Der Hauptmann von Köpenick

Ein deutsches Märchen in drei Akten von Carl Zuckmayer
Als Schaubudentheater auf sechs Bühnen aufgeführt
Eingerichtet zur Aufführung im Hof der Alvensleben-Kaserne Cottbus von Peter Kupke
SOMMERTHEATER OPEN AIR

„Ein als Hauptmann verkleideter Mensch führte gestern eine von Tegel kommende Abteilung Soldaten nach dem Köpenicker Rathaus, ließ den Bürgermeister verhaften, beraubte die Gemeindekasse und fuhr in einer Droschke davon.“ Diese Zeilen, die die Berliner am 17. Oktober 1906 in ihren Zeitungen lesen konnten, verbergen das tragikomische Schicksal des Schusters Wilhelm Voigt, das ihn dazu führte, den preußischen Beamtenstaat mit seinen eigenen Waffen zu schlagen. Carl Zuckmayer begriff, welche Brisanz und welchen Unterhaltungswert dieses Schicksal in sich birgt und machte eine seiner erfolgreichsten Komödien daraus. Berühmt die Verfilmung mit Heinz Rühmann von 1956; ein sensationeller Theatererfolg die Inszenierung von Katharina Thalbach am Maxim-Gorki-Theater Berlin (1996). Zuckmayers „deutsches Märchen“ hatte im Sommer 2009 seinen Weg ans Staatstheater Cottbus gefunden; die Titelrolle übernahm Thomas Harms. Gespielt wird in einem Kasernenhof, der sich in das Berlin des angehenden 20. Jahrhunderts verwandelte. Auf sechs verschiedenen Bühnen werden die einzelnen Stationen dieses berührenden Schicksals erzählt. 

PREMIERE Samstag, 27. Juni 2009, Open Air im Hof der Alvensleben-Kaserne Cottbus

Einlass bereits 60 Minuten vor der Vorstellung.
3 Stunden vor Vorstellungsbeginn ist unser Wettertelefon unter 0355 7824 100 oder 7824 210 für Sie erreichbar.

VORSTELLUNGSTERMINE 

Donnerstag, 14.6., 20.00 Uhr | Freitag, 15.6., 20.00 Uhr | Samstag, 16.6., 20.00 Uhr | Sonntag, 17.6., 16.00 Uhr | Mittwoch, 20.6., 20.00 Uhr | Freitag, 22.6., 20.00 Uhr | Sonntag, 24.6.2012, 20.00 Uhr

EINTRITTSPREISE

Vorstellungen Freitag und Samstag: Vollzahler 22 Euro / ermäßigt 17 Euro
Vorstellungen Sonntag bis Donnerstag: Vollzahler 19 Euro / ermäßigt 14 Euro 

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DARSTELLER/INNEN

 

Wilhelm Voigt Thomas Harms
Friedrich Hoprecht, Stadtrat Rau Michael Becker
Marie Hoprecht Susann Thiede
Ausrufer, Bürgermeister Obermüller, Ein Polizist Gunnar Golkowski
Mathilde Obermüller, Plörösenmieze, Eine Frau Sigrun Fischer
Adolf Wormser, Der Zeitung lesende Mann, Der Erste, Rosenkrantz Amadeus Gollner
Zuschneider Wabschke, Der Mann, Der Zweite, Stadtsekretär Kutzmann Berndt Stichler
Hauptmann von Schlettow, Produrist Knell, Ein Leutnant, Ein Dienstmann, Der Polizeiinspektor Jan Hasenfuß
Einer wie Voigt, Arbeitssuchender, Krakauer, Landwirt Wendrowitz Dirk Möller
Oberwachtmeister, Zuchthausdirektor, Ein dicker Mann, Stadtschutzmann Kilian Michael Krieg-Helbig
Ein anderer wie Voigt, Ein Gefreiter Roland Schroll
Kalle, Aufseher, Der nächste Wartende, Stadtrat Comenius Oliver Seidel
Fräulein Hirschberg, Eine weinende Frau, Wäscherin Kähndorf Johanna Emil Fülle

Das kranke Mädchen, Stimme des Mädchens Elisa Elß
Stimme Michael Krieg-Helbig
Willis Hand, Bierzapfer, Bürodiener, Sträflinge, Sally, Soldaten Damen und Herren der Statisterie

Blaskapelle
Andreas Zach (Musikalische Leitung und Schlagzeug)
Julia Salk (Piccolo)
Uwe Radnick/Andreas Korrenz und Christian Maaß (Trompete)
Maik Fraedrich, Dinyar Moriabadi (Posaune)
Riccardo Haase (Tuba)

