FamilienBande! Ein Spektakulum

Die Besondere Inszenierung

Die Kleinbürgerhochzeit Bertolt Brecht/Musik: Hans-Dieter Hosalla | In einem finsteren Haus Neil LaBute | Die ganze Welt Theresia Walser und Karl-Heinz Ott | Steinkes Rettung Oliver Bukowski | Weill.Familie.Brecht Songs über die Liebe

Treibt Mutters Kabeljaurezept das Brautpaar in den Wahnsinn? Warum serviert plötzlich Vati das Frühstücksei? Wie panieren streitsüchtige Eheleute ihre Schnitzel? Teilen sich Brüder gern ein Sandwich? Wer aus der Familie hat die meiste Sahne auf dem Pudding? – In unserem Spektakulum kommen in fünf Stücken auf vier Bühnen komische, spannende und  emotionale Familienbande auf den Tisch. Sie erleben drei theatrale Gänge: Im ersten servieren wir DIE KLEINBÜRGERHOCHZEIT, dann folgt im Wahl-Gang STEINKES RETTUNG, DIE GANZE WELT oder IN EINEM FINSTEREN HAUS und im dritten erklingen in WEILL.FAMILIE.BRECHT Songs über die Liebe. Auch in den zwei Pausen wird Familiäres aufgetischt, ob nun bei der Familienspeisung, in den Fernsehstuben mit Chips, bei Geschichten aus dem Nähkästchen mit Schauspieler Dirk Möller, an der Wand der Generationen, in der Fotoausstellung „Familienbilder“ oder mit dem großen Familienalbum, in dem Sie sich und Ihre (Familien)Bande verewigen können. Seien Sie willkommen!

Und so geht’s:
Mit Ihrer Eintrittskarte erleben Sie den 1. und 3. Gang im Saal. Entscheiden Sie vor Beginn des Abends an unserem Wahlschalter, welches der drei zeitgleich aufgeführten Stücke Sie im 2., dem Wahl-Gang, sehen wollen. Sie erhalten dafür eine Extrakarte mit freier Platzwahl. Der Einlass ins Große Haus und die Ausgabe der Karten für den 2. Gang beginnen eine Stunde vor Vorstellungsbeginn.

PREMIERE Samstag, 28. Januar 2012 

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MEHR ZUM SPEKTAKULUM

 

1. GANG | ca. 70 Min. | Im Saal  für alle

DIE KLEINBÜRGERHOCHZEIT von Bertolt Brecht | Musik von Hans-Dieter Hosalla
Ein humorvoller Blick auf ein typisches Familienritual: Man isst, trinkt, singt, tanzt und bewundert die vom Bräutigam selbstgebauten Möbel. Doch mit steigendem Alkoholpegel fordern die Emotionen ihr Recht und nicht nur das Mobiliar geht nach und nach zu Bruch.

■ In der Pause können Sie in den Foyers „Familiäres“ entdecken & Hunger und Durst stillen.

2. GANG | ca. 80 Min. | Wählen Sie!

Auf der Vorbühne:
STEINKES RETTUNG von Oliver Bukowski
Geschäftsmann Werner Steinke entdeckt in einem firmengesponserten Urlaub nicht nur das Leben jenseits des Jobs, sondern auch die eigene Familie neu. Aber Frau, Tochter, deren Freund und der sie betreuende Almhüttenbesitzer erleben eine große Überraschung.

oder auf der Hinterbühne:
DIE GANZE WELT von Theresia Walser und Karl-Heinz Ott
Regina und Richard gehen nicht mehr auf Partys. Doch diesmal kommt sie zu ihnen: in Form einer Schnitzelplatte und in Gestalt von Tina und Dolf, dem Ehepaar, das unter ihnen wohnt. Schon nach kurzer Zeit prallen konträre Lebensentwürfe aufeinander – in einem tragikomischen Kampf eröffnen sich Abgründe, aber auch neue Chancen.

oder in der Alten Tischlerei:
IN EINEM FINSTEREN HAUS von Neil LaBute
Ein packender Psychothriller über die Beziehung zweier Brüder: der eine ein erfolgreicher Anwalt mit Drogenproblemen, der andere ein seriöser Sicherheitsmann mit einer düsteren Vergangenheit. Einer bittet den anderen um Hilfe. Doch wer hat welche Leichen im Keller?

