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Das Bildnis des Dorian Gray

Ballett von Lode Devos frei nach dem Roman von Oscar Wilde
Musik von Franz Schubert, Sergej Rachmaninow, Arnold Schönberg und dem Kronos Quartet
URAUFFÜHRUNG

Ein junger Mann wird Opfer seiner Schönheit. Schuld daran tragen die Einflüsterungen seines mephistophelischen Freundes Lord Henry. Dem ist der Junge lediglich Medium in einem gewissenlosen Experiment: Lässt sich ein Mensch durch permanente, überaus geschickte Manipulation vom Pfad der Anständigkeit abbringen, hinein in die Hölle des Lasters? Weder die dringlichen Mahnungen seines zweiten Freundes, des scheuen Malers Basil, noch die Liebe zur Schauspielerin Sibyl können Dorians moralischen Abstieg aufhalten. Er stößt Sibyl von sich, als sie einmal schlecht spielt, und treibt sie in den Selbstmord. Basil bringt er eigenhändig um, als der hinter sein Geheimnis kommt: Während Dorian auf unerklärliche Weise über all die Jahre seine makellose Schönheit behält, altert an seiner Statt das Porträt, das Basil anbetungsvoll von ihm gemalt hatte. Der mysteriöse Pakt, der Dorians Ausschweifungen möglich macht, fordert, wie die ähnlich gelagerten Fälle Peter Schlemihl bei Adelbert von Chamisso und Faust bei Goethe zeigen, einen hohen Preis: Dorians Leben. 

Für seine Ballettinszenierung behält der Belgier Lode Devos zwar den Titel des Romans bei, reduziert aber die breitgefächerte Personnage und die ausladende Handlung auf die zentralen Gestalten Dorian, Henry, Basil und Sibyl. Populäre Musik von Schubert, Rachmaninow und Schönberg trägt die pralle Story um Schuld und Sühne.

Michael Apels Filmbericht über die neue Ballett-Produktion finden Sie hier.

PREMIERE Freitag, 22. Januar 2016

Besetzung

Choreografie und BühneLode Devos
KostümeAnne-Frederique Hoingne
DramaturgieDr. Volkmar Draeger
Choreografische AssistenzDirk Neumann, Denise Ruddock
 
Dorian GrayJason Sabrou, René Klötzer
Lord Henry WottonStefan Kulhawec
Basil, ein MalerNiko Ilias König
Sybil VaneGreta Dato
Hetty MertonDenise Ruddock, Inmaculada Marín López
Londoner High SocietyGreta Dato, Emily Downs, Denise Ruddock, Inmaculada Marín López, René Klötzer, Niko Ilias König

Rezensionen

Nicole Nocon, Lausitzer Rundschau, 25.1.2016

„Devos gibt den Tänzern die Chance, die ganze Bandbreite ihres Könnens zu zeigen. […] Jason Sabrou ist immer glaubwürdig: als unschuldiger Jüngling, als rücksichtsloser Lebemann genauso wie als brutaler Mörder seines Freundes Basil. Greta Dato (Sybil) und vor allem Niko König (Basil) beweisen, […] dass sie nicht nur großartige Tänzer, sondern auch beeindruckende Schauspieler sind. […] Der Cottbuser Ballettchef Dirk Neumann hat eine kleine, aber feine Truppe zusammengeholt, die gemeinsam Tanztheater auf die Bühne bringt, das auch größeren Häusern alle Ehre machen würde.“


Boris Michael Gruhl, tanznetz, 24.1.2016

„Eine Steigerung erfährt das Ballett im Pas de deux der Schauspielerin mit Dorian Gray. In ihren solistischen Variationen blitzt etwas auf von der Tragik der jungen Frau, die das Leben mit dem Theater verwechselt, in seinen immer kühleren und abweisenderen Reaktionen verbreitet sich die Kälte der puren Selbstgenügsamkeit. Dass sich dabei aber doch hinter der Maske des schönen Erfolgstypen ein Mensch verbirgt, wird immer wieder deutlich, wenn der Tänzer in kraftvollen und vor allem expressiven solistischen Passagen der verzweifelten Einsamkeit zu entkommen sucht, oder stärker noch, wenn er der bildgewordenen Wahrheit seines Irrweges beim Ansehen des Porträts gegenübersteht. Keine Umkehr, kein Entrinnen, auch das hoffnungsvolle Flackern in der kurzen Begegnung mit der von Denise Ruddock getanzten sympathischen Hetty bleibt ohne Folgen. So vollzieht sich in dieser Cottbusser Uraufführung von Lode Devos, dramaturgisch beraten von Volkmar Draeger, der Aufstieg und der Fall eines einsamen Menschen. […] So choreografiert und inszeniert Lode Devos mit der gut aufgestellten achtköpfigen Cottbusser Ballettkompanie […]“


Stefan Amzoll, Neues Deutschland, 26.1.2016

„75 Minuten Tanzkunst auf höchstem Niveau. Der Belgier Lode Devos […]hat mit dem Cottbuser Kollektiv alles in der Hand gehabt und in eine hochstehende Ensembleleistung eingebracht. Devos schrieb das fünfteilige Libretto, choreografierte und machte selbst die Bühne. Womöglich liegt darin das Geheimnis jener Geschlossenheit des Abends, welche die Leute in der Kammerbühne erleben durften. […] Henry, den Stefan Kulhawec in seiner Hinterlist und Bosheit tanzt, inkarniert hier noch sein scheinhaftes Wesen, eins, das sich mehr und mehr nach außen kehrt. Er ist neben der Aristokratengesellschaft, die auf wenige Tänzer reduziert ihren Reigen aufführt, die eckigste Figur. Schlank, schwarz berockt, rankün bis in Lippen und Glieder, gibt Lord Henry die Zeichen des Verfalls der Beziehungen. Der kleine Niko König tanzt den Basil zwar weniger artistisch, aber desto mehr in der Fülle wirklich gefühlter Liebe. Das geht bis in die Fingerspitzen und Augenaufschläge. Wer würde seine sensitiven körperlichen Gebärden nicht gerne anschauen? Die schlanke Greta Dato als Sybil aus dem Vorstadttheater steht diesem hohen tänzerischen Schöpfertum in nichts nach.“

Bildergalerie

Film

Dorian Gray (Trailer) - Staatstheater Cottbus

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