Es geht nicht um Bananen, es geht um die Wurst

Im Rahmen der Schauspielreihe DEUTSCHLAND – WUNDER UND WUNDEN unternimmt Schauspielerin Heidrun Bartholomäus eine musikalisch-literarische Wanderung von ihren Anfängen als junge Schauspielerin 1977 durch ihr künstlerisches Leben und Wirken bis zum Mauerfall. Auf sehr persönliche Weise verbindet die Künstlerin ihr „Bühnenleben“ mit Notaten aus den Arbeitsbüchern Volker Brauns. In den „Werktagen“ hat der Dramatiker von 1977 bis 1989 seine Beobachtungen und Reflexionen zur „aktuellen Lage“ festgehalten. Ein außergewöhnlicher Textfundus, dem Heidrun Bartholomäus u. a. Erzählungen von Franz Kafka, Christa Wolf, Brigitte Reimann sowie Songs und Kompositionen von Hannes Zerbe an die Seite stellt.

PREMIERE Samstag, 21. Februar 2015, Kammerbühne

Besetzung

Gesamtleitung
RegieHans-Joachim Frank
Komposition/ArrangementHannes Zerbe
Dramaturgische BeratungMario Holetzeck, Sophia Lungwitz
RegieassistenzMatthias Grätz
 
Sängerin/Erzählerin
KlavierHannes Zerbe
PosauneJörg Huke

Rezensionen

Ida Kretzschmar, Lausitzer Rundschau, 23.2.2015

„Es war ein außergewöhnlicher musikalisch-literarischer Abend, der am Samstag in der Kammerbühne des Staatstheaters Cottbus Premiere hatte. Innerhalb der Schauspielreihe "Deutschland – Wunder und Wunden" begegneten sich Theater und Wirklichkeit. […] ‚Musik macht Seele auf‘, heißt es hier, und so treten Jazz-Pianist Hannes Zerbe und Jörg Huke an der Posaune in einen Dialog mit Worten gegen die seelenfressende Angst. Gegen Verdrossenheit, Kleinmut und Fragen um ungelebtes Leben. Die Schauspielerin [Heidrun Bartholomäus] tritt ja auch immer wieder als Sängerin in Erscheinung, erst im September 2013 wurden sie in dieser Besetzung bei einem Konzert des ‚Hannes Zerbe Jazz Orchesters‘ im Staatstheater Cottbus gefeiert. Und auch hier bestechen die Musiker mit ihrem einfühlsamen Spiel und eigenen kompositorischen Beiträgen zu dem geschichtlichen Streifzug. Denn es geht um die Wurst. Da kann sich auch das Publikum nicht entziehen. Seine Erinnerungen und Erfahrungen, seine Neugier sind Teil dieses Abends, an dem sich Theater und Wirklichkeit unter der Regie von Hans-Joachim Frank auf ganz persönlicher Ebene begegnen […] Ein Abend, der Courage braucht, aber auch erzeugt. Weil sich der Mensch Heidrun Bartholomäus hier hinter keiner Rolle versteckt, sondern ganz bei sich ist – mitreißend, akrobatisch bisweilen, verletzlich. Und doch unvorstellbar ohne ihr eindringliches Spiel. Als ‚Königen Lear‘ kehrte sie zurück nach Cottbus. Seit drei Jahren gehört sie erneut zum Ensemble des Staatstheaters. Sie hat hier Geschichte aus ganz persönlicher Sicht erzählt. Nicht nur das Wunder des Mauerfalls vor 25 Jahren, sondern auch ungeschminkt die Wunden. Am Ende dieses nachdenklichen musikalischen Abends steht das Lied von der Unzulänglichkeit menschlichen Strebens.“

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