafte akustische Darbietung kaum ein Bezug zu inhaltlichen Problemen hergestellt werden, die ja die Grundlage einer Auseinandersetzung gewesen wären.
Beide Probleme kann man nicht den Schauspielakteuren anlasten, die sich, wie in der „Glosse“ ausgeführt, redlich Mühe gegeben haben, wenigstens keine Langeweile aufkommen zu lassen.
Und mit dem Regieteam über handwerkliche Grundlagen zu diskutieren, die eigentlich in den Erstsemestern eines Studiums abgeklärt sein sollten, halte ich nicht für sinnvoll.
Bezüglich Ihres Angebotes für einen „2. Versuch“ bin ich daher zur Zeit wenig motiviert. Unabhängig davon gedenke ich auch weiterhin dem Theater meine Treue zu halten. Und wir sind ja erst am Beginn der „neuen Schauspielära“, wo wir sehen werden, wie sie sich entwickelt und was sie uns noch zu bieten hat. Und dann wird es vielleicht auch Inszenierungen geben, die zur inhaltlichen Auseinandersetzung anregen. In diesem Sinne: … Gutes Gelingen für Zukünftiges!
(*)„Die Glosse ist die kürzeste und daher die schwerste journalistische Stilform.“ (Emil Dovifat)
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Joachim Saretz