Alcina

Oper in drei Akten von Georg Friedrich Händel
Unbekannter Librettist nach Ludovico Ariost
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln und deutschen Rezitativen

In einem Elysium, einem Reich der großen Glücksverheißung, regiert Alcina, eine faszinierend schöne, reiche und mächtige Frau. Die einen nennen sie Fürstin, andere gar Zauberin, so groß ist ihre Wirkung auf Männer. Zuletzt verfiel ihr der junge Ruggiero, dem aber auch sie in besitzergreifender Liebe verfallen ist. Ruggiero hat allen Willen und alle Erinnerung verloren. Auch seine Verlobte Bradamante, die ihn verzweifelt sucht, kennt er nicht mehr. Wenn Bradamante ihn nun findet, beginnt ein Befreiungskampf auf Leben und Tod, denn Alcina bringt jeden Eindringling, der sich ihr nicht unterwirft, mit tödlichem Zauber um.

Die Musik dieses 1735 in London uraufgeführten Spätwerkes gehört zum Schönsten, was Händel je komponiert hat. Sie erweist zugleich auch die große psychologische Meisterschaft dieses Giganten der oft verkannten Musikdramatik des Barock.

Die Inszenierung wird ermöglicht dank der freundlichen Unterstützung der Sparkasse Spree-Neiße, langjähriger Freund und Förderer des Staatstheaters Cottbus.

PREMIERE Samstag, 14. März 2015

Präsentiert von

Besetzung

Musikalische LeitungIvo Hentschel
RegieSam Brown
BühneSimon Holdsworth
KostümeIlona Karas
ChoreinstudierungChristian Georgi
ChoreographieRachel Lopez de la Nieta
DramaturgieKlaus-Edgar Wichmann
RegieassistenzAnnaLisa Canton
Musikalische AssistenzFrank Bernard, Christian Georgi, Bo-Kyoung Kim, André Cipowicz, Andreas Simon
 
Alcina, eine ZauberinLaila Salome Fischer
Ruggiero, ein RitterAlexander Geller
Morgana, Alcinas SchwesterDebra Stanley
Bradamante, Ruggieros Braut, verkleidet als ihr eigener Bruder RicciardoMarlene Lichtenberg, Kinga Dobay
Oberto, Sohn des Paladins Astolfo, auf der Suche nach seinem VaterJeannette Wernecke
Oronte, Heerführer Alcinas,
Geliebter Morganas
Matthias Bleidorn, Dirk Kleinke
Melisso, Bradamantes VertrauterIngo Witzke, Jörn E. Werner
 
Damen, Pagen, Dienerinnen, junge Ritter, Zauberwesen,
Geister der Unterwelt
Damen und Herren des Opernchores und des Ballettensembles
 
Es spielt das Philharmonische Orchester.

Rezensionen

Irene Constantin, Lausitzer Rundschau, 16.3.2015

„Seit Menschengedenken die erste Barockoper am Staatstheater Cottbus: Man kann die Produktion von Georg Friedrich Händels Zauberoper ‘Alcina‘ ein gelungenes Debüt nennen. Bühne, Theaterraum, Gesangstimmen, Orchesterklang in idealem Zusammenspiel – die Palme gebührt Ivo Hentschel am Pult des Philharmonischen Orchesters. […] Dirk Kleinke als Oronte, Empfangschef des ‘Elysium‘, kennt sich, man hört es an jedem einzelnen Ton, im Metier bestens aus. Dasselbe trifft auf den knabenhaften Oberto Jeanette Werneckes zu. Die Koloraturen liefen wie geschmiert. Die Barockoper kennt strenge Hierarchien. Etwas weiter oben tummelt sich Morgana, die fröhlich in sopranen Höhen zwitschernde Schwester der Chefin. So eine Partie kann nicht schiefgehen; Debra Stanley entzückte. Dass Marlene Lichtenberg die Kontraalt-Tiefen der Bradamante überhaupt mühelos erreichte, ließ aufhorchen. Mit welcher Souveränität und wohllautenden Klangfülle sie ihre Stimme in den Untergründen orgeln ließ, wertete ihre Rolle als langweiligen Gegenpart zur schillernden Alcina ungemein auf. Laila Salome Fischer ist jene glamouröse Primadonna, später von allen Geistern verlassene Alcina, der gleichwohl Händels ganze Liebe galt.“


