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01.06.2016, Mittwoch, 19:30 UhrKarten online kaufen

Sonnenallee

Ein Schauspiel mit Live-Musik nach dem Film von Thomas Brussig,
Detlev Buck und Leander Haußmann | Bühnenbearbeitung von Ralph Reichel
Fassung Staatstheater Cottbus

Michael Ehrenreich ist 17. Er lebt in Ost-Berlin, am kürzeren Ende der Sonnenalle, direkt am „antifaschistischen Schutzwall“. Mit seinem besten Freund Mario und den Jungs seiner Clique besucht er die Erweiterte Oberschule „Wilhelm Pieck“, steht kurz vor dem Abitur und vor der Entscheidung, ob er sich drei Jahre für die Armee verpflichten sollte oder nicht. Während zu Hause Mutter Doris mit einem gefundenen Pass einen Grenzübertritt plant, Vater Hotte um ein Telefon kämpft und Westonkel Heinz mit geschmuggelter Ware zu Besuch kommt, testet Michas Clique auf der Straße die Grenzen des Systems und bringt den „ABV“ Horkefeld zur Verzweiflung. Vor allem aber interessieren sich die Jungs für Musik und Mädchen. Heiße Scheiben gibt’s auf dem Schwarzmarkt und tolle Frauen auf der Schuldisco, zum Beispiel die wunderbare Miriam, die Schulschönste, in die Micha verknallt ist. Aber wie soll er an sie herankommen, knutscht sie doch lieber mit einem Typen aus dem Westen? Micha ist zu allem bereit: Er lässt sich zu einem verhassten Diskussionsbeitrag verdonnern und erfindet unzählige Tagebücher, die er ihr zu Füßen legen will. Sein Freund Mario verliebt sich während dessen in die Existentialistin Sabrina, wird von der Schule geschmissen und lässt sich von der Stasi anwerben. Diese Situation wird zur Zerreißprobe ihrer Freundschaft. 

Unter der Regie von Stefan Wolfram blickt SONNENALLEE, das Schauspiel mit Live-Musik nach dem erfolgreichen Film aus dem Jahre 1999, voller Humor auf die ehemalige DDR. Das Stück mit Johannes Kienast in der Hauptrolle ist eine weitere Premiere zum Schauspielthema „Deutschland – Wunder und Wunden“. Es entwirft ein buntes Bild von der scheinbar grauen Diktatur des Proletariats und erzählt von einer wilden Jugend voller Leben, Liebe und Musik.

In Zusammenarbeit mit Studenten der Musikpädagogik an der BTU Cottbus-Senftenberg
und dem Jugendclub des Staatstheaters Cottbus

PREMIERE Samstag, 31. Januar 2015

Präsentiert von
 

 

 

Besetzung

RegieStefan Wolfram
Musikalische GesamtleitungHans Petith
Bühne und KostümeMathias Rümmler
ChoreographieGundula Peuthert
BandeinstudierungLu Schulz
DramaturgieBettina Jantzen
RegieassistenzMaria Bock
 
Michael Micha EhrenreichJohannes Kienast
MarioJochen Paletschek
WuschelMichael von Bennigsen
AppelRoland Schroll
BrötchenMarkus Gläser
Miriam SommerLucie Thiede
Sabrina/Helene Rumpel/
FDJ-Leiterin
Kristin Muthwill
ABV Obermeister Horkefeld/Sportler/UdoKai Börner
Doris EhrenreichSusann Thiede
Horst Ehrenreich/SportlerRolf-Jürgen Gebert
Sabine Ehrenreich/WestfrauAriadne Pabst
Georg/Uwe/Ralf-Roland/
Westfreund/Politoffizier
Gunnar Golkowski
Onkel Heinz/SchwarzmarkttypThomas Harms
Direktorin Nizold/Miriams MutterSigrun Fischer
Westmann/Stasioffizier/
Schwarzmarkttyp/Olaf
Amadeus Gollner
Grenzoffizier/SportlerMatthias Manz
 
