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Turandot

Oper von Giacomo Puccini
Libretto von Giuseppe Adami und Renato Simoni
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Um ihre Selbstständigkeit zu bewahren hat Turandot, die einzige Tochter des chinesischen Kaisers Altoum, einen Eid abgelegt: Sie will nur den Prinzen heiraten, der in der Lage ist, drei Rätsel zu lösen, die sie ihm stellt. Gelingt ihm das nicht – wovon Turandot ausgeht –, bezahlt er diesen Schritt mit seinem Leben, wie bereits 26 königliche Bewerber zuvor.

Doch seit geraumer Zeit formiert sich in der Regierungsebene geheimer Widerstand gegen die mächtige Frau an der Spitze des Landes, die durch ihre Heiratsverweigerung die Zukunft der Dynastie in Frage stellt. Die Minister Ping, Pang und Pong sehnen die „guten alten Zeiten“ zurück, in denen ein starker Mann unblutig das Land führte. Als erneut ein Prinz das lebensgefährliche Rätselrisiko eingeht, glauben sie, ihren Kandidaten für den kaiserlichen Thron gefunden zu haben und beginnen eine subversive Aktion.

Puccinis kompositorisches Erkennungsmerkmal, die schwelgerische, von üppigen Streicherklängen und Orchesterfarben unterlegte Melodie, ist in TURANDOT ebenso gegenwärtig wie die Auseinandersetzung mit der musikalischen Moderne eines Debussy oder Strawinsky – steht das Werk doch auch an der Zeitenwende zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Nach Puccinis Tod komplettierte der Komponist Franco Alfano das Opernfragment mit einer eigenen Schlussversion. In der Titelpartie ist die Sopranistin Soojin Moon zu erleben, die bereits in Puccinis Oper „Tosca“ das Publikum begeisterte.

PREMIERE Sonntag, 30. April 2017

Präsentiert von

Besetzung

Musikalische LeitungEvan Alexis Christ
RegieMartin Schüler
BühneWalter Schütze
KostümeNicole Lorenz
ChoreinstudierungChristian Möbius
DramaturgieDr. Carola Böhnisch
Musikalische AssistenzFrank Bernard, Bo-Kyoung Kim, Ioanna Ismyridi, Andreas Simon
ChorassistenzChristian Georgi
KinderchoreinstudierungNorienne Olberg
RegieassistenzAnnaLisa Canton
 
TurandotSoojin Moon
AltoumMatthias Bleidorn, Max Ruda
TimurUlrich Schneider, Ingo Witzke
CalafJens Klaus Wilde, Martin Shalita
LiuDebra Stanley
PingHeiko Walter, Christian Henneberg
PangHardy Brachmann
PongDirk Kleinke
MandarinAndreas Jäpel, Nils Stäfe
 
Mit den Damen und Herren des Opernchores, den Damen und Herren des Extrachores, dem Kinder- und Jugendchor des Staatstheaters Cottbus und weiteren Chorsolisten.
 
Es spielt das Philharmonische Orchester.

Rezensionen

Dieter David Scholz, O-Ton, 2.5.2017

„Schüler inszeniert sein Konzept folgerichtig auf schmalem Grat zwischen Klischee und großem Theater, Tradition und Moderne, Banalität und Überwältigung. Auf der Bühne vermischen sich denn auch chinesische Drachen und moderne Kanzleistubenatmosphäre in den Ministerszenen, altchinesische Lampionromantik und faschistisches Propaganda-Pathos. Zusammengehalten wird das Heterogene durch eine sinnige moderne Tribüne, die auf der Drehbühne als Scharnier der Kontraste fungiert. […] Das wahre und ungetrübte Glück dieser Neuproduktion kommt aus dem Orchestergraben. GMD Evan Christ und dem brillianten Philharmonischen Orchester des Staatstheaters Cottbus gelingt es, den nicht eben leicht zu bewältigenden Spagat zwischen belkantischer Spätromantik und schroffer Moderne, exotischen Anklängen und Verismorückgriffen als agressiv-archaisierende wie einlullende Überrumpelungs-Musik vorzuführen. […] Die koreanische Sopranistin Soojin Moon ist physiognomisch wie stimmlich eine imposante Turandot, die mühelos über die geforderten Trompetentöne der Partie verfügt, aber auch über unerwartete veristische Leidenschaft. Durschlagend im Metall des Stimmklangs, in sicherer Höhe wie in Attacke der Tonbildung ist auch der junge, amerikanische Tenor Martin Shalita. Debra Stanley singt eine bezaubernd zarte Liù. Mit Spiel und Stimme überzeugen auch Heiko Walter als Ping, Hardy Brachmann als Pang und Dirk Kleinke als Pong. Geradezu anrührend ist das dienstälteste Faktotum des Theaters, der ehemalige Spieltenor Max Ruda, der im goldenen Drachenthron vom Bühnenhimmel herabschwebt wie ein Deus ex machina und mit brüchiger Stimme das kommende Menetekel prophezeit. Zum stürmisch gefeierten Publikumserfolg der Aufführung hat nicht unwesentlich der von Christian Möbius sorgfältig einstudierte, kräftig aufgestockte Opernchor des Hauses beigetragen."