Uwe Stiehler, Märkische Oderzeitung, 16.3.2015

„Wahnwitzig ist dieses Projekt, mutig, und es beweist einen Sinn für Trends. Das Staatstheater Cottbus hat mit einem englisch-deutschen Team Händels Oper ‘Alcina‘ auf die Bühne gebracht. Am Sonnabend war Premiere, die das Publikum beglückte. Der Applaus wollte und wollte nicht enden. […] Brown geht in Cottbus einen ganz anderen Weg [als Händel]. Er bietet den Zuschauern keine wilde barocke Lustbarkeit, sondern zwingt sein Publikum, den Figuren in die Seele zu schauen und modernisiert den Rahmen. […] Alcinas Reich ist nun keine Insel, sondern ein Luxuskaufhaus, das Alcina gehört und Elysium heißt. Simon Holdsworth hat dafür ein schillerndes Bühnenbild entworfen und Ilona Karas elegant-raffinierte Kostüme. Von moderner Stringenz ist auch die musikalische Leitung Ivo Hentschels, der in Cottbus als Erster Kapellmeister neu verpflichtet werden konnte.“


Maria Brigitte Hanke, KulturKlassik.de, 28.3.2015

„Am 14. März erlebte die, als ‚wohl schönste und anspruchsvollste Händeloper‘ bezeichnete ‚Alcina‘, ein Spätwerk des Großmeisters der Barockmusik, nach 280 Jahren ihrer Londoner Uraufführung, im Cottbuser Jugendstiltheater eine […] einfühlsam und brillant musizierte, sängerisch überzeugende, tänzerisch packende und von daher beeindruckende Erstaufführung unter dem Dirigat des neuverpflichteten Ivo Hentschel mit Leila Salome Fischer in der Titelrolle. […] Obwohl während der Premiere als indisponiert entschuldigt, hat der Tenor Alexander Geller, die für einen Kastraten oder Sopran angelegte Partie des Ruggiero mit beachtlicher Subtilität gemeistert. […] Dass es Ivo Hentschel erreicht, mit dem Orchester einen durchsichtigen Teppich sphärischer Klänge auszubreiten und dabei der Musik die Ruhe und Schönheit zu geben, die [Alcina] so erhaben macht, ist ein besonderes Plus der Cottbuser Aufführung. Das trifft auch auf die Choreographie zu. Wenn die acht Tänzer in ihren ausdrucksintensiven, synchronen Bewegungen die Dramatik der Musik optisch verstärken, stockt unwillkürlich der Atem.“


Orpheus, Manfred Zweck, Mai/Juni 2015

„Alle Achtung – damit hat nun wirklich niemand gerechnet, dass gerade Händels Alcina ein absoluter Punktgewinn für die Brandenburger sein wird. […] Ivo Hentschel war der musikalische Zulieferer, auf den man sich verlassen konnte. Als hätte das Philharmonische Orchester immer schon Händel als Repertoireschwerpunkt gespielt, so frisch, so souverän und doch schon originär erklang die Barockoper. Laila Salome Fischer in der Titelpartie bot einen Koloraturgesang erster Güte. Nuancenreich in den Legati, brillant in den Verzierungen, empathisch im Spiel. Der Bradamante von Marlene Lichtenberg war das perfekte Pendant, satt in der Tiefe mit ebenmäßigem Wohllaut und jener selbstverständlichen Gesangstechnik, die diese Künstlerin für ganz große Herausforderungen ausgezeichnet.“

Bildergalerie

Film

ALCINA – Georg Friedrich Händel

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Was war das für ein großartiger Abend! Ein bombastisches Bühnenbild, großartige Musik. Ein wunderbares Sängerensemble! Besonders hervorheben muss man allerdings die Titelheldin. Laila Salome Fischer hat mich schon als Konstanze …