Sechse kommen durch die Welt

Oper für Kinder in fünf Bildern von Wolfgang Hocke
Libretto von Jo Fabian nach dem Märchen der Brüder Grimm
Geeignet für Kinder ab 6 Jahren

Ein Soldat wird nach einem Krieg aus der Armee entlassen, bekommt für seine Dienste aber einen viel zu geringen Lohn. Das macht ihn wütend: „Wart’‚ das lass ich mir nicht gefallen: Finde ich die rechten Leute, so soll mir der König noch die Schätze des ganzen Landes heraus geben.“ Mit Hilfe einer Fidel findet er die Freunde, die er sucht. Zuerst den Starken, der einen riesigen Felsbrocken durch den ganzen Wald schleudern kann. Dann den Jäger, der weiter schießt, als das Auge sehen kann. Als nächsten den Bläser, der mit seinem Atem Windmühlen antreibt. Ein Läufer, der so schnell rennt wie kein anderer, und ein sechster, der grimmigen Frost erzeugen kann, komplettieren das Team. Als sie erfahren, dass die Prinzessin jenen heiraten will, der sie im Wettlauf besiegt, erkennen die Sechs sofort ihre Chance. Doch das Risiko ist groß, denn die Königstochter ist eine äußerst gute Läuferin. Und wer verliert, muss sterben.

Beim Wettlauf geht es darum, mit einem Krug aus einem Brunnen Wasser zu holen. Der Läufer tritt an und ist so schnell, dass er auf dem Rückweg eine Pause macht und dabei einschläft. Die Prinzessin ist noch auf dem Hinweg, leert den Krug des Läufers in den ihren und rennt zurück. Das sieht der Jäger und schießt einen Tannenzapfen vom Baum, unter dem der Läufer schläft. Der wacht auf, füllt seinen Krug neu und kommt noch vor der Prinzessin ins Ziel. Doch König und Prinzessin sind unfair und hinterlistig. Sie laden die Freunde zum Essen ein, schließen die Tür ab und lassen Feuer legen. Der Frost bewahrt die Freunde vor dem Verbrennen. Nun verlangt die Prinzessin, dass die Sechse drei Rätsel lösen. Dabei helfen die Kinder im Publikum mit, und so ist es auch ihr Verdienst, wenn der böse König besiegt werden kann. Ob allerdings der Soldat am Ende die Prinzessin noch in die Arme schließen will – wer weiß …

PREMIERE Freitag, 28. November 2014

Präsentiert von
 

 
   

Besetzung

Musikalische Leitung & ChoreinstudierungChristian Möbius
RegieHauke Tesch
BühneHans-Holger Schmidt
KostümeNicole Lorenz
DramaturgieBernhard Lenort
Musikalische AssistenzFrank Bernard, Bo-Kyoung Kim, Andreas Simon, André Cipowicz
RegieassistenzMartin Eitner
 
SoldatChristian Henneberg
StarkerIngo Witzke
JägerDirk Kleinke
LäuferAlexander Geller, Matthias Bleidorn
BläserKatharina Dittmar
FrostAnika Paulick
AlteCarola Fischer
PrinzessinKaterina Fridland
KönigHans-Arthur Falkenrath, Heiko Walter
AusruferIngolf Czerny
Gaukler (König)Thorsten Coers, Hans Anacker
Gaukler (Prinz)Ralf Schlotthauer, Kai Marco Salewsky
Gaukler (Prinzessin)Meike Funken, Anna Maria Kalka
 
Wachen/Diener des Königs Herren des Opernchores
Marktvolk Damen und Herren des Opernchores
 
Es spielt das Philharmonische Orchester.

