Frau Müller muss weg

Komödie von Lutz Hübner
Mitarbeit: Sarah Nemitz

Immer wieder schreibt der erfolgreiche deutsche Autor Lutz Hübner Stücke, die mit feinem, abgründigen Witz unsere Lebenswirklichkeit spiegeln. Nach der Kultinszenierung BLÜTENTRÄUME innerhalb der TRILOGIE DER TRÄUME über den Volkshochschulkurs 60+ kommt nun erneut eine Komödie von ihm ins Große Haus.

In FRAU MÜLLER MUSS WEG nimmt er eine engagierte Elterngruppe aufs Korn, die der Lehrerin ihrer Kinder den Kampf ansagen will. Der Übergang zum Gymnasium steht vor der Tür und die lieben Kleinen sollen es unbedingt dorthin schaffen. Aber das Klassenklima ist bedenklich, die Zensuren haben sich deutlich verschlechtert. Die Eltern sind überzeugt, dass dafür die scheinbar überforderte Lehrerin Frau Müller verantwortlich gemacht werden muss. Doch diese überlässt das Feld nicht kampflos den aufgebrachten Eltern. Stattdessen formuliert sie eine komplett andere Sicht auf deren Kinder. Damit gibt sie dem Abend die erste von noch weiteren überraschenden Wendungen. Regie führt die in Cottbus geborene Martina Eitner-Acheampong. Mit Spiellust und Phantasie suchen sie und ihre sechs Darsteller nach den absurd-komischen Momenten in dieser so realen Geschichte.

PREMIERE Samstag, 16. April 2011

Präsentiert von

Besetzung

RegieMartina Eitner-Acheampong
BühneGeertje Jacob
KostümeYvette Schuster
Musikalische EinstudierungIrene Berlin
DramaturgieBettina Jantzen
Regieassistenz
 
Sabine Müller (gebürtige Wismarerin, Grundschullehrerin)Susann Thiede
Patrick Jeskow (gebürtiger Wuppertaler, Ingenieur)Kai Börner
Marina Jeskow (gebürtige Kölnerin, Übersetzerin)Sigrun Fischer
Katja Grabowski (gebürtige Görlitzerin, Museumspädagogin)Johanna Emil Fülle
Jessica Höfel (gebürtige Mannheimerin, Verwaltungsbeamtin)Corinna Breite
Wolf Heider (gebürtiger Erfurter, Ex-Fernmeldetechniker)Amadeus Gollner
 
Chor der engagierten Eltern Statisterie
Jugendlicher am Schlagzeug Statisterie

Rezensionen

Sylvia Belka-Lorenz, Lausitzer Rundschau, 18.4.2011

„Die passende Petition in petto schreitet ein Fähnlein Aufrechter voran, der Pädagogin den Marsch zu blasen. Die Wut sitzt tief, die Rachepläne sind mit dem benötigten Überbau versehen, gegen überbordende Aufregung haben gute Mütter Notfalltropfen im Jutetäschchen. Und noch bevor wir Müllers auch nur angesichtig werden, ist klar: Die engagierte Elternschaft macht hier keine gute Figur. […] Sigrun Fischer ist die hyperventilierende Mutter des Montessori-Knäbleins (das sich als verhaltensauffällige Nervbacke entpuppt). Was die sonst so Naturbelassene unter der selbst gebastelten Herbstgirlande schier ausrasten lässt. Ihr Mann (Kai Börner) ist die genetisch plausible Erklärung für des Sohnes Aufmerksamkeits- und andere Defizite. Hier ist der Stamm nicht weit vom Apfel gefallen. Dito entsprechen die Wechseljahres-Wallungen der rigorosen Elternsprecherin Jessica (Anette Straube) erstaunlich denen der frühpubertären Tochter. Johanna Emil Fülle ist die kreuzbrave Mutter von Klassenprimus Fritz. Amadeus Gollner versucht das (in diesem Stück) eigentlich Unmögliche: die Charakterstudie des abgewickelten Mittvierzigers, sexuell und sozial frustriert. Wenigstens seine Tochter soll es zu etwas bringen. Das ist ihm so zu glauben. Wichtigstes Zugpferd des Abends: Frau Müller. Susann Thiede spielt im erdfarbenen Kostüm auf einer Klaviatur zwischen der Arroganz des Öffentlichen Dienstes und echter Verzweiflung. Das affektierte Lächeln der altgedienten Pädagogin in Stellung gebracht gegen die grundsätzlich als feindlich anzunehmende Elternfront. […] Es ist nicht der größte Wurf des Autors, dank sicher gesetzter Pointen und bestens aufgelegter Schauspieler dennoch ein Gute-Laune-Abend. Mindestens für alle, die je in einer Elternversammlung waren.“


Uwe Stiehler, Märkische Oderzeitung, 20.5.2011

Und was ist (…) das richtige Rezept? Strenge? Nachsicht? Zucht? Lottrigkeit? Und wer ist für die Umsetzung verantwortlich? Nur die Eltern? Vor allem die Schule? Das sind Fragen, die Lutz Hübner umgetrieben haben (…). Frau Müller (…), eine beinahe vor Selbstüberzeugung platzende Grundschullehrerin, hat eine Klasse, die ihr langsam aus den Händen gleitet. Meinen jedenfalls die Eltern, die die Nerven verlieren, weil die Zeugnisse mit den Empfehlungen für die weiterführenden Schulen anstehen und die Noten eine Katastrophe sind. Also soll Frau Müller die Truppe abgeben, soll den Platz frei machen, für jemand, der die desolate Klasse wieder auf Kurs bringt und Leistungen aus den Kindern hervorzaubert, die sich mit den Zukunftsplänen der Väter und Mütter decken. Doch Sabine Müller räumt nicht kampflos das Feld. Wie diese spröde Frau sich aufplustert, Probleme weichspült, sich auf ihre Konzepte und ihre Qualifikationen beruft, als wären das göttliche Weisheiten, wie sie sich an ihr Pöstchen krallt, ihr Ego verteidigt, einknickt und wieder Oberwasser bekommt, gestaltet Susann Thiede ganz wunderbar. Sie ist der Anker, an dem diese Inszenierung festgemacht ist (…).

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