Der eingebildete Kranke

von Molière
Deutsche Fassung von Simon Werle
Regiefassung von Reinhard Göber

Was den reichen Bürger Argan am Leben hält, sind seine Krankheiten. Mit medizinischen Mixturen, teuren Rezepten und stimulierenden Einläufen wird bei ihm von Kopf bis Darm alles behandelt, was behandelt werden kann. Unangenehme Nebenwir­kungen sind nur die hohen Rechnungen, die er dafür bezahlen muss. Doch Argan weiß Rat: Er will seine Tochter Angélique mit einem jungen Arzt aus einer etablierten Ärztefamilie verheiraten. Er ahnt weder, dass die junge Frau den wenig finanzkräftigen Cléante zu heiraten gedenkt, in den sie unsterblich verliebt ist, noch dass ihm seine Hausangestellte Toinette mit frechen Provokationen, schlagenden Argumenten und spielerischen Tricks ihre eigene Ordnung der  familiären Beziehungen entgegensetzen wird. Im turbulenten Geschehen kommt die Scharla­tanerie von Medizinern, die einfältige Gutgläubigkeit von Patienten, die Geldgier einer heuchlerischen Ehefrau und die exaltierte Verliebtheit junger Leute ans Licht. – Krankheit als Metapher für den dekadenten Zustand einer Gesellschaft, die am Abgrund taumelt? Lassen wir uns überraschen und fragen wir den Arzt oder Apotheker!

„Kammer trifft Komödie“, sagt auch das Schauspiel in dieser Spielzeit und bringt in der Kammerbühne gleich drei unterschiedliche Komödien zur Premiere. Mit dem großen französischen Komödienschreiber Molière ist Vergnügen pur angesagt! 

PREMIERE Samstag, 15. Dezember 2012

Präsentiert von

Besetzung

RegieReinhard Göber
Bühne und KostümeAriane Salzbrunn
DramaturgieBettina Jantzen
RegieassistenzMatthias Grätz
 
ArganAmadeus Gollner
BélineSigrun Fischer
AngéliqueJohanna Emil Fülle
BéraldeOliver Seidel
Cléante
ToinetteSusann Thiede
Herr DiarrhoeriusRolf-Jürgen Gebert, Gunnar Golkowski
Thomas Diarrhoerius
Herr BonnefoyOliver Seidel

Rezensionen

Hartmut Krug, Lausitzer Rundschau, 17.12.2012

„Einleuchtend, dass die Inszenierung die Verdammung der Ärzte bei Molière in eine Veralberung der heutigen Wellnessbewegung überführt. Weshalb Amadeus Gollner Argan auch nicht als gebrechlichen Mann spielt, sondern sich immer wieder so behände wie heftig als körperlich fitter Mann aus seinem Gesundheitsstuhl erhebt. […] die Darstellerin der Dienerin [Susann Thiede, d. Red.] von Argan ist einfach wunderbar, so herrlich körpersprachlich präzise wie ungemein komisch. Dabei macht sie nicht viel, was ja die echte komödiantische Kunst ist. Wie sie mit jedem Auftritt, selbst wenn sie nur Tomaten über die Bühne trägt, eine echte und zugleich künstliche Figur zeigt, wie sie dabei etwas erzählt, auch ohne etwas zu sagen, das ist ein schauspielerisches Ereignis.“


Jürgen Heinrich, Der Märkische Bote, 29. Dezember 2012

Atemlos hetzt dieser Kranke [Amadeus Gollner, d. Red.] und treibt das ganze Stück auf höchstes Tempo. Er spielt sich aus in Tollheiten, als sei ihm keine Grenze gesetzt. Ist der vielleicht gar irre? […] Der Raum, den Ausstatterin Ariane Salzbrunn mit einer Hüpf-Hürde eingerahmt hat, die auch als Gleis für Rollmöbel dient, und der runde Fenster hat, durch die gelegentlich auch Menschen hechten, liegt einer Klapse näher als irgend einem anderen Krankenzimmer oder gar einer bewohnbaren Stube. Wer den braven Molière erwartet, der in diesem seinen letzten Stück vor rund 350 Jahren selbst die Hauptrolle spielte und gar nicht einige bildet krank, sondern nach der vierten Vorstellung schon tot war, der mag enttäuscht oder aber erfreut sein. Ganz nach Gemütslage. […] Tolle Wirrnisse, die für Kränkeleien kaum Zeit lassen. Sie treten in den Hintergrund dieser turbulenten Komödie, die nicht nur erzählt, sondern vor allem gestisch, teils heftig überzeichnet, gespielt wird. Die Hausangestellte, die unermüdlich durch die Szene hetzt und nie die kleinen Hüpfer, tiefen Blicke oder abschätzigen Gesten vergisst, wird darin zum Kabinettstück von Susann Thiede, die dafür angemessen reichlich Beifall bekam.“

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