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Gräfin Mariza

Operette in drei Akten von Emmerich Kálmán
Text von Julius Brammer und Alfred Grünwald

Um sich vor aufdringlichen Heiratskandidaten und lästigen Mitgiftjägern zu schützen, erfindet die reiche Gräfin Mariza einen Verlobten namens Koloman Zsupán. Dabei fühlt sie sich auf der sicheren Seite, denn diese Figur aus der Operette „Der Zigeunerbaron“ wird wohl kaum ein lebendes Pendant aufweisen. Auf einem ihrer ungarischen Landgüter will sie nun mit vielen Gästen „Verlobung“ feiern – zum Erstaunen der Anwesenden allerdings ohne Bräutigam. Als dann jedoch plötzlich ein Mann dieses Namens – verwundert über sein angebliches Eheversprechen – leibhaftig auftaucht und seine Braut kennen lernen möchte, beginnen turbulente Verwirrungen und Verwicklungen.

Die steigern sich rasant, denn der junge, gerade neu eingestellte Verwalter des Gutes beansprucht die ungeteilte Aufmerksamkeit der Gräfin. Es ist der verarmte Graf Tassilo, der hier inkognito arbeitet, um die Ausbildung seiner Schwester Lisa zu finanzieren. Doch weder diese reizende Komtesse, die der aufkeimenden Liebe zwischen Verwalter und Gräfin ungewollt in die Quere zu kommen droht, noch Marizas feuriges Temperament oder ihr adliger Stolz verhindern letztlich, dass die Gräfin und Tassilo ein Paar werden. Und zum Schluss sorgt sogar noch Tassilos Erbtante für die pekuniäre Gleichstellung der Brautleute und ein Operetten-Happy-End.

PREMIERE Samstag, 25. Oktober 2014

Mit freundlicher Untestützung des Vereins der Freunde und Förderer des Staatstheaters Cottbus e. V.

Präsentiert von

Besetzung

Musikalische LeitungIvo Hentschel
RegieSteffen Piontek
Bühne und KostümeMike Hahne
ChoreographieWinfried Schneider
ChoreinstudierungChristian Möbius
DramaturgieDr. Carola Böhnisch
RegieassistenzAnnaLisa Canton
Einstudierung KinderchorNorienne Olberg
Musikalische AssistenzFrank Bernard, Christian Georgi, Bo-Kyoung Kim, André Cipowicz, Andreas Simon
ChorassistenzChristian Georgi
 
MarizaGesine Forberger
Fürst PopulescuMatthias Bleidorn
Graf Tassilo von Endrödy-WittemburgAlexander Geller
Lisa, Tassilos SchwesterDebra Stanley
Baron Kolomán ZsupánHardy Brachmann, Peter Koppelmann
Karl Stefan LiebenbergDirk Kleinke
Fürstin Božena, Tassilos TanteCarola Fischer
Penižek, ihr KammerdienerHeiko Walter
Tschekko, einer alter Diener MarizasPeter Hartmann
Berko, ein ZigeunerFlorian Mayer
Manja, eine junge ZigeunerinAnika Paulick, Katerina Fridland, Katharina Dittmar
 
Damen und Herren des Opernchores
Mitglieder des Kinder- und Jugendchores
Damen und Herren des Balletts
 
Es spielt das Philharmonische Orchester.

Rezensionen

Irene Constantin, Lausitzer Rundschau, 27.10.2014

„Mike Hahnes Ausstattung zu Emmerich Kálmáns ‚Gräfin Mariza‘ ist ein Augenschmaus – vom blank geputzten Kerzenleuchter über Tausende Lichter in der Rosentapete bis zu den allerputzigsten Kuschelschafen, die bei jedem Liebeslied wie von Zauberhand geschoben die Bühne bevölkern. Natürlich sind auch die Kostüme ein einziges Fest, allerfeinste Balkan-Bühnenfolklore trifft auf aristokratische Nachtklub-Eleganz der 20er-Jahre, sogar ein wenig Rokoko lässt sich sehen. Für die Tänzer gibt es zusätzlich ein paar ausgestopfte Pferdehintern und lustige Schafpelz-Jüpchen. Soweit zum Optischen; wer es revuemäßig-opulent mag, wird allerbestens bedient. Doch auch die enorm ungarisch-zigeunerisch schluchzenden, neumodisch swingenden, lachenden, weinenden und in allem wunderbar strahlenden Melodien bekommen, was ihnen gebührt. Die Sängerriege ist großartig. Gesine Forberger ist wie für die Titelrolle gemacht. Sie hat den großen Atem für die absolut anspruchsvolle Gesangspartie, das glitzernde Leuchten, die vokale Launigkeit – man vermisst nichts, genießt alles. Außerdem kann sie, was vielen Sängern schwerfällt, Dialoge sprechen und spielen. Gerade dabei war der Inhaber der zweiten Edelstimme dieses Abends weniger glücklich, Alexander Geller. Er ist der zwar unglückliche, aber tüchtige Gutsverwalter Belá Törek alias Graf Tassilo, standesstolzer, eleganter Frackträger. Wie wunderbar leicht seine Stimme trägt, höhensicher, wohllautend, nuanciert und sooo traurig seufzend, dass ihn nur noch der Zigeuner mit seiner Geige aussticht. Florian Mayer ist einfach famos […] Und um noch einen Glücksfaktor dieser Produktion aufzuzählen: Ivo Hentschel, neuer 1. Kapellmeister in Cottbus und offensichtlich ein Glücksgriff, spielte mit dem Philharmonischen Orchester so grandios süffig, so temposicher, klangsinnlich und pointenstark, dass es eine reine Freude war. Speziell die Gratwanderung zwischen Schmäh und Schmalz, Sentiment und Sentimentalität entschied er traumsicher zugunsten der Kunst. Bekanntlich ist es ja gerade das Leichte, was so schwer zu machen ist. […] Als vergnügliche Unterhaltung funktioniert diese ‚Gräfin Mariza‘ rundum perfekt.“


