Über GEORG KATZER „An Louise" schrieb

Stefan Amzoll:

Georg Katzer (74) hat ein Lebewohl-Stück-auf Louise geschrieben. Die ganze Braunkohle-Industrie seid en Bach runter gegangen, wodurch hohe Arbeitslosigkeit und große Probleme für die Bevölkerung entstanden. Das hätte er zumindest im Hinterkopf gehabt, ohne seiner Musik einen „sozialkritischen Gestus" aufzubürden, sagt er.

Stattdessen komponierte Katzer einen „Maschinentanz". Angesiedelt zwischen Werken von Saint-Saens und Prokofjew stürmt das Orchester nicht gleich los. Voran stehen zunächst tastende Geräusche. Streicher weben Teppiche und pizzikieren (zupfen) darauf. Sforzati (sehr betonte Klänge) kommen von den Bläsern. Das Schlagzeug meldet sich häufiger. Ein rhythmisch-melodisches Modell pulsiert sodann. Bläser- und Streichersätze verdichten sich. Das Stück gerät Schritt für Schritt percussiver, problemreicher. Schlagzeugkaskaden passieren die Vorhöfe zu erwartender Aufgipfelung. Zeitweilig verhalten sich die Orchestergruppen so polymetrisch zueinander, dass man meint, ein Orchester musiziert in dem anderen. Letzter Ruhepunkt vor dem Ende ist eine in Intervallen weitgespannte Choralvariation - Piccolo und Tuba, eine einprägsame Referenz an Johann Sebastian Bach.

Den Maschinentanz vollendet ein martialischer Orchestertuttischlag. Evan Christ beherrschte mit seinem Klangkörper die Partitur souverän. Und das Cottbuser Publikum reagierte fast enthusiasmiert."

Märkische Oderzeitung 15.9.2009

 

Irene Constantin:

„Louise, die älteste Brikettfabrik Europas, ist in der Lausitz beheimatet und Katzer komponierte ihren letzten Arbeitstag. Mit Klingeln, Schnaufen und Verschnaufen, mit leisem Scheppern und Schrammen läuft die Maschine an, ständig in der Gefahr, wieder zu verstummen. Setzen die Flöten ein, hat sie es wohl geschafft und hinreichend Rhythmus gefunden, aber angespannt wartet man auf den Havarie-Alarm - genug Schlagwerk steht bereit. Schließlich aber spielen ihr die Blechbläser eine kleine Abschiedsfanfare. Aus und vorbei. Georg Katzer folgt mit diesem heiter-effektvollen Stück den Traditionen barocker Tonmalereien und der technikbegeisterten Musik vom Anfang des 20. Jahrhunderts. „An Louise" kann man nur mögen."

Lausitzer Rundschau 14.9.2009

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