Rezensionen

Irene Constantin, Lausitzer Rundschau, 29.11.2014

„Zur Premiere wimmelte es von Kindern – und die hatten einiges zu tun. Im ersten Akt mussten sie ein mehrstrophiges Lied lernen, im zweiten diverse Rätsel raten. Letzteres zumindest war kein Problem, wie man an der ohrenbetäubenden Lautstärke feststellen konnte, mit der die Lösungen auf die Bühne gerufen wurden. Ein echtes Vergnügen für die Kleinen […] Er [Hauke Tesch] bewies die unschätzbare Fähigkeit, diese Sechser-Abenteuer-Weltfahrt auf der Suche nach Gerechtigkeit auf eine unbeschwerte Weise ernst zu nehmen […] Christian Möbius hatte die schwierige Aufgabe, mitten im freudigen Getöse der Kinder im Saal und der turbulenten Aktionen auf der Bühne den Überblick zu bewahren und den Takt zu halten. Er dirigierte präzise klangbewusst und fand sympathisch muntere Tempi. Besonders komisch gelangen die unterschiedlichen Geschwindigkeiten bei der Anfeuerung der Wettläufer. Man sollte an dieser Stelle die Ohren spitzen. Die Welt, durch die die Sechse kommen, hat Hans-Holger Schmidt ganz wunderlieblich aufgemalt – vielleicht als Gruß an den Komponisten in der Tradition der berühmten historischen Meininger Bühnenbilder […] In der Hauptrolle des Soldaten stand der junge Christoph Bier als Neuer im Cottbuser Ensemble zum ersten Mal auf der Bühne. Ein spieltalentierter beweglicher Sänger mit geschmeidig ausgeglichener Stimme. Man darf auf ihn gespannt sein. Alle Sechs samt der guten Fee wurden von den Kindern bejubelt […] Wie gut, dass die kindlichen Premierenbesucher den Ruf ‚da capo‘ nicht kannten; ihrer Forderung nach ‚Zugabe! Zugabe!‘ musste jedoch entsprochen werden.“


Jürgen Heinrich, Der Märkische Bote, 6./7.12.2014

„Große Oper für kleine Kinder […] Und natürlich spielten sie in der Premiere begeistert mit und am Ende der fünf Bilder skandierte die Meute eindringlich ‚Zugabe!‘. […] Ende gut, alles gut. Ein immer verständliches Moralstück wird vor rund laufender Landschaft erzählt. Christoph Bier gewinnt als Purzelbaum schlagender Soldat die Sympathie, ebenso der Starke Ingo Witzke, Dirk Kleinke als extrem scharfsichtiger Jäger und auch alle anderen doch irgendwie körperlich Benachteiligten, die jeweils eine höchst vorteilhafte Eigenart ins Team einbringen […] Da gibt es keinen Moment Langeweile und ganz gewiss Neugier auf das Genre Oper, das hier seine Welt aus Chören, Arien und Duetten offenbart.“ 


Jens Pittasch, Blicklicht, Januar 2015

„Jubeln, Jauchzen, Klatschen – größte Freude, größtes Vergnügen – ein Theater voller Kinder aus dem Häuschen, die eine Zugabe einfordern und bekommen – so endet die Premiere ‚Sechse kommen durch die Welt‘. Doch ihren Anfang nimmt diese Stimmung bereits nach wenigen Minuten, da soll zum ersten Mal mitgesungen werden: ‚Zweie kommen durch die Welt‘,– kurzes Zögern bei den überwiegend sehr jungen Zuschauern – dann haben sie sie. Und da aus Zweien, Drei, Viere – und so weiter werden, findet das Lied einige Fortsetzungen und springt der Funke auch zum Letzten über. Als die Kinder den Sechsen auf der Bühne dann auch noch gegen den hinterlistig-bösen König und seine wirklich missratene Tochter helfen können, ist kein Halten mehr. Die Kinder springen auf und rufen Lösungen auf Rätsel, kaum dass die erste Hälfte der Fragen gestellt wurde. Und all das passiert in einer Oper. Einer richtigen Oper. Aus dem Orchestergraben ertönen Instrumente, die nicht wenige Kinder noch nie gesehen haben, auf der Bühne agieren Opernsänger und Opernchor in wunderbaren Kostümen und gelungener Kulisse – ein Übriges tut das Ambiente des Großen Hauses, um das Staunen und das Erlebnis perfekt zu machen. Wundervoll, dass jede einzelne Leistung jedes Mitwirkenden nicht nur in dieses Bild passt, sondern es individuell gestaltet und immer, immer wieder betont. Da ist ganz zu Beginn die Freude über tolle Sprachverständlichkeit der Hauptfigur, des Soldaten – was für ein Einstand für Christoph Bier in seiner ersten Rolle […] Eine extra Anmerkung verdient Katerina Fridland. Es ist ihre erste wirkliche Bewährung als singende Darstellerin im neuen Engagement – und sie macht das so toll, dass sie sich am Ende wütendste Buhhs und Bähhs der Kinder einfängt. Katerina Fridland kann derart aufdrehen, singt, schneidet Grimassen, ist beleidigte Leberwurst und überhebliche Prinzessin – baut die Reaktionen der kleinen Gäste ein – es ist eine Freude, und auch sie fühlt sich dabei offenbar pudelwohl […] Wer Kinder ab sechs hat und dieses bis ins Detail liebevoll ausgestattete (Hans-Holger Schmidt, Nicole Lorenz), inszenierte (Hauke Tesch) und gesungen-gespielte Stück verpasst, ist selber schuld.“

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