Mitwirkende des Vorprogramms
Gesang: Marianne Repschläger
Publikumschor: Karl-Heinz Schischefsky, Irene Berlin
Straßenzauberer: Thomas Thompson
Spreewaldammen: Katrin Lehmann, Christel Lehmann-Enders
Leierkastenfrau: Grit Stern-Abazi
Zeitungsjungen/Flugblattverteiler: Lisa Grunwald, Julian Böhm, Justus Szabo
Arbeitssuchende: Anette Fürst-Buchwald, Bernd Frenzel
Werber für den Chor: Thomas Rüffer
Lotteriehannes: Felix Reimann
Frau mit Bauchladen: Carmela Hauch
Frauen in Tracht: Louise Nischke, Larissa Süßmuth
Flanierende Paare: Ines Franke, Hannelore Haaken, Kerstin Möbes, Many Pilan, Rainer Engelhardt, Herr Lucke, Achim Vogt
Kinder: Marie-Chr. Fürst, Emma Hentschel, Robert Franke
Bernd Poredda (Kutsche)
Dr. med. Ernst-Peter Kühn (Postauto)
Dr. Dieter Thiel, Hubertus Weber, Dr. Jürgen Hübner (Oldtimer) 

 

Besetzung

RegiePeter Kupke
Musikalische Leitung und ArrangementsHans Petith
BühneHans-Holger Schmidt
KostümeUlrike Schlafmann
DramaturgieGuido Neubert
RegieassistenzAnniki Nugis

Rezensionen

Hartmut Krug, Lausitzer Rundschau, 29.6.2009

„Thomas Harms spielt die Titelfigur nicht als ein hilfloses Opfer, sondern auch als einen patent-witzigen, zwischen Verzweiflung und Selbstbewusstsein schwankenden, aufbegehrend lernenden Mann. Dieser Schuster, von dem es, wegen der Gleichzeitigkeit mancher Szenen in dieser Inszenierung, anfangs noch zwei ‚einer wie Voigt’ gibt, ist ein echter Schlawiner. Harms entwickelt ihn mit Sensibilität und angenehmer Zurückhaltung. Der Darsteller setzt nie auf Effekte, sondern entwickelt eine Figur. Ohnehin sind alle Figuren, auch wenn sie als Amtspersonen mit rotgefärbten Gesichtern und übersteigerten Gesten typisiert wirken, dennoch genau begründet und entwickelt, man merkt den brechtgeschulten Regisseur. In dieser Aufführung gibt es keine Figurenklischees, auch Michael Becker und Susann Thiede als Schwager und Schwester Voigts sind keine aufgedrehten Spießer, als die ihre Figuren oft gespielt werden, sondern Menschen mit Ecken und Kanten. […] Zuckmayer schrieb ein ungemein pointengenaues Stück, und so ist auch die Cottbusser Aufführung vor allem effektvolles Unterhaltungstheater. Doch zugleich kommt sie als forschendes Menschentheater daher, ganz ohne falsche Gefühligkeit.“


Jürgen Heinrich, Der Märkische Bote, 4.7.2009

„’Der Hauptmann von Köpenick’ wird zum Hauptmann von Cottbus am Originalschauplatz ‚Von-Alvensleben-Kaserne’, der Kommandeurs-Bungalow mit Uhrturm (noch Sitz des Bundeswehr-Standorthöchsten) mutiert zum Köpenicker Rathaus. Authentischer geht’ s nicht. […] Alles in allem bereitet diese ungewöhnliche Inszenierung allbekannten Stoffs von Peter Kupke, einem an vielen Theatern bewährten, routinierten Regisseur viel Freude – dem Ensemble, wie jeder spürt, und auch Zuschauern, die […] eine der gleich knappen Karten ergatterten. Vorm Spiel entfaltet sich im Kasernenhof einfallsreich inszenierter Zeitgeist von 1906 mit Blasmusik, Zirkus, Automief, und Stiefelklappern.“


Valeria Heintges, Sächsische Zeitung, 29.6.2009

„In der Inszenierung von Peter Kupke läuft allerdings nicht nur der Hauptmann verzweifelt von Arbeitsamt zu Passamt, um entweder eine Arbeit oder eben eine Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen. Nein, in Cottbus laufen auch die Zuschauer hin und her, um die tragikomische Geschichte in einem ‚Schaubudentheater auf sechs Bühnen’ zu erleben. Manche Szenen sehen alle Gäste gemeinsam, für andere trennen sie sich und folgen freundlichen Damen und ihren Regenschirmen. Das klingt kompliziert und erfordert sicherlich einen ungeheuren Organisationsaufwand, aber es funktioniert.“

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