■ In der Pause können Sie in den Foyers „Familiäres“ entdecken & Hunger und Durst stillen.

3. GANG | ca. 40 Min. | Im Saal für alle

WEIL.FAMILIE.BRECHT Songs über die Liebe
Ohne Liebe keine Familie! Vertont unter anderem von Kurt Weill wurden Bertolt Brechts Liebesgedichte weltberühmt. Ein Song-Programm über die Liebe – romantisch, zynisch, unterwürfig, schräg und einfach wunderschön.

Präsentiert von

 

Besetzung

Regie (Die Kleinbürgerhochzeit, Die ganze Welt, Weill.Familie.Brecht)Mario Holetzeck
Regie (Steinkes Rettung)Peter Kupke
Regie (In einem finsteren Haus)Anniki Nugis
Musikalische Leitung/Einstudierung (Die Kleinbürgerhochzeit, Weill.Familie.Brecht)Hans Petith
Bühne (Die Kleinbürgerhochzeit, Steinkes Rettung, Weill.Familie.Brecht)Gundula Martin
Bühne (Die ganze Welt, In einem finsteren Haus)Hans-Holger Schmidt
Kostüme (Die Kleinbürgerhochzeit, Steinkes Rettung, Die ganze Welt, In einem finsteren Haus, Weill.Familie.Brecht)Susanne Suhr
Choregraphie (Die Kleinbürgerhochzeit)AnnaLisa Canton
Kampfchoreograph (Steinkes Rettung)Thilo Mandel
Dramaturgie (Weill.Familie.Brecht, In einem finsteren Haus, Die Kleinbürgerhochzeit)Sophia Lungwitz
Dramaturgie (Die ganze Welt, Steinkes Rettung)Bettina Jantzen
Regieassistenz (Die Kleinbürgerhochzeit, Steinkes Rettung)
Regieassistenz (Steinkes Rettung)
Regieassistenz (Die ganze Welt)Andrea Hauff
Regieassistenz (Die ganze Welt)
Regieassistenz (In einem finsteren Haus)
Regieassistenz (Weill.Familie.Brecht)
 
DIE KLEINBÜRGERHOCHZEIT
Der Vater der BrautThomas Harms
Die Mutter des Bräutigams
Die BrautJohanna Emil Fülle
Ihre SchwesterLaura Maria Hänsel
Der BräutigamOliver Seidel
Sein FreundOliver Breite
Die Freundin der BrautSigrun Fischer
Ihr MannBerndt Stichler
Der junge MannArndt Wille
MusikerHans Petith
 
STEINKES RETTUNG
Werner SteinkeRolf-Jürgen Gebert
Gerit SteinkeSigrun Fischer
Miriam SteinkeJohanna Emil Fülle
Carlo, Miriams FreundOliver Seidel
Matti, ein Bayer
 
DIE GANZE WELT
Regina, Freundin von RichardSusann Thiede
Richard, Freund von ReginaAmadeus Gollner
Tina, Freundin von DolfJohanna-Julia Spitzer
Dolf, Freund von TinaGunnar Golkowski
 
IN EINEM FINSTEREN HAUS
DrewRoland Schroll
TerryArndt Wille
JennipherLaura Maria Hänsel
 
WEILL.FAMILIE.BRECHT
MitwirkendeSigrun Fischer, Johanna Emil Fülle, Laura Maria Hänsel, Johanna-Julia Spitzer, Susann Thiede
MitwirkenderOliver Breite, , Kai Börner, Rolf-Jürgen Gebert, Gunnar Golkowski, Amadeus Gollner, Thomas Harms, Roland Schroll, Oliver Seidel, Berndt Stichler, Arndt Wille, Hans Petith
 