Matthias Käther, rbb-online, 26.10.2014

„Steffen Piontek inszeniert die Sehnsucht nach der Monarchie als parodistische Flucht nach vorn – Die ungarischen Nationalfarben rot-weiß-grün drängen sich grellbunt überall auf, Kutschen und Hocker haben die Form von Paprikas, Zigeuner sehen genau so aus, wie sie sich der junge Karl May in Schmökern wie ‚Waldröschen‘ vorgestellt hat. Und überall gibt es Schafattrappen als Symbol übergroßer Sehnsucht nach der Landidylle – Über den Türen, zum Draufsetzen oder drüberstolpern. […] Kálmáns Spagat zwischen fieberhafter Lustigkeit und abgrundtiefer Traurigkeit funktioniert nur dann, wenn man den Sound jener Tage trifft, den mondänen Touch der 20er Jahre wieder auferstehen lässt. Die Musik muss funkeln, darf nicht seifig werden. In dieser Hinsicht konnte man gestern in Cottbus in Klängen schwelgen. Das Philharmonische Orchester des Staatstheaters hat es wieder einmal geschafft, den Ton der Zeit glänzend zu treffen […] Sicher ist das auch das Verdienst des neuen jungen 1. Kapellmeisters Ivo Hentschel. Dessen drei große Qualitäten waren gestern Abend: Eleganz, Eleganz und vor allem Eleganz. Hut ab! […] Der am Staatstheater recht neue Tenor Alexander Geller machte eine gute Figur und war der schwierigen Partie des Tassilo gewachsen – Hits wie ‚Komm Zigan‘ oder ‚Grüß mir mein Wien‘ servierte er gradlinig, ohne den Schluchzer-Schmalz, den Jonas Kaufmann auf seiner neuen Operetten-CD so herauskehrt. Peter Koppelmann als ungarischer Baron Zsupan war eine ebenso gelungene Besetzung wie die quirlige Debra Stanley als Lisa. […] Steffen Piontek inszeniert das abwechslungsreiche Werk statisch – mit einem einzigen Bühnenbild, eine Mischung aus Landpavillion und Blumenwiese. Das gibt dem musikalisch recht uneinheitlichen Werk eine schöne optische Standfestigkeit. Die Inszenierung bleibt auch sonst konsequent in den 20ern – Kostüme und Interieur führen mit leiser Ironie in die bunte Traumwelt jener Zeit. Nicht immer muss solche Konsequenz funktionieren – hier passte sie bestens zum akkuraten Sound jener Ära […] Eine Kálmán-Inszenierung, die sich stark an die Intentionen des Stücks hält, seine Stärken herausstreicht und seine Schwächen gutmütig bespöttelt – das ist eine große Leistung!“


