Martin Schüler

Mitglied des Stiftungsvorstandes und Intendant des Staatstheaters Cottbus

(geboren 1958 in Finsterwalde/Niederlausitz)

Martin Schüler studierte Opernregie an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler" in Berlin, nachdem er neun prägende Jahre im Dresdner Kreuzchor aktiv gewesen war.

Im Anschluss an das Diplom-Studium begann er 1984 eine enge Zusammenarbeit mit Ruth Berghaus als Meisterschüler der Akademie der Künste der DDR in Berlin. An ihrer Seite erarbeitete er Inszenierungen in Paris, Hamburg, Cardiff, Berlin und Frankfurt am Main. Daran anschließend engagierte ihn das Landestheater Halle (heute Opernhaus Halle) für vier Jahre als Regisseur (1986 bis 1990).

Seit 1991 ist Martin Schüler Operndirektor am Staatstheater Cottbus. Hier erarbeitete er als Regisseur 67 Werke. Einen überregionalen Ruf erwarb sich das Opernensemble unter anderem mit semiszenischen Inszenierungen wie Jacques Offenbachs DIE RHEINNIXEN oder Humperdink’s DIE KÖNIGSKINDER. In dieser Aufführungspraxis wurde es außerdem möglich, den vielbeachteten RING DES NIBELUNGEN von Richard Wagner über einen Zeitraum von zehn Jahren auf die Cottbuser Bühne zu bringen.

Mit Beginn der Spielzeit 2003/04 übernahm er auch das Amt des Intendanten und für acht Jahre den Vorsitz des Vorstandes der Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus, die das Staatstheater Cottbus und das Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus seither unter einem Dach vereint.

Unter seiner Leitung hat sich das Staatstheater Cottbus der besonderen Idee verschrieben, die Qualitäten aller Sparten des Hauses zusammenzuführen und Mehrspartenprojekte mit Oper, Schauspiel und Orchester zur Aufführung zu bringen. So entstanden u. a. Inszenierungen wie EIN SOMMERNACHTSRAUM (Shakespeare/Mendelssohn Bartholdy), PEER GYNT (Ibsen/Grieg) und DER STURM (Shakespeare/Sibelius).

Zudem unterrichtet Martin Schüler verschiedentlich in Zürich angehende Intendanten und kontinuierlich in Leipzig angehende Sänger oder wirkte als Mentor an der Kammeroper Schloss Rheinsberg (2000, 2010). Gastinszenierungen führten ihn an die Opernhäuser in Graz, Bremen, Saarbrücken, Bratislava und Mannheim, wo er in der Spielzeit 1999/2000 den RING DES NIBELUNGEN inszenierte. Im März 2001 erhielt Martin Schüler den Förderpreis Musik des Berliner Kunstpreises.

Wichtige Inszenierungen am Staatstheater Cottbus u. a.:

JENUFA (1992), HOFFMANNS ERZÄHLUNGEN (1993), LOHENGRIN (1993), WOZZECK (1993), DIE ZAUBERFLÖTE (1994), ORPHEUS UND EURYDIKE (1996), DER FLIEGENDE HOLLÄNDER (1997), FIDELIO (1997), DIE SCHÖNE UND DAS BIEST (La Belle et la Bete) (1998), QUASIMODOS HOCHZEIT, UA (1998), PETER GRIMES (2000), UN BALLO IN MASCHERA (Ein Maskenball) (2001), FAUST (MARGARETHE) (2002), KATJA KABANOWA (2002), DER MOND von Carl Orff (2003), EINE NACHT IN VENEDIG (2004), MOZART-NACHT (200&), CABARET (2007), SALOME (2008), ROMEO ET JULIETTE (2009), GENOVEVA (2010); JEKYLL & HYDE (2010). 2014 hat er mit PEER GYNT von Werner Egk seine insgesamt 100. Oper in Szene gesetzt.

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