3. Philharmonisches Konzert

JEAN SIBELIUS (1865-1957)
Valse triste op. 44

IRIS TER SCHIPHORST (*1956)
„La tristesse durera...“ | Auftragswerk des Staatstheaters Cottbus | Uraufführung

JEAN SIBELIUS (1865-1957)
Violinkonzert d-Moll op. 47
Sinfonie Nr. 5 op. 82

Sophia Jaffé – Violine
Philharmonisches Orchester
Dirigent: Clemens Schuldt

Ein weiteres Mal darf man sich auf skandinavisches Lokalkolorit freuen, in dem sich die Weitläufigkeit der nordischen Landschaften klanglich widerspiegelt: Dieses Mal steht Jean Sibelius im Mittelpunkt, ein Komponist mit finnisch-schwedischen Wurzeln.

Den „Valse triste“ schrieb er als Teil der Bühnenmusik zu dem Drama „Kuolema“ („Der Tod“) seines Schwagers Arvid Järnefelt zunächst ausschließlich für Streichinstrumente. Bald nach der Uraufführung vergrößerte er die Orchesterbesetzung seines Konzertwalzers. In dieser Version (UA 1903 bzw. 1904) ist er in seiner düsteren Schönheit zu einem der bekanntesten von Sibelius‘ Werken geworden.

Sein Violinkonzert ist wahrscheinlich das am meisten gespielte des 20. Jahrhunderts. Die misslungene Uraufführung des heutigen Welterfolges ist wohl vor allem organisatorischen Gründen geschuldet: Der Komponist, übrigens selbst versierter Violinist, hatte die Aufführung kurzfristig vorverlegt und spontan einen anderen Solisten engagiert, der dem sinfonisch angelegten Werk mit seinen reizvollen Gegensätzen und intensiven Dialogen zwischen Violine und Orchester noch nicht gerecht werden konnte. Nach der vom Komponisten selbst geleiteten Uraufführung (1904) überarbeitete Sibelius sein Konzert; die revidierte Fassung erklang erstmals ein Jahr später unter dem Dirigat von Richard Strauss.

Die erste Fassung der fünften Sinfonie (der selbstkritische Komponist arbeitete sie noch zweimal um) erklang im Rahmen eines Festkonzerts zu Sibelius‘ 50. Geburtstag. Der Schritt zu diesem Werk war kein leichter: Viele seiner Zeitgenossen schrieben keine Sinfonien mehr und wer sich der Gattung doch annahm, wurde misstrauisch beäugt. Sibelius jedoch tat gut daran, so zu komponieren, wie er es am besten konnte. In der heroischen Tonart Es-Dur entstand jene fünfte Sinfonie, die viel hoffnungsvoller klang als die vorhergehende und insbesondere im Schlusssatz einen mitreißenden Sog entwickelt. Das durch die Beobachtung der edlen Vögel inspirierte Schwanenmotiv wurde sogar in Popsongs übernommen.

Iris ter Schiphorst hat sich als Komponistin, Pianistin, Autorin, Bassistin, Schlagzeugerin und Keyboarderin international einen Namen gemacht. Mit „La tristesse durera...“ bringt sie ein Werk zur Uraufführung, das hinter seiner klanglichen Erscheinung eine Geschichte vermuten lässt. „La tristesse durera...“ bezieht sich nicht nur im Titel auf „Valse triste“, sondern ist auch für die gleiche Besetzung geschrieben. Zusätzlich gibt es ‚Geräusche’, die vom Sampler eingespielt werden: einmal ein Atemgeräusch, das den ersten Teil durchzieht, und zum anderen verfremdete Klänge einer Stimme, die – offenbar ausgehend von einem Militärfahrzeug – eine Ausgangssperre verkündet. Der Titel selbst ist ein Zitat aus einem Brief, den Vincent van Gogh kurz vor seinem Tod an seinen Bruder geschrieben hat.

Freitag, 20.11.2015 & Sonntag, 22.11.2015, Großes Haus

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