Pieces Of Nyman & Purcell Pieces

PIECES OF NYMAN In der Choreographie von Adriana Mortelliti | URAUFFÜHRUNG
&
PURCELL PIECES In der Choreographie von Nils Christe  
Zwei Ballette mit Musik von Michael Nyman und Henry Purcell

Die Musik Henry Purcells fasziniert den aus Holland stammenden Nils Christe schon seit vielen Jahren. Inzwischen schuf er Choreographien zu mehr als 30 Werken des für Jahrhunderte wichtigsten englischen Komponisten, der um 1659 geboren wurde und bereits 1695 starb. Nils Christe war 15 Jahre lang Tänzer beim Nederlands Dans Theater und wechselte dann die Seiten. Ehe er sich für die Tanzkarriere entschied, hatte er sich intensiv auf ein Musikstudium (Gitarre und Blockflöte) vorbereitet. Seine Schöpfungen zeichnet bis heute ein großes Musikverständnis aus. Seit mehr als 30 Jahren arbeitet er mit seiner Frau Annegien Sneep zusammen.

Adriana Mortelliti studierte parallel Tanz und Malerei in Mailand. Beide Leidenschaften prägen ihre Choreographien. In ihnen verbinden sich eine abwechslungsreiche Tanzsprache und ein ausgeprägtes Gefühl für Raumspannungen und Bildwirkungen. Da verwundert es nicht, dass Adriana Mortelliti auf die Kompositionen von Michael Nyman stieß. Er schrieb die Musik zu vielen Filmen Peter Greenaways, die sich durch barocke, präzise Bilderpracht auszeichnen und mit Nymans Musik ein kinematographisches Gesamtkunstwerk bilden. Die Grundidee für das Ballett PIECES OF NYMAN „An Eye For Optical Theory“ (Ein Auge für optische Theorie) aus dem Soundtrack zu Greenaways Film „Der Kontrakt des Zeichners“. Mit dem Ballettensemble hat die Choreographin ein Spiel von Tanz und visuellen Effekten erarbeitet. Im März 2013 brachte sie am Staatstheater mit großem Erfolg ihre BALKAN-RHAPSODIE zur Uraufführung.

PREMIERE Samstag, 24. Mai 2014

Präsentiert von

Besetzung

Choreographie Purcell PiecesNils Christe
Choreographie & Kostüme
Minimal Pieces
Adriana Mortelliti
Kostüme Purcell PiecesAnnegien Sneep
Bühne Purcell Pieces & Minimal PiecesThomas Rupert
DramaturgieBernhard Lenort
Choreographische AssistenzAnnegien Sneep, István Farkas, Dirk Neumann
 
TänzerinInmaculada Marín López, Denise Ruddock, Emily Downs
TänzerJuan Bockamp, , Stefan Kulhawec,

Rezensionen

Volkmar Draeger, Märkische Oderzeitung, 26.5.2014

„Am Ende dieses Abends im Großen Haus am Staatstheater Cottbus kommt Jubel wie aus einer Kehle. Mit stehenden Ovationen feiert das Premierenpublikum ‚seine‘ Ballettcompagnie. Und die hat sich mit der zweiteiligen Produktion selbst den Ritterschlag in die nächst-höhere Liga ertanzt. Ist es fast immer eine Reise wert, was die vier Frauen und vier Männer unter Leitung von Dirk Neumann auf die Bühne stellen, greifen sie diesmal nach den Sternen – und erreichen sie mit Bravour. Den Weg dorthin geebnet haben ihnen zwei Choreografen, eine Italienerin noch am An-fang ihrer Karriere und ein erfahrener Holländer von internationalem Ruf. […] Hatte Adriana Mortelliti im Vorjahr mit ‚Berührungen. Eine Balkanrhapsodie‘ in der Kammerbühne ihren choreografischen Einstand gegeben, so verdankt sich ihr die Uraufführung des Abends im Haupthaus. ‚Pieces of Nyman‘ erzählt nichts weniger als das ewige Stirb und Werde. Getragen von sanfter, ungemein atmosphärischer Filmmusik des gemäßigten Minimalisten Michael Nyman, entrollt sie einen zutiefst anrührenden Bilderbogen menschheitlichen Seins. […] Nicht nur in Mortellitis edel artistischer, hebungsreicher und den Raum souverän nutzender Bewegungssprache bewährt sich das Cottbuser Tänzeroktett. Nils Christe hat ihm eine Choreografie von 1997, personell reduziert, auf den Leib maßgeschneidert. Seine ‚Purcell Pieces‘, auch sie etwa 45 Minuten lang, tragen federnd Ouvertüren und Ausschnitte aus Opern sowie weiteren Werken des Barockmeisters Henry Purcell. Auf Thomas Ruperts ornamental ausgeschlagener Bühne entwickelt sich daraus eine dicht gewirkte, tempogeladene, hochmusikalische Suite um Liebe und Sehnsucht, Erfüllung und Trauer. Wie organisch sich die vielen Bilder fügen, wie prägnant die tänzerischen Formen den Raum auskleiden, verrät eine routinierte Choreografenhand im besten Wortsinn. […] Adriana Mortelliti und Nils Christe haben dem Cottbuser Ballettrepertoire sein Juwel beschert.“


