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Der dressierte Mann

Komödie von John von Düffel
Nach dem Bestseller von Esther Vilar

Bastian will seiner Freundin Helen bei einem Candlelight-Dinner einen Heiratsantrag machen. Er ist ein moderner Mann, der eine Partnerschaft auf Augenhöhe befürwortet. Nun kommt an dem besagten Abend Helen nicht nur zu spät nach Hause, sondern auch noch mit der Neuigkeit, dass der Bankvorstand ihr – und nicht Bastian – den Chefposten mit dem zehnfach höheren Gehalt angeboten hat, unter einer Bedingung: keine Kinder. Bastian ist geschockt, denn Helen, eben noch Azubi und von ihm gefördert, ist jetzt oben und er unten. Hinzu kommt das Fortpflanzungsverbot, da fühlt MANN sich doch als totaler Versager!

Kurz nachdem er die Wohnung verzweifelt verlassen hat, stehen die Mütter des Pärchens in der Tür: Helens Mutter Konstanze, von Beruf Ehefrau und zum dritten Mal verheiratet, und Bastians Mutter Elisabeth, die als 68er Feministin für die Frauenemanzipation kämpfte und heute völlig neue, wissenschaftlich fundierte Positionen dazu vertritt. Sie sind beide keine Frauen, die bei einer geplatzten Verlobung klein beigeben und haben jeweils sehr persönliche Gründe, warum Helen und Bastian unbedingt den Bund der Ehe schließen müssen.

Damit dafür überhaupt eine Chance besteht, wird dem betrunken heimkehrenden Bastian ein richtiges Blackout verpasst, Helen darüber aufgeklärt, wie das Prinzip Ehe heute funktioniert und was es mit dem dressierten Mann auf sich hat. Helen erhält einen Crash-Kurs, wie FRAU sein muss, um ihre Ziele zu erreichen. Und als Bastian wieder zu sich kommt, ist alles anders …

PREMIERE Samstag, 22. November 2014

Besetzung

RegieBettina Rehm
Bühne und KostümeJulia Hattstein
DramaturgieBettina Jantzen
RegieassistenzMatthias Grätz
 
BastianGunnar Golkowski
HelenKristin Muthwill, Johanna-Julia Spitzer
Konstanze EgelbrechtSusann Thiede
Dr. Elisabeth Schröder-RöderHeidrun Bartholomäus

Rezensionen

Gabriele Gorgas, Lausitzer Rundschau, 25.11.2014

„[E]s geht um Karrieren, Beziehungskrisen, Lebensentwürfe, um Ambitionen und verführerische Intrigen. Zugespitzt um die Frage: Wozu braucht die moderne, sich selbst versorgende Frau eigentlich überhaupt noch einen Mann? Aber diese Helen (Kristin Muthwill) will bezeichnenderweise nun mal ihren Bastian (Gunnar Golkowski) haben. Und wie es denn schlussendlich und trotz alledem so kommt, endet das Ganze wundervoll märchenhaft – sie lieben und sie kriegen sich. […] Besagte Gratwanderung zwischen Kabarett und Komödie, Wort und Körpersprache gelingt am Premierenabend ganz besonders Susann Thiede als Helens Mutter. Sie hat einfach die Klasse, aus diesem adretten "Weibchen", das Karriere macht mit zweieinhalb Ehen und der ansteigenden Finanzkraft ihrer Versorger, eine ganz und gar lebendige, sich arrangierende Frau zu formen. […] Sollte man nun tatsächlich das Publikum dazu ermuntern, sich diesen Abend anzuschauen? Natürlich, auf alle Fälle! Zumal die Geschmäcker ja bekanntlich recht verschieden sind. Und auch, weil es nie zu spät ist, über Männer, Frauen und wie auch immer geartete Beziehungen nachzudenken, mögen sie selbst schon Jahrzehnte währen. Bei dieser Premiere tritt der Glücksfall ein, dass tatsächlich jeder Zuschauer irgendwie auch ein Experte ist. Zumindest, was seine eigenen Erfahrungen betrifft. Und es lohnt gewiss, mal hin und wieder und so in Gemeinschaft über sich selbst wie auch manch andere nachzudenken, über das, was die kleine, große Welt da im Innersten zusammenhält. Denken ist ja überhaupt gut für die Gesundheit. Und Lachen sowieso. Das darf man getrost allen gönnen. Wenn sie überhaupt noch die Kraft und die Lust zum Lachen haben.“


Jürgen Heinrich, Der Märkische Bote, 6./7.12.2014

„Die selbstbewusste Frau in einer (natürlich) offenen Partnerschaft macht Karriere, verdient plötzlich das Zehnfache ihres Mannes (also 50000 Euro im Monat), was ihn quasi kollabieren lässt […] Zwei Mütter/Schwiegermütter (Susann Thiede, Heidrun Bartholomäus) mischen sich durchaus überzeugend und ihre Erziehungsfehler und falschen Hoffnungen einräumend, aus dem Publikum ein. Gunnar Golkowski zieht all seine handwerklichen Register, um werkgetreu auszurasten, höchst wandlungsfähig zeigt Kristin Muthwill eine kluge, keinesfalls vordergründig karrierehitzige Frau.“


Christiane Freitag-Pittasch, Blicklicht, Januar 2015

„[…] [A]nstatt oft gehörte Platituden wiederzugeben, kokettiert sie [die Inszenierung] … stilvoll und feingeistig, keck und frech, intelligent und gewitzt mit den Geschlechterrollen. Das liegt vor allem an der überraschend frischen Pointe des Stückes: so ist die Ehe nicht etwa vom Mann geschaffen, um die Frau an sich zu binden, sondern sie ist ein von der Frau entworfenes Konstrukt, um den Mann an sich zu binden – oder, pardon, ihn zum eigenen Nutzen zu dressieren […] In wahrhaft köstlich-witzigen und schnellen Unterhaltungen geben sich die Argumente die Klinke in die Hand, mit detailreich ausgestatteten Rollenbildern liefern Susann Thiede und Heidrun Bartholomäus kleine Kabinettstückchen im Stück ab – einfach herrlich. Immer wieder mitten hinein in diese logisch und gleichzeitig abwegigen Argumente geraten Bastian und Helen – vor allem Helen (Kristin Muthwill) gelingt es dabei äußerst großartig-unterhaltsam zu zeigen, wie ihre Helen zunächst ganz und gar Business-Frau, dann gewieft-durchdachtes Weibchen in Ausbildung ist, um schließlich ganz am Ende doch noch zu sich selbst zu finden. Neben ihr gibt es einen Bastian zu sehen, der ganz Mann ist, wie er ist: meint er hätte die Hosen an, aber getreu dem Motto: ‚Der Mann ist zwar der Kopf der Familie, aber die Frau der Hals, der ihn bewegt.‘, ist er doch nur der dressierte Mann –  vielseitig und vergnüglich gespielt von Gunnar Golkowski. So wird das Stück neben seiner Pointe vor allem von den hervorragenden Leistungen der Schauspieler, die ihre jeweiligen Rollenbilder ganz individuell ausgeschmückt haben, getragen und so lebendig. Summa summarum: Ja, es geht um Geschlechterbilder. Nein, es sind nicht die schon oft gehörten Kalauer. Bleibt nur noch eines zu tun: Ansehen!“

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