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Don Carlos (Don Carlo)

Oper in vier Akten und einem Vorspiel von Giuseppe Verdi
nach dem Drama von Friedrich Schiller
Libretto von Josephe Méry und Camille du Locle
Italienischer Text von Antonio Ghislanzoni
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Spielfassung des Staatstheaters Cottbus

Um Frieden zwischen ihren Ländern zu stiften, sollen der Thronfolger Spaniens Don Carlos und die französische Prinzessin Elisabeth von Valois heiraten. Obwohl sich das Paar bereits kennen und lieben gelernt hat, erhebt König Philipp II. plötzlich selbst Anspruch auf die junge Braut. Der Thronfolger muss auf Einfluss und Mitsprache verzichten und seine Geliebte als Stiefmutter akzeptieren. Der Staatsräson gehorchend willigt auch Elisabeth ein. Das totalitäre Machtsystem fordert eine rücksichtslose Unterordnung privater Gefühle unter politische Interessen. Über allem und jedem schwebt zudem das Schwert der heiligen Inquisition, der letztlich selbst der König ausgeliefert ist. Natürlich haben alle Figuren ihre Wünsche, Träume und Visionen. Aber sie müssen sie verstecken. Carlos sehnt eine Liebesbeziehung zu Elisabeth herbei. Sein Freund Rodrigo, Marquis von Posa, unterstützt in geheimer Mission den Freiheitswillen des flandrischen Volkes. Und selbst der mit harter Hand regierende König wünscht sich im abgeschiedenen Raum menschliche Wärme. Im Spannungsfeld intimer Arien, großer dramatischer Ensembles und Chorszenen geht es für die Menschen um alles.

Das Staatstheater bringt DON CARLOS in einer Version zur Aufführung, die auf der fünfaktigen Pariser Urfassung des Komponisten gründet. Den ersten Akt – von dessen Handlungen in Schillers Vorlage nur berichtet wird – verknappt die Inszenierung zu einem kurzen Vorspiel.

PREMIERE Samstag, 16. April 2016

Präsentiert von

Besetzung

Musikalische LeitungEvan Alexis Christ
RegieMartin Schüler
BühneWalter Schütze
KostümeNicole Lorenz
ChoreinstudierungChristian Möbius
DramaturgieDr. Carola Böhnisch
Musikalische AssistenzFrank Bernard, Bo-Kyoung Kim, André Cipowicz, Andreas Simon
ChorassistenzChristian Georgi
RegieassistenzAnnaLisa Canton, Heidemarie Stärk
 
Philipp II., König von SpanienTilmann Rönnebeck
Don Carlos, Infant von SpanienJens Klaus Wilde
Rodrigo, Marquis von PosaAndreas Jäpel
GroßinquisitorJörn E. Werner, Ulrich Schneider
Elisabeth von ValoisStella Motina
Prinzessin Eboli, HofdameMarlene Lichtenberg
Ein MönchIngo Witzke
Tebaldo, Page ElisabethsDebra Stanley
Graf von LermaChristian Henneberg
Eine Sängerin (Die Stimme vom Himmel)Debra Stanley
 
Deputierte (5. Bild)Christian Henneberg, Heiko Walter, Matthias Bleidorn, Hardy Brachmann, Ingolf Czerny, Dirk Kleinke
Mönche (5. Bild)Ingo Witzke, Alexander Trauth, Thomas Pöschel, Jörn E. Werner
 
Volk, Höflinge, Mönche Damen und Herren des Opern- und Extrachores sowie der Statisterie
 
Es spielt das Philharmonische Orchester.

