Ich habe Bryan Adams geschreddert

Schauspiel von Oliver Bukowski

Ein lauer Sommerabend. Frank Peukert, stellvertretender Filialleiter eines Unternehmens für Sanitärkeramik, und seine Frau Tanja haben die engsten Mitarbeiter zu einer Sommersonnenwende-Party ins traute Eigenheim eingeladen. Tanjas schnelle Salate stehen am Büfett bereit, Frank fachsimpelt mit seinem Kollegen Patrick am neuen Notstromaggregat zwecks Beschleunigung des Grillvorgangs, Patricks Frau Simone testet die ersten Cocktails und Mitarbeiterin Paula taucht mit ihrem „Neuen“ (ein Fluglotse! Bodenpersonal!) auf. Derweil verleiht Jannik, Franks und Tanjas spätpubertärer Sohn, mit seinen provokanten Auftritten dem Abend schon in der Warmlaufphase eine besonders reizvolle Note. Dann rückt Frank auch noch mit der Ankündigung heraus, den vor kurzem aus der Gemeinschaft der Arbeitenden geschassten Mitarbeiter Christian eingeladen zu haben.

Drohend schwebt die Botschaft über der Zusammenkunft der scheinbar heilen Arbeitsgemeinschaft: Was, wenn Christian wirklich auftaucht? Unter Einfluss von nicht unwesentlichen Mengen Alkohol und angeheizt von gruppendynamischen Spielchen, entladen sich nach und nach die angestauten Spannungen; Vorwürfe, bittere Wahrheiten und Egoismen kommen unge­- schminkt auf den Tisch und die jeweiligen Opfer werden bloßgestellt, bis sogar dem oberschlauen Jannik das Lachen im Halse stecken bleibt.

PREMIERE Samstag, 11. April 2015

Präsentiert von

„Ich habe Bryan Adams geschreddert“ von Oliver Bukowski ist auch als eBook erschienen.
Über die Website www.textbuehne.eu können Sie das Theaterstück in diversen Online-Shops bestellen.

Besetzung

RegieMario Holetzeck
Bühne und KostümeGundula Martin
DramaturgieSophia Lungwitz
RegieassistenzMatthias Grätz
 
Frank Peukert, Chef einer mittelständischen SanitärkeramikfirmaAmadeus Gollner
Tanja Peukert, seine FrauSusann Thiede
Jannik, ihr SohnJohannes Kienast
Simone Lange, angestellt bei PeukertsKristin Muthwill, Corinna Breite
Patrick Lange, ihr Mann, ebenfalls angestelltKai Börner
Paula Röder, Sachbearbeiterin bei PeukertsJohanna-Julia Spitzer
Sascha, Paulas Freund, FluglotseThomas Harms

Rezensionen

Lausitzer Rundschau, Peter Blochwitz, 14.4.2015

„Ein starkes Stück. Als wäre es extra geschrieben für die aktuelle Staatstheater-Reihe ‚Deutschland – Wunder und Wunden‘. Unbedingt ansehen! Das ist gegenwärtiges Theater, das ist Diskussion, das sind Denkanstöße. […] Kristin Muthwill, Johanna-Julia Spitzer, Susann Thiede, Kai Börner, Amadeus Gollner, Thomas Harms und Johannes Kienast spielen das mit Verve, wobei Kienast mit seiner Rolle als Sohn Jannik auf besondere Weise glänzen darf. Er soll auch das böse letzte Wort haben: ‚Ihr werdet untergehen. Erst das Industrieproletariat, jetzt ihr, der Mittelbau, ganz großes Saurier-Sterben . . .‘ “


MOZ, Thomas Klatt, 14.4.2015

„Die [komödiantischen Elemente] lässt Regisseur Mario Holetzeck gut herausspielen - wie er überhaupt recht ‚werkgetreu‘ inszeniert und darüber hinaus dem kleinen Ensemble viel abverlangt. Das lohnt sich. Die sieben Spieler halten den Einakter wunderbar zwischen einigem Humor und Pessimismus. Und doch bleibt einem das Lachen im Hals stecken. Gundula Martin hat dazu ein passendes Bühnenbild gemacht: grüne Bauhaus-Kulisse mit Schießscharten-Optik und einsetzbarem (und am Ende aufgedrehten) Gartenschlauch.“


KULTURA-EXTRA, das online-magazin, Stefan Bock, 13.4.2015

„Bukowski lässt in seiner schwarzen Komödie die Betroffenen selbst über ihre Ängste und den ‚blinden Fleck‘ ihres Berufslebens sprechen. Ein Hamsterrad aus Leiharbeit, Sonderschichten, drohenden Versetzungen und letztlich dem Rauswurf, wenn man nicht mehr funktioniert. Vom großen Durchstarter zur finalen Bruchlandung. Der Mittelstand befindet sich in einem ständigen sozialen Jetlag. Mario Holetzeck macht daraus in Cottbus eine rundum spaßige Volldröhnung mit viel Rock und Pop aus der Konserve. Das Beste der 70er, 80er und 90er.“


Jens Pittasch, Blicklicht, 5/2015

„Dem gesamten Team, bei der Regie von Mario Holetzeck beginnend, über die Ausstattung von Gundula Martin, hin zu den Darstellern – gelingt mit dieser Inszenierung Besonderes. Sie setzen die zeitlich und thematisch äußerst relevante Bukowski Vorlage prägnant, meisterhaft – einfach großartig um. Mit einem aufwühlenden, sehr bemerkenswerten Anteil bei Susann Thiede (Tanja, Mutter) und einer beängstigend, nahen Zeichnung des Sohnes Jannik durch Johannes Kienast. Wobei Amadeus (Frank, Vater), Kristin Muthwill und Kai Börner (Simone+Patrick), Johanna-Julia Spitzer und Thomas Harms (Paula+Sascha) lediglich rollenbedingt weniger zeigen können – das jedoch ebenfalls erlebenswert.“

Bildergalerie

Film

»Ich habe Bryan Adams geschreddert« Trailer (Staatstheater Cottbus)

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Meinungen

Mitreißend auf allen Ebenen! Abgesehen von den wunderbaren Schauspielkünsten und der gute Balance zwischen komödiantischen Elementen und der Ernsthaftigkeit des Lebens ist dieses Stück in erster Linie bewegend. Im Vordergrund …