GESCHICHTEN AUS DEM NÄHKÄSTCHEN IM RAHMENPROGRAMM
SchauspielerDirk Möller

Rezensionen

Oliver Kranz, Kulturradio vom rbb, 30.1.2012

„Zum Spektakel gehört natürlich auch der festliche Rahmen. In den Foyers des Staatstheaters wurden kleine Sitzecken mit Sesseln und Fernsehern eingerichtet, wo man es sich während der Pausen wie in privaten Wohnzimmern gemütlich machen kann. Man kann in einem Familienalbum Geschichten nachlesen, die die Zuschauer selbst eingeschickt haben und eine Ausstellung mit Bildern der Cottbuser Theaterfotografin Marlies Kross besuchen. Sie hat Familien ins Studio eingeladen und alle vor demselben Hintergrund fotografiert. Jede Familie musste einen Gegenstand mitbringen, der für sie wichtig ist, und so kann man viel über den Alltag dieser Menschen erraten. Auch die Blicke sind vielsagend. Aber am wichtigsten ist natürlich das, was auf der Bühne passiert.

Am Anfang steht Brechts ‚Kleinbürgerhochzeit‘, inszeniert von Schauspieldirektor Mario Holetzeck. Die Aufführung hat so viel Schwung und schrägen Witz, dass man sich einen besseren Start ins Spektakel kaum vorstellen kann. Es geht um eine Hochzeitsgesellschaft, die in der Wohnung des Brautpaares am Essenstisch sitzt. Erst werden Höflichkeiten ausgetauscht, dann – als genug Alkohol geflossen ist – fallen die Masken. […] Die Gags sind nicht neu, aber sie werden mit so viel Spielfreude serviert, dass man sich vor Lachen kugeln könnte. […]

Das Brecht/Weill-Programm, das Mario Holetzeck zum Ausklang des Abends inszeniert hat, hat mit dem Thema ‚Familie‘ eigentlich wenig zu tun – es geht eher um Liebe und fleischliche Genüsse. Als Rausschmeißer eignen sich die bitter-komischen und manchmal auch arg zotigen Texte aber allemal – zumal sie vom Cottbuser Ensemble mit Charme vorgetragen werden.“


Gabriele Gorgas, Lausitzer Rundschau, 30.1.2012

„Wer sich im zweiten ‚FamilienBande‘-Gang für ‚Steinkes Rettung‘ entschieden hat, wird es sicher nicht bereut haben. […] Ein spannendes, sehr gegenwärtiges Stück über den ganz normalen Wahnsinn. Der seine Kreise zieht, wo jeder zu Opfer oder Täter werden kann. Regisseur Peter Kupke entblättert den aus Karriere-, Macht-, Kontrollsucht geborenen Wahn Stück für Stück, und schließlich geht es nur noch um das blanke Leben, hat sich statt der alten, eher spielerischen Fronten ein krankhaft-tiefer Graben aufgetan. Ein fast unmerklicher Wechsel zum Tragischen hin – das gelingt Kupke auch in der differenzierten Zeichnung der Figuren. Die Suggestion des Vaters (hervorragend: Rolf-Jürgen Gebert) in seinem gefährlichen Streben, die Mittlerrolle auf Messers Schneide mit der toughen Mutter (Sigrun Fischer), der labil-gebannte, schließlich wach reagierende Carlo (Oliver Seidel) und Johanna Emil Fülle als Tochter Miriam, für die ihre kleine, gar nicht so heile Welt gänzlich aus den Fugen gerät.“


