Alles. In einer Nacht

Schauspiel von Falk Richter
Spielwut No.5

Alles. In einer Nacht. Von ihrem Freund im Hotelzimmer zurückgelassen, begibt sich eine junge Frau auf eine nächtliche Odyssee und gerät dabei in Untiefen und Extreme. So wird alles, was in dieser Nacht geschieht, zu einer existenziellen Gratwanderung zwischen Selbstfindung und Selbstverlust, zwischen Realität und Fiktion.

Wenn der Kopf springt vor all diesen Bildern und diese Musik in meinen Kopf
passend zu jedem einzelnen Bild in allen Seiten des Gehirns
Und plötzlich denke ich:
„Fiktion von Kohärenz"

Diese Reihe wird unterstützt vom Verein der Freunde und Förderer
des Staatstheaters Cottbus e. V.

PREMIERE Freitag, 18. Juni 2010

Präsentiert von

Besetzung

RegieLaura Huonker
BühneHans-Holger Schmidt
KostümeJohanna Dürrwald
MusikKai-Uwe Kolkhorst
VideoOliver Seidel
Regieassistenz
Die Frau

Rezensionen

Sylvia Belka-Lorenz, Lausitzer Rundschau, 21.6.2010

„Eine Frau liegt im Unterkleid neben einem zerwühlten Bett und ist . . . allein. Wie lange eigentlich schon? Das scheint sie selbst nicht mehr zu wissen, bestellt sich einen Drink und fragt - nur zur Sicherheit - telefonisch mal nach, ob das normal sei, wenn die Wände immer näher kämen? Der ‚stille Lärm der Verlassenen' scheint sie schier verrückt zu machen. Während sie Liebesspiele im Nebenzimmer fantasiert, ist der Ex längst ‚verfangen in irgendwelchen Netzen', erst sind es Handynetze, während die Frau das Telefonkabel wie eine Nabelschnur um den Hals trägt. Später wird es das Netz einer neuen Versuchung sein. Filmzitate, die sie verinnerlicht hat, überlagern die eigene aussichtslose Lage: ‚Plötzlich sind da Gefühle - und du weißt, es sind nicht deine eigenen!' Die Frau flieht aus dem Zimmer: per Videoeinspiel nehmen wir teil an einer wilden Taxifahrt auf der Suche nach . . . wem eigentlich? Nach dem Treulosen? Oder, noch aussichtsloser, nach sich selbst? ‚Bitte . . . können Sie für mich ein anderes Auto rammen?', fleht die Frau den Taxifahrer an - und ganz kurz immerhin ist zu ahnen, dass sie damit mehr meint, als ein Tarantino-Szenarium nachzuahmen: sich selber spüren, etwas fühlen zu wollen ..."


Martin Stefke, Märkische Allgemeine, 23.6.2010

„Die Hauptfigur des Stückes, eine junge Frau, die von ihrem Freund in einem Hotelzimmer zurückgelassen worden ist, versucht zuerst ihn, dann ihr Leben zu finden. Sie telefoniert, erreicht den Mann aber nicht. Sie spricht Filmszenen nach und redet durch die Wände auf lärmende Nachbarn ein. Schließlich macht sie sich auf den Weg durch die Nacht. Doch man weiß nie genau, ist das, was man sieht und hört, Realität oder nur die Welt in ihrem Kopf, ein einziges Spiel ihrer Gedanken.
In der Kammerbühne des Staatstheaters Cottbus sehen wir, wie Kathrin Victoria Panzer sich in der Rolle der Frau wirklich hinaus begibt. Nach 20 Minuten verlässt sie den Saal. Sie geht durch die Tür, während eine Leinwand aus dem Bühnenboden herunter rauscht (Bühne: Hans-Holger Schmidt). Dann beginnt der Film, den der Schauspieler Oliver Seidel gedreht hat. Vor der Kammerbühne sehen wir die Darstellerin in ein Taxi steigen. In ihm geht es - „Fahren Sie einfach drauf los!" - durch Cottbus."

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