7. Philharmonisches Konzert

PAUL HINDEMITH (1895-1963)
Sinfonie „Mathis der Maler“ 

JOHANNES BRAHMS (1833-1897)
Klavierkonzert Nr. 2 B-Dur op. 83 

Hoffnungsträger der eine, Tausendsassa und Bürgerschreck der andere: Johannes Brahms war schon in jungen Jahren mit einer schweren Hypothek belastet durch Robert Schumanns euphorische Worte im Artikel „Neue Bahnen“. Schumann nannte Brahms „berufen“ dazu, „den höchsten Ausdruck der Zeit in idealer Weise auszusprechen“. Später vereinnahmte der Wiener Musikkritiker-Papst Eduard Hanslick Brahms in seinem erbitterten Kampf gegen die Musikauffassung der „Neudeutschen“ um Franz Liszt und Richard Wagner.

Obwohl Brahms ein herausragender Pianist war, tat er sich mit der Komposition seines ersten Klavierkonzerts ebenso schwer wie mit seiner ersten Sinfonie, wenn es auch nicht wie bei dieser Jahrzehnte dauerte, ehe er es in Angriff nahm. Erst zwanzig Jahre später ließ er ein zweites Klavierkonzert folgen, uraufgeführt 1881. In ihm führte er die angestrebte Synthese von Konzert und Sinfonie auf einen Höhepunkt.

Nach spätromantischen Anfängen experimentierte Hindemith in den zwanziger Jahren und kritisierte auf parodistische Weise existierende Musik und Musikpraxis. Kein Wunder, dass viele in ihm nur den Provokateur sahen. Er schuf mit Leichtigkeit, gab zahllose Konzerte als Bratscher und setzte sich unermüdlich auch organisatorisch für neue Musik ein. Allzu schnell wird dabei übersehen, dass Hindemith auch in seinen „wilden Jahren“ im Kern ernsthaft und traditionsbewusst blieb. In seiner Oper „Mathis der Maler“ wurde diese Grundhaltung allgemein erkennbar. In ihr fragt Hindemith nach dem Verhältnis von Künstler und Gesellschaft. Die drei Sätze der gleichnamigen Sinfonie sind den Bildtafeln des „Isenheimer Altars“ zugeordnet. Die Uraufführung unter Wilhelm Furtwängler am 12. März 1934 in Berlin führte zu einer tiefgreifenden kulturpolitischen Auseinandersetzung, da sich eine breite Öffentlichkeit angesichts nationalsozialistischer Angriffe auf die Seite des Komponisten stellte.

„Für Ivo habe ich ebenfalls ein deutsches Programm zusammengestellt. Im Mittelpunkt steht das berühmte zweite Klavierkonzert von Johannes Brahms. Ivo war sehr begeistert, als ich ihm dieses Werk vorschlug, ein sehr sinfonisch gestaltetes Solokonzert. Auch mit „Mathis der Maler“ war er gleich sehr einverstanden.“
Evan Christ

Bernd Glemser – Klavier
Philharmonisches Orchester
Dirigent: Ivo Hentschel 

Freitag, 12. Mai 2017 & Sonntag, 14. Mai 2017

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Mich (16, w.) hat das Schauspiel gestern so berührt, dass ich am Ende bzw. nahen Ende geweint habe, und ich weine selten überhaupt. Ich werde mir Hexenjagd auf jeden Fall …