Rezensionen

Irene Constantin, Lausitzer Rundschau, 18.4.2016

„Ganz großes Theater auf der Cottbuser Opernbühne. […] Vielschichtige Figuren, eine differenzierte Behandlung des Orchesters, formale Kühnheit, eine Handlung, die große weltpolitische Ideen mit persönlichen Konflikten eng verzahnt, fesseln die Zuschauer – so lang der Abend auch sein mag. […] Das Bühnenbild von Walter Schütze: […] Schwarze Feierlichkeit, Klaustrophobie, Mauern, Treppen, keine Luft zum Atmen. […] Martin Schüler hat Verdis politikverquickte Liebesgeschichte […] als geradliniges, sauber gearbeitetes Opernspiel in edlen historischen Kostümen (Nicole Lorenz) inszeniert. Die Cottbuser Bearbeitung des Werkes stützt diese Genauigkeit, in jeder Sekunde versteht der Zuschauer, was warum vorgeht. […] Verdi komponierte psychologische Analysen. Trotzdem sorgt Evan Christ dafür, dass sich die Musik nie verselbstständigt. Präzise fängt er die Stimmungen jeder Szene auf und führt sie mit dem Orchester beredt aus. Tempi, Dynamik, Duktus gelangen großartig. Außerdem bewies Evan Christ sein Talent, die Sänger zu stützen und zu tragen. Zum Beispiel Jens Klaus Wilde. Er wagte sich mit großem Mut und summa summarum überzeugendem Ergebnis an die anspruchsvolle Partie des Titelhelden. […] Volk und Hofgesellschaft agieren in diesem Stück nicht gerade ruhmvoll, als Chor indes sorgen sie wieder einmal überzeugend für eine ganz eigene Klangfarbe. Lange und enthusiastisch gefeiert wurden alle, die an diesem großen Verdi-Abend beteiligt waren.“


Uwe Stiehler, Märkische Oderzeitung, 18.4.2016

„[…] Als habe Verdis Großinquisitor dem Volksverführer diese Worte ins Hirn gesungen, so gibt Jörn E. Werner mit durchdringend-erschütterndem Bass den dämonischen Kirchenmann in Schülers gewaltiger, zupackender Inszenierung. Sie ist angesichts des dicken Knäuels an Problemen, die da miteinander verstrickt sind, ein flotter Ritt. In Cottbus wird jene Geschichte um Liebe, Verrat, Treue, Glauben, Macht, Despotie und Freiheit in drei Stunden behandelt. […] Schüler hat auf die mystischen Szenen verzichtet, in denen der Geist Karls V. um Don Carlos herumspukt. Man bekommt es hier mit einer geerdeten, stringenten Version zu tun, die noch genauer als Schillers Original die komplizierte Konfliktlage herausarbeitet. […] Aber dann sieht man diesen harten, unbarmherzigen Mann (Philipp II., d. Red.) wie eine verletzte romantische Seele vor Schmerz zerfließen, als er dahinter kommt, dass Elisabeth ihn nie geliebt hat. Dieses Solo gehört zu den ganz großen Momenten dieser Aufführung, und mit ihm krönt Tilmann Rönnebeck seinen Part als König Philipp. Er hatte in Cottbus seine Karriere begonnen und gehört inzwischen zum Ensemble der Dresdener Semperoper. Philipps Frau (Elisabeth, d. Red.) wird gesungen von Stella Motina, die fest am Staatstheater in Hannover engagiert ist. Ihr Gesang und ihr Spiel offenbaren sehr schön, wie Elisabeth von Liebe und Selbstbeherrschung, von Mitgefühl und Staatsraison zerrissen ist. Das alles legt die Sopranistin hinreißend in ihre Stimme. Mit ähnlicher Feinfühligkeit interpretiert Marlene Lichtenberg das Abgründige, Intrigante, das Verliebte und Geläuterte der Prinzessin Eboli – eine für Mezzosopran äußerst knifflige und in Cottbus ebenfalls ergreifend gesungene Partie. Das hat das Publikum begeistert, aber berauscht war es von Andreas Jäpels Marquis von Posa, […] Jäpels Bariton glänzt wie ein schwarzes Licht in dieser bedrückenden Geschichte, in der nach dem Auslöschen von Vernunft, Liebe und Empathie der Fanatismus siegt. Die Bühne und ihre raffinierten Lichteffekte (Walter Schütze) spiegeln diese kalte Freudlosigkeit wider. Dieser ‚Don Carlos‘ ist sicher keine Wohlfühloper, aber unbedingt großes Musiktheater […]“


