2. Philharmonisches Konzert

FLORENCE BASCHET (*1955) AntePrima | Uraufführung eines Auftragswerkes
OLIVIER MESSIAEN (1908-1992) Turangalîla-Sinfonie

Freudenhymne, Liebesgesang und Klangkosmos:
Olivier Messiaens epochale „Turangalîla-Sinfonie"
Die Turangalîla-Sinfonie ist ein Liebesgesang, eine Hymne an die Freude. An eine Freude, wie sie nur einer ermessen kann, dem in tiefem Elend eine Ahnung von ihr zuteil geworden ist. Gemeint ist eine übermenschliche, überströmende, blendende und maßlose Freude. Auch „Liebe" meint hier eine schicksalhafte, unwiderstehliche Liebe, die alles übersteigt, alles überrennt. Liebe, für die Tristans und Isoldes Liebestrank als Symbol einsteht.

Mit diesen Worten stellte Messiaen seine Sinfonie bei Gelegenheit selbst vor. Er beschrieb die außergewöhnlichen Klänge im Verlauf des Werks: das „fahle Näseln" der Holzbläser, das „mineralische Timbre kleiner Kiesel oder Bleikügelchen in den Maracas" (bekannt von lateinamerikanischen Tänzen), die „pflanzlich-hölzerne Klangfärbung des Holzblocks", die „animalische" des Fells der großen Trommel. Immer wieder beschwor er den Klang der indonesischen Gamelan-Musik.

Messiaen sprach von seiner Musik wie von organischem Leben: Die Trommel „wächst", die Maracas „schrumpfen". Beim Hören entstehen „Schreckensbilder" Edgar Allan Poes, aber auch ein „Garten voller Schatten und Licht, voller Pflanzen und neuartigen Blumen, voller hell und melodisch singender Vögel". Hier ist die Zeit „in Vergessenheit geraten", Tristan und Isolde befinden sich „außerhalb der Zeit" ...

Besonders hervorstechend ist die Verwendung der Ondes Martinot, erfunden 1928 als eines der ersten elektronischen Instrumente überhaupt. Es besticht durch seinen unvergleichlichen, sphärischen Klang und seine Wandlungsfähigkeit. „Die Stimme der Ondes ist zart, ausdrucksvoll und beim Abstieg in die Tiefe voller Einfühlung." In den höchsten Registern ist sie „überirdisch", voller „Leuchtkraft", sie weint „Freudentränen" , so Messiaen (auf Youtube kann man Ondes hören).

Florence Baschet widmet sich intensiv der elektronischen Musik und deren Zusammenspiel mit traditionellen Instrumenten.

Ondes Martenot: Valérie Hartmann-Claverie
Klavier: Markus Bellheim www.markus-bellheim.com
Philharmonisches Orchester
Dirigent: GMD Evan Christ

KONZERTEINFÜHRUNG
Jeweils eine halbe Stunde vor Beginn im Foyer des 2. Ranges

Rezensionen

Rezension online

http://www.lr-online.de/kultur/Temporeich-hoellisch-und-knallbunt;art1073,3103905

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Meinungen

Eine tolle Inszenierung! Mit Isabel Dörfler steht ein echter Star auf der Bühne - was für eine Persönlichkeit - was für eine Stimme. Wir waren restlos begeistert! Danke für den …