Gabriele Gorgas, Lausitzer Rundschau, 27.5.2014

„Das ist schon unglaublich – der Tanz in Cottbus ist doch immer wieder für eine Überraschung gut. Zumal auch dann, wenn sich im Großen Haus das Ballettensemble vom Staatstheater der neuen Produktion derart gewachsen zeigt, dass rundum alle überglücklich sind. Nicht zuletzt auch die Zuschauer, um die es ja geht. […] Sie haben wach reagierend […] alle Beteiligten derart gefeiert, dass künftig kein Platz mehr frei sein sollte, wenn eine Ballettproduktion des Hauses auf dem Spielplan steht. Die wahren Helden des Abends sind ohne Frage diese acht Tänzer (vier Frauen und vier Männer), welche spürbar über sich hinausgewachsen sind. Da kann (oder muss) sich auch keiner hinter dem anderen verstecken – jeder ist im Blickpunkt, stellt sich der Herausforderung. Und beim lang anhaltenden, rhythmisch forcierten Schlussapplaus stehen sie auf der Bühne überglücklich beieinander und lassen sich feiern – sie haben es geschafft! Und das gemeinsam mit den umjubelten Gästen sowie vielen Partnern vom Hause.“


Frank Schmid, rbb Kulturradio, 26.5.2014

„Mortelliti erzählt in ihrer Choreographie eine kleine Geschichte der Menschheit und eine Art Kulturgeschichte, sie erzählt vom Konflikt zwischen Mensch und Natur und von der Natur des Menschen. […] Nils Christe, der lange am Nederlands Dans Theater getanzt hat und dort v.a. stark von Jiri Kylian geprägt worden zu sein scheint, zeigt Begehren und Sinnen und Trachten, zeigt Feuer, Leidenschaft und Kontrolle, zeigt Furie und Grazie in üppig wucherndem, festlichem Reichtum und in hinreißenden Fließgeschwindigkeiten. […] Ein großartiges Ballett, das Struktur und Sinnlichkeit, also höchste formale Ansprüche und Emotionalität vereint, ein Ballett-Stück, das man unbedingt gesehen haben sollte, für das allein sich der Besuch im Staatstheater Cottbus lohnt. Das Publikum hat Nils Christe und die Tänzer völlig zu Recht mit stehenden Ovationen gefeiert. Die mit acht Tänzern ja nur sehr kleine Ballettcompagnie des Staatstheaters hat diese Choreographie in technischer Perfektion und sinnlicher Anmutung hervorragend getanzt. Endlich mal wieder ein Ballett-Abend in Cottbus, den man trotz kleiner Einschränkungen beim ersten Stück wirklich empfehlen kann.“

Bildergalerie

Film

»Pieces of Nyman & Purcell Pieces« TRAILER (Staatstheater Cottbus)

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Meinungen

These two ballet's showed that greatness, can be achieved from a small versatile company such as this one. The commitment these dancer gave in these two pieces brought a magic …