West-Schüler/Lady Bump/Moppel, Petze Paula Zoé Lubitz / Verena Mauß / Gesine Möwitz / Vanessa Rakowski
West-Schüler/Thälmannpioniere Cristian Ameln / Adrian Rocksch / Aron Schmidt
 
Arbeiterchor/NVA-Soldaten/Halluzinationen Ensemble, Theaterjugendclub
Grenzsoldaten/Bestatter Herren der Statisterie
Jungpioniere Kinder der Statisterie
 
Musiker
Philipp Standera (Keyboard)
Tom Haberland (Gitarre, Saxophon)
Matthias Joppe / Philipp Hertrampf (Bass)
Alexander Grünberg (Schlagzeug)

Rezensionen

Frank Dietschreit, rbb-Kulturradio, 2.2.2015

„Ost-Berlin, Ende der 1970er Jahre, am kürzeren Ende der Sonnenallee, direkt in Sichtweite des ‚antifaschistischen Schutzwalls‘: eine Clique pubertierender Schüler interessiert sich nicht für Politik und Sozialismus, sondern für Musik - vorzugsweise aus dem ‚kapitalistischen Ausland‘ - und für Mädchen, nicht für den ‚Klassenfeind‘ und die ‚Nationale Volksarmee‘, sondern für wilde Liebe und aufregendes Leben […] Am subversiven Humor der Jugend-Clique und an der alltäglichen Blödelei der Menschen, die auf die Mitbringsel von Onkel Heinz aus dem Westen warten oder sich nach einem eigenen Telefon sehnen, prallen alle Versuche der politischen Vereinnahmung gnadenlos ab […] Johannes Kienast ist als ‚Micha‘ Ehrenreich ein ganz großartiger Schauspieler, stimmgewaltiger Sänger und sicherer Tänzer, ein überzeugender Erzähler der Geschichte und Anführer der Jugend-Clique. Auch Jochen Paletschek, Michael von Bennigsen, Roland Schroll und Markus Gläser stehen als Mario, Wuschel, Appel und Brötchen dem in nichts nach. Neben den tollen jungen Darstellern glänzen auch einige der arrivierten Ensemble-Mitglieder - Gunnar Golkowski, Amadeus Gollner, Thomas Harms und Sigrun Fischer jeweils gleich in mehreren Rollen. Großartig auch Kristin Muthwill als zappelige FDJ-Nervensäge und als intellektuell verschrobene Existenzialistin Sabrina. Alle agieren mit Schalk im Nacken und immer haarscharf am Klischee vorbei. Ein äußerst kurzweiliger und unterhaltsamer, wenn auch von jeder politischen Brisanz befreiter Abend. Ein Muss für Nostalgiker und alle, die, 25 Jahre nach dem Mauerfall, mit sich selbst im Reinen sind und über die Auswüchse und den Irrsinns des Systems nur noch lachen können.“


