1. Philharmonisches Konzert

JOSEPH HAYDN (1732-1809) Sinfonie Nr. 19 D-Dur
BRIGHT SHENG (*1955) Red Silk Dance | Deutsche Erstaufführung
ROBERT HP PLATZ (*1951) Blau, See | Uraufführung eines Auftragswerkes*
GUSTAV MAHLER (1860-1911) 1. Sinfonie D-Dur

Die Sinfonie Nr. 19, eine der frühesten Joseph Haydns, orientiert sich an der italienischen Opernouvertüre. Zu den Streichern treten nur zwei Oboen und zwei Hörner – um 1760 die gewöhnliche Besetzung.
Ganz anders die Dimensionen bei Gustav Mahler. Hier ist Raumklang mitkomponiert, spielen Klangfarben eine herausragende Rolle – die Begegnung mit Haydns Werk zeigt die gewaltige Entwicklung des Sinfonischen in hundertzwanzig Jahren.
Bright Sheng, geboren in Shanghai, verbindet in seinen Werken westliche und asiatische Einflüsse. Das Klavierkonzert ist inspiriert von der Musik der Kulturen an der Seidenstraße und dem Geist des Austauschs.
Robert HP Platz betrachtet jede seiner Kompositionen als Teil eines einzigen großen Werks. Überlappungen und die Verschränkung von Formen kennzeichnen seine Musiksprache.

Klavier: Tzimon Barto (Red Silk Dance)
*gemeinsam mit dem ensemble mosaik
Philharmonisches Orchester
Dirigent: GMD Evan Christ

KONZERTEINFÜHRUNG
Jeweils eine halbe Stunde vor Beginn im Foyer des 2. Ranges

Rezensionen

Irene Constantin, Lausitzer Rundschau, 21.9.2010

„Mit einem kontrastreichen und unterhaltsamen Programm eröffnete Generalmusikdirektor Evan Christ die neue Konzertsaison des Philharmonischen Orchesters des Staatstheaters. [...] Angenehm knackig und trocken begann die Haydn-Sinfonie Nr. 19 fast im »Alte-Musik«-Ton. Aber 22 Streicher sind eine recht opulente Besetzung für ein Frühwerk des Meisters [...] So schlich sich ein satter Hauch Romantik schon in das im luftigen Tempo musizierte Eröffnungswerk. Im romantischen Gusto sollte es an diesem Abend weitergehen. [...] Bright Sheng hatte sich für sein 1999 entstandenes Stück für Orchester und Klavier von den weiträumigen und vielfältigen Klangeinflüssen der alten Seidenstraße inspirieren lassen. [...] Das solistische Klavier beginnt mit harten Arpeggien, gibt dann ein energisches Klavierthema vor, an dem sich das Orchester und das Soloinstrument in kräftig percussivem Gestus abarbeiten. Der dem Cottbuser Publikum schon sympathisch vertraute Pianist Tzimon Barto hämmerte gehörig, um dann im zarten Mittelteil wieder einmal seine erstaunliche Pianokunst vorzuführen. [...]

Auch in der neuen Saison behält Evan Christ sein Programm monatlicher kurzer Uraufführungen bei. [...] Robert HP Platz' 5-Minuten-Stück »Blau, See« ordnet sich wie alle seine neueren Kompositionen einer großen Werkidee unter. Der erklungene Mikrokosmos daraus konzentrierte sich auf das Ausloten von Vorder- und Hintergrundwirkungen und das Auffalten klingender Räume. [...] Gustav Mahlers 1. Sinfonie bildete das Hauptstück des ersten Konzerts. [...] Evan Christ hat durchweg flotte Tempi angeschlagen, ließ eine Anbetungshaltung gegenüber diesem Großwerk gar nicht erst aufkommen. Er betonte die durch Collagetechniken, Raumwirkungen, Spaltklänge und kühne Harmonien beglaubigte Modernität Gustav Mahlers, sparte aber im Gegenzug auch nicht mit hochromantischen Beschleunigungen und Verlangsamungen des Tempos. Die Konzertbesucher folgten atemlos und belohnten ihr Orchester mit Ovationen."


Stefan Amzoll, Neues Deutschland, 23.9.2010

„Erstaunlich, was Christ, er absolviert seine dritte Spielzeit, seither alles in die Wege geleitet hat. Musiker von Kopf bis Zeh, sprüht er vor Ehrgeiz. Nicht in dieser Flachheit, dass der erfinderisch ist, der die Leute mit Events befeuert und auf Deibel komm raus erfolgreich sein will. Sondern es sind wirkliche Einfälle. Allesamt tauglich für die Belebung des so alten wie vertrauten, bis zum Überdruss ausgereizten bürgerlichen Konzerts. Klar, die Konzertgrenzen sind eng gesteckt. Aber man kann der alten Dame immer noch was entlocken, das sie verjüngt und besonnt."

„Neben einer frühen Sinfonie von Haydn (Nr. 19 D-Dur) und »Red Silk Dance« des Chinesen Bright Sheng erklang schließlich Mahlers 1. Sinfonie, ein omnipotentes Werk voller Schründe, schreiender Pausen, angstbesetzter, jäh instrumentierter volkstümlicher Topoi. Außerordentlich die Wiedergabe unter Evan Christ. Ein ganzes Klanguniversum kam zum Blühen. Jedes der Accelerandi stimmte, jede Pause bekam die richtige Länge. Bläser, Holz, Streicher, Harfe, Schlagzeug in bester Verfassung. Wenn das ist und alles andere auch noch stimmt, dann springt der Funke über. Die Leute tobten."


Rezension online

http://www.lr-online.de/kultur/Kontrastreich-und-unterhaltsam;art1073,3040180

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Eine tolle Inszenierung! Mit Isabel Dörfler steht ein echter Star auf der Bühne - was für eine Persönlichkeit - was für eine Stimme. Wir waren restlos begeistert! Danke für den …