Irene Constantin, Lausitzer Rundschau, 2.5.2017

„Der Weg […] über die ersten beiden Akte des Werkes steckt voller Opernopulenz und Witz. Für die Opulenz sind in erster Linie die grandiosen Chöre zuständig; das Staatstheater bot alles auf, was in und um Cottbus singen kann. Die Sänger konnten große ungemein eindrucksvolle Tableaus gestalten und die Kinderchöre wirkten schier engelsgleich. […] Für den Witz der Inszenierung stehen die Minister Ping, Pang und Pong. […] [B]ei Schüler verüben sie als bequeme Oberbürokraten im stillen Kämmerlein einen veritablen Staatsstreich. Großer Abend auf Cottbuser Bühne!"


Matthias Käther, kulturradio vom rbb, 2.5.2017

„[D]ie Geschichte von einer frigiden Prinzessin, die sich ihre Freier vom Hals schafft, indem sie ihnen drei fast unlösbare Rätsel stellt und im Falle des Versagens hinrichten lässt - das ist ein  bissiger uralter Spaß des venezianischen Dramatikers Carlo Gozzi. Das große Verdienst des Regisseurs Martin Schülers war, den satirischen Geist Gozzis hier endlich einmal wieder herausgearbeitet zu haben. Er inszeniert das Ganze als eine Mischung aus Offenbachiade und Lubitsch-Swewball... […] Was die orchestrale Seite angeht, war der Abend eine große Erfahrung: wirklich mal Musik des 20. Jahrhunderts, schillernd, lockend und doch immer etwas widerborstig."


Boris Gruhl, Dresdner Neueste Nachrichten, 16.5.2017

„Vor allem kraftvoll und rampengerecht, höhensicher und beeindruckend singen die Sopranistin Soojin Moon die anspruchsvolle Partie der Turandot und der Tenor Martin Shalita die nicht minder fordernde des unbekannten Prinzen. Es ist nicht die Kraft, aber die Sensibilität der Berührung des über 80-jährigen Tenors Max Ruda als greiser Kaiser, die zum besonderen Erlebnis dieser Aufführung wird. Debra Stanley als Liù verfügt über die lyrischen Ansprüche ihrer Partie. Mit Ausflügen in die Gefilde der Commedia dell’arte überzeugen Heiko Walter, Hardy Brachmann und Dirk Kleine als Ministertrio Ping, Pang und Pong. Andreas Jäpel ist der bestechliche Mandarin, Ulrich Schneider der entthronte Tatarenkönig Timur. Die Mitglieder des Opernchores mit denen des Extra-, Kinder- und Jugendchores sowie weiterer Gäste in der Einstudierung von Christian Möbius überzeugen zwar in überwältigenden Klangkaskaden, mehr aber noch in den zarten, feinsinnigen Passagen von hoher Qualität des Pianogesanges."

Bildergalerie

Film

TURANDOT – Giacomo Puccini

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Turandot am 8. Oktober 2017: Evan Christ und Martin Schüler entzuckern die Puccini-Oper und verstärken dadurch erheblich ihren Geschmack. Jedes Musik- und jedes Regiedetail sitzt passgenau. Turandot (Soojin Moon) und …