Frank Starke, Märkische Allgemeine Zeitung, 27.10.2014

„Einen Jux will sie sich machen, diese Gräfin, eine Verlobung feiern ohne den Zukünftigen. Denn den gibt es gar nicht. Das Fest soll eine Finte sein, um die Schar der Bewerber um die Hand der Gutbetuchten im Charlestonkleid auf eine falsche Fährte zu locken. Sogar inseriert hat sie das Event, samt einem Namen für den Auserwählten. Und plötzlich steht er tatsächlich da, dieser Baron Zsupan, mit einem großen Auftritt. Passend zum poetisch-ironischen Ton der Inszenierung von Steffen Piontek am Cottbuser Staatstheater entsteigt er einer Riesenpaprika. Auf dass die Verwicklungen ihren Lauf nehmen. Denn – man ahnt es – es wird vor allem etwas passieren zwischen der reizenden Gräfin und dem smarten Verwalter, der viel mehr ist, als er scheint. Und dann taucht auch noch dessen Schwester auf . . . Piontek und sein Ausstatter Mike Hahne verlassen sich nicht allein auf die Musik und ihre Ohrwürmer, diesem ‚Einmal möchte ich wieder tanzen‘ und ‚Komm mit nach Varasdin, so lange noch die Rosen blühn‘. Sie nehmen den Text beim Wort. Die Rosen blühen die ganze Zeit rund um die Drehbühne. Und wenn es dann endlich zu diesem Flirren zwischen ihm und ihr kommt, dann leuchten sie sogar. Auch der in ‚Komm Zigany‘ angesungene Puszta-Geiger ist die ganze Zeit dabei, samt possierlichen Einsprengseln vom Landleben mit putzigen Schafs Attrappen und Steckenpferdreitern. […] Natürlich steht und fällt ein solcher Abend letztlich doch mit der Musik. Das Orchester des Hauses ist bestens aufgelegt, es wird vom neuen 1. Kapellmeister Ivo Hentschel sicher durch die Klangwelten zwischen Salonmusik und Wiener Klassik geführt. In der Titelrolle zeigt Gesine Forberger, die ansonsten in der großen Oper bei Mozart, Wagner und Strauss zu Hause ist, dass sie auch ein Gespür für das Leichtere hat, und ihr Partner Alexander Geller ist ein Verwalter ganz ohne Tenor-allüren. Aber auch in den kleineren Rollen erlebt man eine erstaunliche Präsenz, so bei Florian Mayer als Puszta-Geiger und Carola Fischer als alter Fürstin. Am Ende bleibt es dem Uralt-Diener Tschekko (Peter Hartmann), das Spiel zu beenden. Ehe es im Saal zu regelrechten Beifallsstürmen kommt.“


Matthias Käther, rbb-Inforadio, 27.10.2014

„Sehr ungarisch ging es am Staatstheater zu, feurig wie Paprika trumpfen die Musiker auf, und auch die Inszenierung von Steffen Piontek gibt sich so, als befänden wir uns nicht in der Lausitz, sondern in Budapest. […] Piontek begibt sich in die Flucht nach vorn, inszeniert das Stück als Operettenwelt mit Augenzwinkern, übertreibt da frech, wo andere zurückhaltend zu umschiffen versuchen. Der Balanceakt gelingt, denn die Musik Kálmáns funktioniert in diesem Rahmen ausgezeichnet. Denn Kálmán verstand sich nicht nur als Ungar, er war auch verwurzelt mit jüdischen und Wiener Traditionen, seine Musik brachte schon vor Franz Lehar eine große Wehmut mit, zeigte Brüche im heilen Operetten-Gefüge auf […] Dass diese Schmonzette nicht ins Kitschige abgleitet, verhindert eigentlich schon Kálmáns noble Musik. Doch wie oft wurden diese Stücke schon ins unsäglich Sentimentale verzerrt und als Puccini für Arme serviert. Dass diesmal alles in bester Balance bleibt, liegt nicht nur an der leise ironischen Inszenierung, die das Werk in den Stärken ernst nimmt und den Schwächen ohne Häme bespöttelt. Die große Attraktion des Abends aber ist das Philharmonische Orchester. Dirigent Ivo Hentschel lässt mit köstlichen Tempi und glasklarer Intonation den glanzvollen Klang der 1920er Jahre wieder auferstehen.“


Jürgen Heinrich, Der Märkische Bote, 1./2.11.2014

„Die Herzen liegen ihr schon zu Füßen, dieser landlustigen Gräfin – eine so innig, rein und einnehmend singende, dazu noch dominant spielende Gesine Forberger. Die Herzen der Herren im Stück und die des Publikums auch. Da bekommt sie im 3. Akt gar noch Beifall allein für ihr Erscheinen in der linken Tür. Oder nein: Der Beifall gilt ihrem unirdisch goldenen Kleid. Ein höchst seltenes Ereignis an seriösen Bühnen, dass eine Garderobe mit Auftrittsbeifall bejubelt wird. Die Ausstattung hatte hier Mike Hahne, und auf die vor allem schien es auch Regisseur Steffen Piontek anzukommen. Da sortieren sich feierlich ganze Rosenregimenter vom Schnürboden herab, dann sind es dicke rote Herzen (oder Paprikaschoten?), die den Gefühlen pralle Backen geben, und alleweil wenn’s rührend wird, rollen dämlich dreinblickende Wollschafe, teils als Sofa nutzbar, in die Szene. […] Ivo Hentschel als neuer musikalischer Leiter versteht sich aufs ungarische Temperament und all die Schmeicheleien. Zudem reißt ein spektakulärer Zigeunergeiger (Florian Mayer, nicht aus der Puszta, sondern aus Sachsen) die Herzen auf mit seinem unglaublichen Bogen. […] Und auch die Damen und Herren des Chors (einstudiert von Christian Möbius) vergessen neben makellosem Gesang nie, dass sie ständig den Schampus zu trinken oder zu verträufeln haben. Die ‚Mariza‘ macht viel Spaß. Jubelnder Beifall wogte.“

Bildergalerie

Film

GRÄFIN MARIZA - Emmerich Kálmán

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Es war eine der schönsten Aufführungen im Theater Cottbus, eine tolle Leistung vom gesamten Team.