Heimat-Spektakulum

Das Schauspiel sucht an diesem Abend eine lustvolle Annährung an das Thema „Heimat". Ob mit berührenden, komischen oder bissigen Stücken, ob mit Fotos oder Videos, ob mit Satire oder Musik - immer wieder rücken unsere Gegenwart, unsere Region und die darin lebenden Menschen ins Zentrum. Dabei entstehen verschiedenste thematische Assoziationen und es wird die Frage gestellt, wo Menschen heute Heimat suchen, wo sie sie finden und was geschieht, wenn sie ihnen verloren geht.

Zu Beginn wie auch in der Pause darf HEIMAT-KUNDE betrieben werden, und zwar mit Fotos, Videos, Texten (Studentenprojekte der BTU Cottbus).

Dann erleben alle Zuschauer die HEIMAT-SUCHE:
REPUBLIK VINETA
Schauspiel von Moritz Rinke | Regie: Jürgen Lingmann
Eine Gruppe von Ingenieuren, Architekten und Politikern entwirft ihre Vision von Heimat neu. Doch das scheinbar innovative Arbeitsteam verstrickt sich nicht nur in absurde Konflikte, sondern erlebt auch unerwartete Überraschungen.

Neben der HEIMAT-KUNDE präsentieren in der Pause Autoren der Lesebühne Cottbus mit HEIM@WEH eigene satirische Texte (Leitung: Andreas Vent-Schmidt).

HEIMAT-LOS heißt es im zweiten Teil des Spektakulums, und das bedeutet: eins von drei Stücken losen oder wählen. In drei verschiedenen Spielstätten der Kammerbühne sind skizzenhaft inszenierte Theatertexte zu sehen:
FÜR ALLE REICHT ES NICHT
von Dirk Laucke | Regie & Videoproduktion: Maike Krause
Irgendwo an der deutsch-tschechischen Grenze treffen sich vier Randfiguren mit Wiedervereingungskater. Sie werden in ihrer „neuen alten Heimat" mit grotesk-bedrohlichen Situationen konfrontiert, die die Grenze zur „Political Correctness" überschreiten.
o d e r
ME AND YOU AND THE EU. Kleine Grenzerfahrungen (Fun & Horror)
von Bernhard Studlar | Regie: Simone Younossi
Drei clowneske Typen suchen im neuen Europa nach ihrer persönlichen Verortung und Verwurzelung. Auch wenn sich alles um sie herum ändert, bleibt doch die Sehnsucht nach einer kleinen Heimat unerschütterlich.
o d e r
KEIN LETZTER TAG
von Matthias Körner | Urauffführung | Regie: Amadeus Gollner
Marta und Heinz, zwei alte Lausitzer, verweigern trotz schmerzender Knochen und quietschender Bagger den Abschied von der Heimat und von ihrem bisher gelebten Leben.

Bei der abschließenden HEIMAT-STILLE im Foyer finden sich alle wieder. Man kann essen, trinken, über das Erlebte reden oder einfach eintauchen in die Live-Musik (Hannes Genscher und Mario Heß - Studenten der Hochschule Lausitz), die mit Heimat-Themen musikalisch kreativ umgeht.

PREMIERE Samstag, 12. Februar 2011

Präsentiert von

Wir danken dem Verein der Freunde und Förderer des Staatstheaters Cottbus e. V. für die Unterstützung.

Besetzung

REPUBLIK VINETA
RegieJürgen Lingmann, , Amadeus Gollner
AusstattungMathias Rümmler, Mathias Rümmler, Mathias Rümmler, Mathias Rümmler
DramaturgieBettina Jantzen, Guido Neubert, Bettina Jantzen, Bettina Jantzen
RegieassistenzAnniki Nugis, , Anniki Nugis
 
LeonardSusann Thiede
Klaus HagemannKai Börner
Sebastian FärberOliver Seidel
Lutz Born
Johannes Behrens
Fritz Feldmann-See
Hans MontagAmadeus Gollner
Nina SeilerAriadne Pabst
Ursula Feldmann-See
Rosa Seligmann
 
FÜR ALLE REICHT ES NICHT
Regie und Videoproduktion
 
Jo
Anna
Heiner
Ela, Chayenne, MartinaAriadne Pabst
 
ME AN YOU AND THE EU
 
KarolineSusann Thiede
KellnerOliver Seidel
Kardinal
 
KEIN LETZTER TAG
Regieassistenz
 
Marta
HeinzHans-Peter Jantzen
Umbetter, VorsitzenderKai Börner

Rezensionen

Hartmut Krug, Lausitzer Rundschau, 14.2.2011

„Niemand muss sich heimatlos fühlen in diesem bunten Spektakulum. Zwar werden die Cottbuser vor und zwischen den Aufführungen mit Fotos, Filmen, Fühl-Kästen, Videointerviews, Büchern und Lesungen bei ihren eigenen Erinnerungen gepackt, aber zugleich wird immer auch grundsätzlich danach gefragt, was Heimat ist und sein oder nicht sein kann. Was dem Lausitzer seine Kartoffeln mit Quark und Leinöl, die es in der Pause gab, ist dem anderen die Weißwurst mit süßem Senf ... Immer aber ist Heimat eine Utopie, konstruiert aus Erinnerungen und Wünschen. Wie das legendäre Vineta. In Moritz Rinkes ‚Republik Vineta’ hat eine AG angeblich eine fast unbewohnte Insel im Bottnischen Meerbusen gekauft, um hier eine neue Stadt zu errichten. Um dieses Projekt zu realisieren, sind sechs Experten in einer Villa zusammengebracht worden. Sie alle sind Workaholics, und damit, erklärt uns Jürgen Lingmanns Inszenierung, heimatlos. Weil nur die Arbeit ihre Heimat ist. Dass Rinkes Stück auch eine Satire über Politiker und Architekten unserer Spaß- und Freizeitgesellschaft und politische Utopien ist, interessiert Lingmann wenig. Er zeigt die großen Arbeitstiere vor allem als durchgeknallte Egoisten. Wie sie stets auf hohem Erregungslevel daher toben, ist immerhin durchaus ansehnlich komisch. […] Für Dirk Lauckes ‚Für alle reicht es nicht’ setzte Bühnenausstatter Mathias Rümmler die Zuschauer auf die Bühne und verteilte auf den nun sitzlosen Stufen des Zuschauerraums Nadelbäume. […] Wie Jan Hasenfuß, Kathrin Victoria Panzer, Klaus-Dieter Bange und Ariadne Pabst unterschiedliche Lebenshaltungen, die Auseinandersetzung mit politisch und individuell bestimmter Vergangenheit wie den Kampf mit einer neuen Wirklichkeit ausstellen, ergibt selbst in der halbszenischen Version eine bedrückende Kraft. […] Dieses Heimat-Spektakulum ist theatralisch wie politisch anregend und zugleich unterhaltsam. Nicht perfektes Theater, aber eines, das sein Publikum etwas angeht.“

Bildergalerie

Film

Trailer-Republik Vineta.mov

Unterstützt durch

Meinungen

Es wurden keine Meinungen gefunden.
Jetzt eine schreiben!