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Tosca

Oper in drei Akten von Giacomo Puccini
Libretto von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica nach Victorien Sardou
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln 

Die Sängerin Tosca und der Maler Cavaradossi haben sich gut im Kunstgeschäft etabliert. Über fehlende Rollenangebote, Auftragswerke oder Konzerttermine können sich die beiden nicht beklagen. Der Traum vom gemeinsamen Häuschen im Grünen rückt in greifbare Nähe. Da passiert etwas Unvorstellbares: Cavaradossi wird beschuldigt, Fluchthelfer eines politischen Sträflings zu sein. Der Polizeichef Scarpia schlägt zu. Er inhaftiert den Maler und versucht, ein Geständnis durch Folter zu erzwingen. Fassungslos über so viel Brutalität will Tosca ihren Geliebten retten. Dabei gerät sie immer tiefer in eine Intrige, die sie gnadenlos der Macht des Polizeichefs Scarpia ausliefert.

TOSCA, Puccinis wohl härtestes Werk, verbindet in einem dicht gearbeiteten Handlungsbogen effektvoll Leidenschaft, Eifersucht und Mord und ist Historienstück, Liebesgeschichte und Psychothriller in einem. Die erfolgreiche Sängerin Floria Tosca gerät im Rom des Jahres 1800 zwischen die politischen Fronten von Republikanern und Royalisten. Als sie sich mutig der Macht des Überwachungsstaates entgegenstellt, brechen in das abgeschirmte Leben ihrer Kunstwelt unvermittelt die politischen Kämpfe ihrer Zeit.

Für die Titelpartie konnte Soojin Moon gewonnen werden. Die in Seoul geborene charismatische Sopranistin mit großer stimmlicher Strahlkraft und Flexibilität gastierte bereits an Opernhäusern in Italien, Frankreich, Österreich, den Vereinigten Staaten sowie an zahlreichen Theatern in Deutschland. Als Tosca debütierte sie 2014 am Theater Bielefeld. 

PREMIERE Sonntag, 31. Mai 2015

Präsentiert von

Besetzung

Musikalische LeitungEvan Christ
RegieMartin Schüler
Bühne und KostümeWalter Schütze
ChoreinstudierungChristian Möbius
Einstudierung KinderchorNorienne Olberg
DramaturgieDr. Carola Böhnisch
RegieassistenzAnnaLisa Canton
Musikalische AssistenzFrank Bernard, Christian Georgi, Bo-Kyoung Kim, André Cipowicz, Andreas Simon
ChorassistenzChristian Georgi
 
Floria ToscaSoojin Moon
Mario CavaradossiJens Klaus Wilde
Baron ScarpiaAndreas Jäpel
Cesare AngelottiIngo Witzke
Der MesnerUlrich Schneider
SpolettaDirk Kleinke
SciarroneChristian Henneberg
Ein HirtenknabeAnna Maria Kalka
Ein SchließerThomas Pöschel
 
Soldaten, Volk, Messdiener Damen und Herren des Opernchores
Chorschüler, Kapellsänger Damen und Herren des Extrachores, Mitglieder des Kinder- und Jugendchores
 
Es spielt das Philharmonische Orchester.

Rezensionen

Der Tagesspiegel, 5.6.2015, Frederik Hanssen

„Martin Schüler kommt aus der Schule des realistischen Musiktheaters. Und er hat sein Handwerk in über 100 Inszenierungen bis zu einem Grad verfeinert, der es ihm erlaubt, das Duett zwischen Tosca und Cavaradossi im ersten Akt absolut gefühlsgenau umzusetzen […]. Allein für diese Liebesszene lohnt sich die Reise in die Lausitz – denn Soojin Moon und Jens Klaus Wilke geben sich leidenschaftlich dem szenischen Paartanz hin. […] Soojin Moon, einzige Gastsängerin in einem eingespielten Ensemble, liefert sich rückhaltlos den Extrememotionen der Titelheldin aus, scheut auch nicht vor Schreien der Verzweiflung zurück, um dann in der ‚Vissi d’arte‘-Arie inniglich ihre Mission als Schöpferin herzerhebender Schönheit zu beschwören. Jens Klaus Wilde, am Haus fürs Heroische zuständig, kann da mithalten, liefert mit tenoralem Schmelz und pathetischen Schluchzern vollgültige Italianità. […] Es geht wahrlich um Leben und Tod an diesem Abend. Hier ist Musiktheater zu erleben, das aufs Herz zielt und sich gerade darum auch im Hirn festsetzt. Möglich wird das natürlich nur, weil Generalmusikdirektor Evan Christ ästhetisch hier vollkommen auf einer Linie mit Martin Schüler liegt. […] Farbsatt und betörend musiziert das Philharmonische Orchester des Staatstheaters, effektsicher zelebriert Christ die lyrischen Momente, mit Spaß am Zuckerguss-Geklingel des Konditormeisters Puccini, schwelgerisch breit in den Tempi, doch ohne Spannung zu verlieren. Wenn die Handlung ins Dramatische kippt, herrscht auch im Orchestergraben sofort Thriller-Atmosphäre, hochpulsig, scharf, packend. Adrenalin für die Ohren.“


