Der Kick

Schauspiel von Andres Veiel und Gesine Schmidt
THEATER MOBIL*

Das dokumentarische Theaterstück rückt die Vorgänge in der Nacht zum 13. Juli 2002 in Potzlow, einem Dorf in der Uckermark, ins Blickfeld. Dort misshandeln drei Jugendliche auf brutalste Weise den 16-jährigen Marinus. Es gibt erwachsene Zeugen, die nicht eingreifen. Täter und Opfer kennen sich, sie kommen alle aus Potzlow. Die Gewalt der Tat aber beginnt nicht in dieser Nacht. Und auch nicht mit dem Zerfall der Dörfer nach der Wende. Bei genauerem Hinsehen findet sie sich fortwährend in den Lebensgeschichten der Beteiligten, deren Eltern und Großeltern. Über die Montage der verdichteten Gesprächsprotokolle mit den beiden Tätern, den Brüdern Marco und Marcel, ihren Eltern, der Mutter und den Freunden des Opfers, der Staatsanwaltschaft sowie der betroffenen Dorfgemeinschaft versucht DER KICK, die Biographien hinter der Tat sichtbar werden zu lassen.

Nach dem großen Interesse an unserer ersten mobilen Inszenierung HALLO NAZI!, bieten wir mit DER KICK ein weiteres Theaterstück an, das auch jenseits der gewohnten Theaterräume aufgeführt werden kann und für brisanten Diskussionsstoff sorgt.

*THEATER MOBIL Wir kommen zu Ihnen!
Anmeldung bei Theaterpädagogin Elke Dreko
Telefon (0355) 78 24 148 | e.dreko@staatstheater-cottbus.de

PREMIERE Donnerstag, 13. Dezember 2007

Präsentiert von

Besetzung

RegieEsther Hattenbach
AusstattungNicole Lorenz
DramaturgieBettina Jantzen
SieSusann Thiede
ErGunnar Golkowski

Rezensionen

Hartmut Krug, Lausitzer Rundschau, 15.12.2007

„Hier wird nicht Realität abgebildet, sondern untersucht. Der weiße Stein, der auf der Bühne im Hintergrund steht, kann beides sein: Mordinstrument und Gedenkstein. Stück und Aufführung geht es um gesellschaftliche und individuelle Verhaltensweisen, die verstehbar, aber nicht verständlich werden sollen. Zwei Schauspieler sprechen mehr als sie spielen 19 Personen. Dabei agieren sie als theatrale Dokumentaristen im schnellen Rollenwechsel. [...] Als Stärke des Stückes erscheint dabei, dass es keine Kausalkette knüpft, sondern dass es eine Fülle von nicht immer zusammenpassenden Fakten zusammenträgt. So ist der Zuschauer gefordert. Er muss nachdenken, muss selber Erklärungen suchen, muss Haltungen erkennen und selbst Haltung beziehen. [...]
Dabei geht die 30-jährige Regisseurin Esther Hattenbach, die erstmals in Cottbus arbeitet, mit ihren beiden hochkonzentrierten, die skizzierten unterschiedlichen Haltungen ihrer vielen Figuren mit sensibler Zurückhaltung eher an- denn ausspielenden vorzüglichen Darsteller einen Mittelweg. Sie betont die Theatersituation und lässt dabei, ohne allzu stark realistisch auszumalen, auch kleine Situationen spielen und Figuren modellieren. [...]
Die auf ein jugendliches Publikum zielende, auch für mobile Vorstellungen gedachte (mit nachfolgender Diskussion angebotene) Inszenierung ist durchaus harte Kost. Die die Inszenierung nicht genießbar, sondern spannend macht. So ist in Cottbus ein sprödes Stück in einer klaren, schauspielerisch überzeugenden Aufführung zu erleben, die vom Zuschauer vor allem Konzentration und Offenheit verlangt."


Jürgen Heinrich, Der Märkische Bote, 15.12.2007

„Dass die vielen mitwirkenden Personen körperlich neutralisiert bleiben, indem nur zwei Menschen die Texte sprechen, ist ein Konzentrations-Kunstgriff. Susann Thiede wechselt mit sparsamster Gestik, nur mit wechselnder Körperhaltung, Stimmlage und Mimik von der überforderten Mutter zur sensiblen Räuberbraut und zum distanzierten Verhörer. Gunnar Golkowski ist Täter und Mittäter, Vater, Pfarrer, Gutachter."

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