Room Service

oder ZITTERPARTIE MIT ZIMMERKELLNER
Komödie von John Murray und Allen Boretz
Deutsch von Helmar Harald Fischer

Die turbulente Slapstickkomödie wurde 1937 mit großem Erfolg am Broadway uraufgeführt. Sie zeigt auf zwerchfellerschütternde Weise, dass Theaterleute enorme kreative, aber auch kriminelle Energien freisetzen können, um der größten für sie denkbaren Katastrophe zu entgehen: einer wegen Geldnöten geplatzten Premiere. Produzent Gordon Miller prognostiziert seinem Stück einen Riesenerfolg und will es um jeden Preis aufführen. So ist er gemeinsam mit Regisseur und Assistenten ständig auf der Jagd nach Sponsoren. Zugleich hat er sich mit sämtlichen Schauspielern seit zwei Wochen in einem Hotel eingemietet. Hier wohnen und proben sie - und lassen anschreiben, denn jeder von ihnen ist finanziell völlig abgebrannt. Der Geschäftsführer des Hotels ist der Kunst zwar wohlgesonnen, als aber der Chef der Hotelkette die Finanzen überprüfen will, nimmt das Chaos seinen Lauf. Verstärkt durch den unerwartet angereisten Autor müssen die Theaterleute nun nicht nur Geld beschaffen, sondern sich bei ihren Gläubigern mit Phantasie aus der Verantwortung stehlen. Zu jedem Risiko bereit und geschult in der virtuosen Kunst der Täuschung, widerstehen sie der Aushungerung durch den Room Service und verlieren nicht den Glauben an ihre Premiere.

PREMIERE Samstag, 1. Mai 2010

Präsentiert von

Besetzung

Regie
BühneAlexej Paryla
KostümeMathias Werner
Musikalische EinstudierungAndreas Simon
DramaturgieBettina Jantzen
Regieassistenz
Sasha SmirnoffBerndt Stichler
Gordon MillerAmadeus Gollner
Joseph GribbleKai Börner
Harry BinionGunnar Golkowski
Faker EnglundOliver Seidel
Christine MarloweSusann Thiede
Leo DavisRoland Schroll
Hilda ManneyAriadne Pabst
Gregory WagnerDaniel Borgwardt
Simon Jenkins/Senator BlakeRolf-Jürgen Gebert
Timothy Hogarth/Dr. Glass/BankboteThomas Harms

Rezensionen

Frank Dietschreit, Kulturradio vom rbb, 3.5.2010

„Es gibt keine Mikrofone, keine eingestreuten Songs, keine Dekonstruktionen und keine Filmschnipsel, sondern die Besinnung auf das reine Spiel, das Jonglieren mit verrückten Wortgirlanden und das Vertrauen darauf, dass die Schauspieler stark genug sind, den Text zum Tanzen zu bringen. [...] Die wohl bekannteste Version
von ‚Room Service' haben die Marx Brothers geliefert. Die Inszenierung kann und will da nicht mithalten, aber sie verweist mit einem Augenzwinkern auf den Kult-Film von 1938. [...] Das ist ja auch gut so, denn die Inszenierung will nicht die Marx Brothers kopieren oder den Film eins zu eins nacherzählen. Der Film ist nur 75 schnelle, turbulente Minuten kurz, da jagt eine Pointe die nächste, die Inszenierung dagegen hat eine Spieldauer von zwei Stunden und setzt auf permanente Tempowechsel: Auf rasanten Blödsinn, dialogischen Irrsinn und hanebüchene Verwechslungen folgen immer stille Momente des Nachdenkens, der Besinnung, auch der zarten Erotik und der existenziellen Verzweiflung. Denn bei all dem bizarren Auf und Ab und Hin und Her von halbseidenen Sponsoren, arbeitslosen Schauspielern und geldgierigen Hotelmanagern will die Inszenierung auch zeigen, dass es bei all dem Lug und Trug um einen großen Traum geht: nämlich um den Traum von einem Theater, das so schön und widersprüchlich ist wie das Leben, das wir brauchen und lieben und gegen alle Anfeindungen verteidigen."


Uwe Stiehler, Märkische Oderzeitung, 4.5.2010

„'Room Service' ist ein Klassiker unter den Theaterkomödien des 20. Jahrhunderts. Der Text ist so gut, dass jedes Experiment, ihn durch verwegene Regiearbeit aufmöbeln zu wollen, nur schief gehen kann. ‚Room Service' funktioniert am besten, wenn man dessen sprachlicher Finesse vertraut und sich auf die Darsteller verlässt. Beides hat Katja Paryla in ihrer Cottbuser Inszenierung getan und hat das Stück davor bewahrt, zur Klamotte zu werden [...] ‚Room Service' ist eine Hommage ans Theater, die man als allegorische Revolution der schönen Künste gegen ein stupides Regime des Geldes verstehen kann. Trotz historischer Kulisse will Parylas Inszenierung diese Aktualität des Stoffes unterstrichen wissen. Vor allem aber beweist diese Cottbuser Aufführung, dass ‚Room Service' ein Fest für Schauspieler werden kann, wenn man sie entfesselt, und genau das hat die Regisseurin vorzüglich verstanden."

Bildergalerie

Unterstützt durch

Meinungen

Es wurden keine Meinungen gefunden.
Jetzt eine schreiben!