MOZ, Uwe Stiehler, 1.6.2015

„Andreas Jäpel gibt diesen Baron als aristokratischen Dämon, der galant sein kann, der Tosca umflirtet, während er Cavaradossi im Nebenzimmer foltern lässt, der sie psychisch quält und ihren Zorn reizt, weil ihn das so richtig heißmacht - bis Tosca ihn aus Angst und Wut erdolcht. Jäpel ist ein wunderbares Scheusal, eben nicht nur abgrundtief böse und pervers, sondern irgendwie auch verstört in seinen Begierden, vielleicht sogar verliebt. Und er singt diese Partie durchdringend und einfach brillant. Jäpels Bariton, der Sopran von Soojin Moon und das feinsinnige Dirigat von Evan Christ machen diese Tosca vielleicht zur besten Opernaufführung, die momentan in Cottbus zu sehen ist. Sie greift tief ins Gefühl, erschüttert und erhebt. Ein Gedicht allein, wie Christ und sein Orchester zu Beginn des dritten Aktes den Sonnenaufgang zelebrieren, als sei er eine akustische Zerbrechlichkeit.“


rbb Kulturradio, Matthias Käther, 1.6.2015

„Man erlebte den Suspense des Werkes, ohne mit Plakativem geschockt zu werden, und das sowohl musikalisch wie inszenatorisch. Sehr beglückend, wie sich Schülers zurückhaltender Stil auch in Evan Christs musikalischer Umsetzung wiederfand (oder umgekehrt, je nach Blickrichtung). Zu sehen waren kleine, aber gewichtige Gesten an engen, aber irritierend schönen Schauplätzen. Zu hören waren keine grellen Tonfarben, keine im Kitsch ersaufenden Liebes- und Freiheitsschwüre, sondern ein eher zartes, mitunter sogar kammermusikalisches Gespinst von Erinnerungs- und Leitmotiven. Kein Geschrei der Sänger, sondern eher dumpfes Schachern um Gefühle. Das hat mich überzeugt.“


Lausitzer Rundschau, Irene Constantin, 2.6.2015

„Intim und zärtlich, jubelnd triumphal, trotzig verzweifelt, brutal und infam, immer befindet man sich in einer emotional eindeutigen Situation. Das arbeitet Evan Christ sehr genau heraus. Dabei bleibt er selbst im Überschwang der Gefühle kammermusikalisch, lässt das kunstvolle Geflecht von Leit- und Erkennungsmotiven stets plastisch hervortreten. […] Streckenweise behandelt er auch die Sängerstimmen fast orchestral, bettet sie in die harmonische Struktur des Orchesterklangs förmlich ein. Dies kommt besonders Jens-Klaus Wilde zugute. […] Wilde berührt über lange Strecken durch seine ungemein wohlklingenden sottovoce (unter der Stimme) gesungenen Töne. […] An der Titelfigur vollbrachte Martin Schüler die bemerkenswerteste Regie-Arbeit. Meist unerträglich dümmlich wirkend, bekam Toscas Eifersucht im ersten Akt eine fast kindliche Verspieltheit. […] Die stimmstarke, souveräne Soojin Moon sang es [das Glanzstück ‚Vissi d'arte‘] wie einen irrationalen Glückstraum in höchster Bedrängnis. Wie so oft war der Böse der Beste. Andreas Jäpel verfügt über einen splendiden Bariton, der wahlweise samtig zart oder elastisch und hart zupacken kann. Als Scarpia konnte er beide Varianten wunderbar vorführen. […] Großartig. Und noch ein vierter, unsichtbarer Solist verdient höchstes Lob: der Soloklarinettist im Orchester. So schön, so sanft verschwebend, hörte man das große Klarinettensolo am Beginn des 3. Aktes wahrlich selten. […] Bravo-Rufe und viel Beifall für alle.“

Bildergalerie

Film

TOSCA – Giacomo Puccini

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Meinungen

Am 26.12.2015 waren Jens Klaus Wilde und "seine" Tosca sowie das Orchester unter GMD Christ nicht zu übertreffen. Die Aufführung war im Wortsinn beseelt; Puccini muss anwesend gewesen sein …