Harold und Maude

Stück von Colin Higgins
Deutsch von Udo Birckholz 

Was ist bloß los mit Harold Chasen? Der heranwachsende Spross aus gutbürgerlichem Haus leidet unter innerer Leere und lebt neben seiner allein erziehenden Mutter in einem Paralleluniversum. In seiner Freizeit besucht Harold am liebsten Beerdigungen unbekannter Verstorbener, wenn er nicht gerade wieder einen seiner spektakulären Selbstmordversuche inszeniert. Mrs. Chasen weiß sich nicht anders zu helfen, als ihrem Sohn eine Therapie aufzuzwingen und ihm über eine Partneragentur eine geeignete Ehefrau zu suchen. Doch da lernt Harold auf einer Beerdigung eine ungewöhnliche ältere Dame kennen: Gräfin Mathilda Chardin, kurz: Maude. Maude schert sich nicht um gesellschaftliche Konventionen. Sie liebt das Leben mit Haut und Haar, leiht sich hier und da ein schnelles Auto, steht nackt Modell und befreit eingesperrte Robben aus dem Zoo. Durch Maude lernt Harold nach und nach, das Leben zu lieben. Und nicht nur das Leben ...

Colin Higgins schrieb HAROLD UND MAUDE als Abschlussarbeit eines Drehbuchseminars an der Universität von Los Angeles. Die zunächst als Kurzfilm geplante Arbeit wurde das Fundament zu dem 1971 entstandenen Spielfilm unter der Regie von Hal Ashby, der bald zu einem Riesenerfolg mit Kultstatus avancierte.

PREMIERE Freitag, 14. Oktober 2011

Präsentiert von

Besetzung

RegieRudolf Koloc
Bühne und KostümeJuan León
MusikHans Petith
DramaturgieSophia Lungwitz
Regieassistenz
 
Harold
Maude
Mrs. ChasenSigrun Fischer
Marie, Hausmädchen, Sylvie Gazel, Nancy Mersch, Sunshine DoreJohanna Emil Fülle
Inspektor, Double HaroldThomas Harms
Dr. MathewsRolf-Jürgen Gebert, Daniel Borgwardt
Pater Finnegan, KillerKai Börner
 
Robbe, Sargträger, Trauergäste, Möbelpacker Statisterie

Rezensionen

Jürgen Heinrich, Der Märkische Bote, 22.10.2011

„Dieser Gegensatz von alt und jung, Weib und Mann, gelöst und gehemmt, ja und nein, lebensprall und todesverliebt – dieses Aufeinandertreffen zweier gesellschaftlicher Grenzgänger liegt zwischen Märchen und Kabarettspiel. […] Sie (Heidrun Bartholomäus als Maude, d. Red.) sagt die mit Fragen überladenen Aussagesätze hin wie Luther seine Thesen. Gebeugt schiebt sie ihre Schubkarre als hinfällige Alte auf den Friedhof, beschwingt tanzt, steppt und singt sie zum elektrischen Klavier, gerührt nimmt sie, den Freitod schon erwählt; den Ring des Liebenden entgegen. Ein großes, abendfüllendes, herzergreifendes Spiel. Roland Schroll bleibt der störrische Harold, blass, introvertiert, ungelenk selbst in den enthemmten Radschlägen und Purzelbäumen. Welch ein spannendes Paar, über das der Zuschauer noch mehr erfahren möchte."


Hartmut Krug, Lausitzer Rundschau, 17.10.2011

„Das Ganze: ein heute leicht verstaubt anmutendes Märchen aus Flower-Power-Hippie-Zeiten, als das Träumen noch geholfen hat. Regisseur Rudolf Koloc träumt mit und unterfüttert die Figuren nicht unnötig mit sozialer Aktualisierung. Sie sind in seiner sensiblen und eleganten Inszenierung einfach Haltungsträger, sind eben, wie sie sind, ohne gesellschaftlich genauer erklärt zu werden. Und die Menschen um das unmögliche Paar erscheinen als zeitlose Klischees: der Psychiater (schön hilflos: Rolf-Jürgen Gebert), der Pater (mit genervter Verzweiflung: Berndt Stichler), die drei Heiratskandidatinnen für Harold, denen Johanna Emil Fülle eine so wunderbar kabarettistische Skurrilität verleiht, dass man sie sich fast schon wieder als reale Alpträume vorzustellen vermag, und der mit seinen Instrumenten lebende und von Maude überanstrengte Inspektor (angenehm zurückhaltend: Thomas Harms). Am aufregendsten aber ist, wie Sigrun Fischer Harolds Mutter spielt, eine um sich selbst kreisende Frau der amerikanischen Oberschicht.“

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Es war am 21.10.11 ein sehr schöner Abend - Danke dem ganzen Theater-Team und alles erdenklich Gute für Euch. mfg jema