Matthias Käther, Kulturradio vom rbb, 18.4.2016

„[…] Cottbus entschied sich nicht für die Fassung letzter Hand, sondern spielte die düstere italienische Version von 1882 mit kleinen Einschüben aus der Pariser Fassung, die sich im Grunde auf ein gekürztes Liebesduett aus dem ersten Akt und eine kleine Szene beschränkten, in der gezeigt wird, wie Elisabeth und Eboli ihre Masken auf einem Fest tauschen. Sehr kluge Einschübe! […] zu meiner Verblüffung bekam ich einen säkularisierten Carlos zu sehen, mit fiesem Inquisitor (herrlich böse: Jörn E. Werner), aber ohne den tief religiösen alten König Karl, den Gegenentwurf zum zynischen Vernichtungssystem der katholischen Kirche. […] Ganz herausragend von Anfang bis Ende: Bariton Andreas Jäpel als Marquis Posa und Gaststar von der Semperoper Tilmann Rönnebeck als König Phillipp. Beide haben wirklich exzellenten und makellosen Verdi vorexerziert. […] ansehen sollte man ihn (Don Carlos, d. Red.) sich […], schon deshalb, weil da natürlich ein Evan Christ am Pult steht, ein echter Orchesterzauberer (mit einem dazugehörigen magischen Orchester). Und man sich zweitens an diesem langen Dreistundenabend – trotz oder grade wegen der etwas plakativen Interpretation der Oper – keine Sekunde langweilt.“


Klaus Billand, Der Neue Merker, 25.4.2016

„Man darf sich beim durchaus kleinen Staatstheater Cottbus, einem Mehrspartenhaus zumal, wundern, welch mutige und gute Opernproduktionen dieses Haus immer wieder auf die Beine stellt. […] Dennoch ist es Schüler unter der musikalischen Leitung des GMD Evan Christ und im Bühnenbild von Walter Schütze sowie den stets dazu passenden geschmackvollen Kostümen von Nicole Lorenz gelungen, den Konflikt zwischen absolutistischer Machtanmaßung und dem Recht auf persönliche Freiheit sowie jenen der Liebe von Elisabeth und Carlos eindrucksvoll und zeitweise mit bemerkenswerter Schärfe zu zeigen. Die große Szene im 6. Bild des 3. Aktes zwischen König Philipp II. und dem Großinquisitor ist in solcher Intensität und Aussagekraft wohl selten zu sehen und wurde zu einem Höhepunkt des Abends, wenn nicht dem Höhepunkt. Der in Cottbus gastierende und von der Semperoper kommende Tilmann Rönnebeck als Philipp II. und Jörn E. Werner als wahrlich greisenhaft und seine Blindheit klar dokumentierender sowie äußerst bedrohlich wirkender Großinquisitor zeigen hier Elemente eines bemerkenswerten darstellerischen Könnens. Auch stimmlich lassen beide nichts zu wünschen übrig. […] debütierte Lichtenberg in dieser anspruchsvollen Partie (Prinzessin Eboli, d. Red.) und machte daraus eine beeindruckende Rollenstudie der Hofintrigantin. Mit einem sowohl in der Tiefe wie bei den Spitzentönen bestens ansprechenden Mezzo verlieh sie der Eboli große Intensität und viel Charakter. Mit ihr bewies Lichtenberg einmal mehr, dass sie neben dem deutschen Fach mit Schwerpunkt Richard Wagner auch ebenso gut im italienischen Fach zu Hause ist. […] Die Deputierten und Mönche sangen ebenfalls gut, und die Damen und Herren des Opernchores und Extrachores überzeugten unter der Einstudierung von Christian Möbius durch kräftige Stimmen und eine gute Choreografie. GMD Evan Christ dirigierte einen packenden „Don Carlo“ mit dem bestens aufspielenden Philharmonischen Orchester des Staatstheaters Cottbus. […] auch die subtileren Passagen vermochte Christ mit seinen Musikern fein auszumusizieren, wobei er stets große Rücksicht auf die Sänger nahm. Großer Applaus und viele Bravi für alle Beteiligten. Cottbus kann einmal mehr stolz auf eine gute neue Opernproduktion sein. Wenigstens die Berliner Opernfans sollten mal hierher kommen.“

Bildergalerie

Film

DON CARLOS – Giuseppe Verdi

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Eine grandiose Aufführung am 25.11.2016 ("Don Carlos", Oper von Giuseppe Verdi - Anm. d. Redaktion) mit einem beeindruckendem Ensemble und einem wunderbaren klangvollen Orchester, für uns eine der eindrucksvollsten Inszenierungen, …