Renate Marschall, Lausitzer Rundschau, 2.2.2015

„Der Schlussapplaus war wie eine Entladung. Das Publikum feierte – hervorragende schauspielerische Leistungen, überzeugende junge Musiker, Regieeinfälle, die manchmal selbst die Zuschauer atemlos werden ließen, und nicht zuletzt die fröhliche Erinnerung an ihre eigene Jugendzeit […] Immer wieder gibt es Szenenapplaus während des rasanten gemeinsamen Erinnerns. Wenn der ‚Stern‘-Recorder zum Einsatz kommt, darauf Bänder abgespielt werden mit verbotener Musik aus dem ‚kapitalistischen Ausland‘. Wenn der Mufuti, der Multifunktionstisch, aus und eingeklappt wird. Oder ‚Lady Bumb‘ die Hüftschwünge der Jugendzeit aufleben lässt und die Jungs auf der Schuldisco nicht recht wissen, wie sie an die Mädchen rankommen. Es ist Michas Geschichte und zugleich die mehrerer Generationen, die zwischen Normalität und Absurdität eines Gesellschaftssystems versuchten, glücklich zu sein. Dabei gab es auch viel zu lachen, wie an diesem Abend […] Die Musiker, allesamt Studenten der Musikpädagogik an der BTU Cottbus-Senftenberg, erweisen sich als Glücksgriff. Sie tragen ebenso zum Gelingen dieses überaus unterhaltsamen Theaterabends bei wie die ‚fetzigen‘ Choreografien von Gundula Peuthert. Regisseur Stefan Wolfram hat tief in die DDR-Kiste gegriffen und damit den Nerv des Publikums getroffen. Trotz der schwungvollen, witzigen Inszenierung blitzt immer wieder die Ambivalenz eines Daseins zwischen ideologischer Doktrin und Lebenslust durch […] Was einen aber wirklich umhaut, ist dieses tolle, auf hohem Niveau agierende Schauspielensemble – es müssen fast alle auf der Bühne gewesen sein. Nicht nur, dass sie eindrucksvoll spielen, begeisternd singen und tanzen. Großartig, was vor allem die jungen Leute auf die Bühne bringen. Glänzend Johannes Kienast, der seinen Micha in der inneren Zerrissenheit wie in seiner Naivität und Neugier auf das Leben zeichnet. Oder Jochen Paletschek, der Mario als einen zeigt, der von Anfang an seinen eigenen Weg sucht – aber dem Druck nicht standhält. Das ist hitverdächtig wie der Film. Ansehen dringend empfohlen.“


Rainer Könen, Sächsische Zeitung, 2.2.2015

„Es ist eine Zeitreise, auf die an diesem Abend das Publikum mitgenommen wird. Eine Reise, bei der einem unweigerlich das Diktum des deutschen Dichters Jean Paul durch den Kopf geht. Dass die Erinnerung das einzige Paradies ist, aus dem man nicht vertrieben werden kann. Das verdeutlichte die Bühnenadaption des erfolgreichen Film-Hits ‚Sonnenallee‘ die im Großen Haus des Cottbuser Staatstheaters Premiere feierte, einmal mehr. Denn die Vergangenheit, heutzutage würde man dazu sicher auch ‚gelebtes Leben‘ sagen, war weder nur gut noch nur schlecht. Es gab Tiefen, es gab Höhen. So ist das nun mal im Leben. So oder so. […] Die Bühnenadaption des erfolgreichen Film-Hits ‚Sonnenallee‘, für den seinerzeit Thomas Brussig, Detlef Buck und Leander Haußmann das Drehbuch schrieben, zeigt unterhaltend, wie man dem Dasein in so einer vermeintlich trostlosen Ecke Ost-Berlins doch noch ein wenig Lebensfreude abgewinnen kann. Staatstheater-Regisseur Stefan Wolfram, der 1962 im vogtländischen Plauen geboren und in der DDR aufgewachsen ist, vermittelt mit diesem von Live-Musik begleiteten Schauspiel, dass es ihm nicht so sehr um die DDR geht, sondern um die Wünsche, Sehnsüchte, Hoffnungen der jungen Menschen. Die Jugendkultur. […] Was dem Stück Schwung verleiht, sind auch die flotten Szenen- und Rollenwechsel. Die Figuren werden überzeichnet dargestellt, die Dialoge haben oft kabarettistischen Charakter. Die Auflehnung gegen das bestehende System geht durchs ganze Stück. […] Nach zweieinhalb kurzweiligen Stunden ist die vielumjubelte Premiere vorbei. Schade. Die Erinnerung aber, sie bleibt.“

Bildergalerie

Film

»Sonnenallee« Trailer (Staatstheater Cottbus)

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habe dieses wochenende sonnenallee in zwickau gesehen, werden versuchen am 13.5. in cottbus zu sein! sind sehr gespannt, wenn es in etwa wie dein "ballhaus" (eine Inszenierung Stefan Wolframs am …