Matthias Weigel, nachtkritik.de, 28.1.2012

„In einem fantastischen Bild dreht zu Beginn der Inszenierung (‚Die ganze Welt‘, d. Red.) die grasbewachsene Drehbühne ihre schleichenden Kreise in den Nebelschwaden. Aus kaltem Licht ersteigen scharf konturiert weiße Gartenmöbel, ein Grill, ein weißer Baum und schließlich ein Ehepaar in Golfer-Klamotten. Amadeus Gollner und Susann Thiede entspannen sich gerade mondän vom Rest der Welt. In leisen, angenehm unverbrauchten Tönen kommen vor allem Amadeus Gollner die recht künstlichen Dialoge über die Lippen. Natürlich kann da etwas nicht stimmen, bei diesem sympathisch ruhigen Pärchen, das über alte Zeiten redet und nichts tut. Aber jeder Anflug von Atmosphäre wird bald brutal in Stücke gehackt vom unerträglichen Nachbars-Pärchen Johanna-Julia Spitzer und Gunnar Golkowski.“


Uwe Stiehler, Märkische Oderzeitung, 16.2.2012

„Es ist ein mit großem Aufwand betriebenes Experiment, bei dem es auch darum geht, sich mit seiner Wahrnehmung von Familie auseinanderzusetzen. Dafür gibt es ein riesiges Familienalbum im Foyer, in dem Fotos kleben und Facebook-Einträge von Brandenburgern, die darüber Auskunft geben, was Familie ihnen bedeutet. Da liest man, sie sei das Wichtigste und ein fester Halt. […] Auf den Bühnen findet an diesem Abend genau das Gegenteil statt. Da bedeutet Familie Chaos, Psychofolter, Lüge, Gewalt. Sogar um Missbrauch geht es. Wie in Neil LaButes Stück ‚In einem finsteren Haus‘, in dem zwei ungleiche Brüder ein gemeinsames Kindheitstrauma aufarbeiten. Es ist, wie die anderen beiden Mittelstücke ‚Die ganze Welt‘ und ‚Steinkes Rettung‘ kammerspielartig inszeniert. […] Oliver Bukowskis Stück (‚Steinkes Rettung‘, d. Red.), das fast wie eine Klamotte beginnt, sich zur Groteske entwickelt und als beklemmendes Drama endet, fragt auf eine drastische Art, wieso Familien, die doch Sicherheit geben müssten, in Krisensituationen versagen, wieso in dieser Gemeinschaft, die doch von Liebe getragen sein sollte, Egoismus und Existenzängste zur Bedrohung werden können. Trotzdem säuft das Stück nicht in Schwermut ab, was nicht nur Bukowskis markigen Sprüchen, sondern auch dem wunderbar aufgelegten Ensemble zu verdanken ist. Warmgespielt hat es sich mit Brechts ‚Kleinbürgerhochzeit‘, einem von Karl Valentin beeinflussten Theaterspaß, bei dem die Cottbuser Schauspieler mit Lust das Bühnenbild zertrümmern. […] Im dritten Teil, wenn es noch mal Brecht gibt, wird es versöhnlicher. Dann geht es ganz um die Liebe, ums Knistern, um die Lust und ein bisschen Frivolität, um die sinnliche Initialzündung zur Familiengründung.“


Jürgen Heinrich, Der Märkische Bote, 25.2.2012

„[In Brechts ‚Kleinbürgerhochzeit‘, d. Red.] erleben wir schauspielerische Glanzleistungen, etwa vom Stichwortschwätzer Thomas Harms als Brautvater, vom schwebenden Oliver Breite, dem lüsternen Freund des Bräutigams, oder auch vom stillen Musiker Hans Petith, neben dem alle Tollheit des Möbelzerlegens noch skurriler wirkt, als sie sowieso ist. […] Die andere Seite der Klammer des Abends kommt wieder mit Brecht, den nun aus wippender Hüfte Kai Börner gibt. Lieder und Sprüche, frivol bis obszön und doch auch zärtlich – sie lassen hier bisweilen zu, was Brecht gar nicht mag: ergriffene Rührung. Herausragend die Songinterpretationen von Laura Maria Hänsel und der überragenden Sigrun Fischer. […] Die meisten treffen sich wieder vor der Hauptbühne zu ‚Steinkes Rettung‘ - einem Bukowski, für den sich der Weg wirklich gelohnt hat, zumal der aus den Meisterhänden von Regisseur Peter Kupke in atemnehmender Dichte abläuft.“

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