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Wozzeck

Oper in drei Akten von Alban Berg nach Georg Büchner 

Wozzecks Welt ist fragil; mühsam schlägt er sich durchs Leben. Er verdingt sich als Barbier, als Schnitter, als Versuchsobjekt medizinischer Experimente. Halt findet er bei Marie, seiner Geliebten, ihrem gemeinsamen Kind und dem guten Freund Andres. Als seine Vorgesetzten jedoch über Maries (Un)treue zu spotten beginnen, „stürzt“ Wozzeck ab, zumal eine Bohnendiät, die der Doktor den Soldaten im Rahmen medizinischer Versuche verordnet hat, ihm buchstäblich den Verstand raubt. Er hört Stimmen, sieht Schatten und fühlt sich verfolgt, Er glaubt, den eigenen Wahrnehmungen nicht länger trauen zu können. Aus dem sonderbaren Mann wird ein unberechenbarer …

Alban Bergs gewaltige Komposition spiegelt meisterhaft das Zerspringen einer Welt, die – allem Streben nach Erkenntnis, Klarheit und Liebe zum Trotz – aus dem Gleichgewicht geraten ist. Die Inszenierung von Ring Award Preisträgerin Christiane Lutz, die erstmals in Cottbus Regie führt, geht dabei über das bloße Sozialdrama hinaus und bindet die individuellen Schicksale in die faszinierende, manchmal morbide Welt der Medizingeschichte ein. Medizinische und technische Innovationen zu Büchners und später Bergs Lebzeiten sowie das Spiel mit Sichtbarem und Unsichtbarem beeinflussen die Ausstattung von Natascha Maraval. Die Figur des größenwahnsinnigen Doktors ist ein überzeichneter Verweis auf den Chemiker Justus von Liebig, mit dem Büchner bekannt war und von dessen Experimenten er sich inspirieren ließ. Bei Christiane Lutz wird Wozzeck selbst zum Experimentator – ein Alter Ego des vielseitigen begabten Georg Büchner, der nicht nur Schriftsteller, sondern promovierter Neurologe war und sich intensiv mit dem tierischen Nervensystem beschäftigte.

In Zusammenarbeit mit der Max Planck-Gesellschaft, die Videomaterial zur Verfügung stellt, beleuchtet die Inszenierung solcherart den Einfluss medizinisch-technischer Innovationen auf das Individuum und macht aus Alban Bergs Oper eine aufwühlende Suche nach Wissen, Selbstbehauptung und Zugehörigkeit.

PREMIERE Samstag, 24. Juni 2017
Weitere Vorstellungen nur am
7.7., 1.10., 21.10. & 5.11.2017

Präsentiert von

Besetzung

Musikalische LeitungEvan Alexis Christ
RegieChristiane Lutz
Bühne und KostümeNatascha Maraval
ChoreinstudierungChristian Möbius
KinderchoreinstudierungNorienne Olberg
VideoteamHolytropic, Shiran Eliaserov & Johan Planefeldt
DramaturgieDr. Carola Böhnisch
Musikalische AssistenzFrank Bernard, Bo-Kyoung Kim, Ioanna Ismyridi, Andreas Simon
ChorassistenzChristian Georgi
RegieassistenzAnnaLisa Canton
 
WozzeckAndreas Jäpel
MarieGesine Forberger
TambourmajorJens Klaus Wilde
HauptmannDirk Kleinke
DoktorUlrich Schneider
AndresHardy Brachmann, Matthias Bleidorn
MargretCarola Fischer
1. HandwerksburscheIngo Witzke
2. HandwerksburscheChristian Henneberg
NarrThorsten Coers
 
Mariens Knabe Kinderchor
Damen und Herren des Opernchores
Mitglieder des Kinder- und Jugendchores
 
Es spielt das Philharmonische Orchester.

Rezensionen

Irene Constantin, Lausitzer Rundschau, 26.6.2017

„Andreas Jäpel ist ein großartiger Wozzeck, unverbraucht in dieser Rolle kann er den Abstieg der Figur wirklich spielen. Immer wieder lässt er spüren, dass dieser Wozzeck inneren Reichtum besitzt, dass er unter anderen Umständen nicht zum Mörder werden müsste. […] Allen anderen Figuren, dem gesamten Ablauf der Vorstellung merkte man wieder einmal an, wie wunderbar das Cottbuser Ensemble funktioniert, wie sich jeder Solist in seine Rolle hineinsteigert und man doch bruchlos und mit traumwandlerischer Sicherheit zusammenspielt. Evan Christ hatte die fast überschwere Aufgabe, aus Alban Bergs expressiver Zwölftonmusik wirkliche Opernmusik zu machen. […] Sehr interessant und beeindruckend genau gearbeitet auch die vom Komponisten geforderten unterschiedlichen Gesangsarten vom normalen Sprechen über tonhöhengerechten Sprechgesang bis zur wohlbekannten Opern-Stimmgebung."


Harald Asel, inforadio rbb, 26.6.2017

„Evan Christ führt das Orchester mit Präzision durch die komplexen Strukturen […] Atemlose Eindreiviertelstunden fordern Ensemble und Publikum. Und zeigen, dass eines der zentralen Stücke des modernen Musiktheaters inzwischen durchaus repertoirefähig geworden ist, wenn es auf solch engagierte und kompetente Mitstreiter trifft."


Claus Fischer, kulturradio vom rbb, 26.6.2017

„Hervorragendes Regiehandwerk und exzellente musikalische Leistungen: Hingehen. In dieser Qualität bekommen Sie den Wozzeck so schnell nicht mehr zu sehen! […] Dass Oper so spannend inszeniert wird und ohne oberflächlich zu sein, das ist hervorragendes Regiehandwerk. […] Begeistert hat mich ebenso das Orchester unter Leitung von GMD Evan Christ, der ja ein absoluter Experte für die Musik des 20. Jahrhunderts ist. Da stimmte jeder Einsatz, da wurden die Szenen, in denen nicht gesungen wird, zu kleinen sinfonischen Kunstwerken."


Uwe Stiehler, Märkische Oderzeitung, 27.6.2017

„In Cottbus kniet sich das Ensemble mächtig in die Rollen. Jens Klaus Wilde singt und spielt den Tambourmajor erschaudernd gut als uniformierter Satyr. Dirk Kleinke geht ganz in der Rolle des quietschenden, säuselnden, hinterfotzigen Hauptmanns auf und er singt diese immer wieder in fiebrige Höhen schnipsende Partie vorzüglich. Und dann Andreas Jäpel. Wer Oper liebt, muss ihn als Wozzeck sehen. Wie ein Erdbeben gibt er diesen, in der Untergang strudelnden Mann, der von den äußeren Umständen zerbissen und von der inneren Labilität ausgehebelt wird. Und er singt diese ungeheuer schwere Partie einfach grandios. Fast genauso gut: Gesine Forberger als Marie. […] Und man sieht nicht nur, man hört auch, wie es Wozzeck in den Abgrund zieht. Ein großer Opernabend!“

Bildergalerie

Film

WOZZECK – Alban Berg

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