Überlebenskünstler. Ein Spektakulum

ÜBERLEBENSKÜNSTLER stehen im Mittelpunkt dieses abwechslungsreichen Schauspielabends. Fünf Inszenierungen erzählen von Menschen, die in schwierigen Lebenssituationen den Kopf nicht hängen lassen, die nach einer Niederlage wieder aufstehen, nach Lösungen suchen oder bereit sind, nicht nur die Welt, sondern auch sich selbst zu verändern.

Fünf Regisseurinnen gestalten den Abend. Am Anfang und am Ende sehen Sie im Großen Haus DON QUIJOTE. Wählen Sie dazwischen eins von vier Stücken aus, die im Großen Haus oder in der Kammerbühne zu sehen sind. Wenn Sie nichts verpassen wollen, werden Sie zum „Wiederkommer“ und sehen an anderen Abenden die anderen Inszenierungen des Mittelteils.

Die Türen des Großen Hauses öffnen sich auch zum Schauspielspektakulum wie gewohnt eine Stunde vor Vorstellungsbeginn. An unseren Wahlschaltern im Parkettfoyer können Sie sich Ihre Inszenierung für den Mittelteil des Abends aussuchen. Sie erhalten dafür eine Extrakarte.

Das Spektakulum beginnt für alle Zuschauer im Saal des Großen Hauses:

DON QUIJOTE Erster Teil
frei nach dem Roman von Miguel de Cervantes von Martina Eitner-Acheampong | Uraufführung
Regie: Martina Eitner-Acheampong

Don Quijote zieht als fahrender Ritter in die Welt! Egal, ob ihn seine Freunde als Phantasten oder Verrückten bezeichnen, er will gute Taten vollbringen, Hilfebedürftigen beistehen und böse Zauber lösen. Begleitet von Sancho Pansa, der sein widerspruchsfreudiger, aber treuer Knappe wird, findet Quijote unterwegs seine angebetete Herrin Dulcinea. Ihr widmet er von nun an alle Taten, für sie holt er sich den adelnden Ritterschlag und kämpft sogar gegen Riesen. Doch Vieles erweist sich als höchst doppeldeutig. Auf der Suche nach Selbsterkenntnis steht Don Quijote schließlich dem Spiegelritter gegenüber und macht eine entscheidende Erfahrung.

In der ersten Pause unterhalten wir Sie in den Foyers mit (Über)Lebensliedern, einer choreografischen Installation und dem Überlebenskünstler-Parcours. Für das leibliche Wohl sorgt Lauterbach Catering.

Danach geht es auf vier verschiedenen Spielstätten weiter. Sie können sich noch in der Pause an unseren Wahlschaltern für eine der folgenden Inszenierungen entscheiden und eine Extrakarte erhalten. Für den Weg in die Kammerbühne benötigen Sie ca. 5 Minuten.

Großes Haus | Hinterbühne
IM ABSEITS von Sergi Belbel | Regie: Alexandra Wilke

In Pols Firma werden Mitarbeiter entlassen, ihm selbst wird das Gehalt gekürzt und in der Boutique seiner Frau Anna bricht der Umsatz ein. Annas pflegebedürftigen Vater vom schwarz arbeitenden Brasilianer Ricky versorgen zu lassen, ist kaum noch möglich. Dabei soll Lisa, die hoch begabte Tochter, in den USA studieren. Wie das alles finanzieren? Als Pols bester Freund seine Schulden nicht zurückzahlt, die Behörden Lisa das Stipendium in den USA verweigern und Rickys Sohn in Brasilien einen schweren Autounfall hat, geraten die Beziehungen innerhalb der Familie unter Druck.

Großes Haus | Saal
ELLING von Axel Hellstenius | Regie: Milena Paulovics 

Elling und Kjell Bjarne sind zwei skurrile Typen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Nach einem Psychiatrieaufenthalt starten die Freunde in einer gemeinsamen Wohnung ein neues Leben. Sie wollen ihren Alltag allein bewältigen. Doch Telefonieren, Einkaufen oder unter Menschen gehen wird für sie zur extremen Herausforderung. Nur langsam überwinden sie Ängste und Hemmungen. Ihre Freundschaft wird auf eine harte Probe gestellt, als sich Kjell Bjarne in Reidun verliebt. Zum Glück entdeckt Elling genau in dieser Situation etwas, das auch sein Leben radikal verändert.

Kammerbühne | Saal
NATHANS KINDER von Ulrich Hub | Regie: Catharina Fillers 

In Jerusalem tobt der Glaubenskrieg. Mittendrin verlieben sich Recha, die Tochter des weisen Juden Nathan, und Kurt, ein Christ, der als Kreuzritter im Heiligen Land kämpft. Aber hat diese Liebe Zukunft? Der Bischof will Kurt zu einem Anschlag auf den Sultan bewegen, der wiederum versucht Kurt gegen den Bischof zu hetzen und Nathan verweigert Recha eigene Entscheidungen. Als herauskommt, dass sie ein Christenkind ist, greifen Sultan und Bischof Nathan an. Da stellen die Jugendlichen Fragen: Was ist ein wahrer Vater? Welcher ist der rechte Glaube?

Kammerbühne | Probebühne
FALSCHER HASE von David Gieselmann | Regie: Maike Krause 

Seit Tagen beschwert sich die Rentnerin Lisbeth bei der Polizei über Lärm in ihrer Wohnung. Der im Haus wohnende Polizist Reinhard Peters soll seine Nachbarin zur Vernunft bringen. Doch Lisbeth dreht den Spieß einfach um: Er habe doch bei ihr geklingelt, also müsse er erklären, was er von ihr wolle. Ist die alte Dame vielleicht einfach nur einsam, senil oder gar selbstmordgefährdet? Schnell stellt Reinhard fest, dass Lisbeth sowohl über seine Arbeit als auch sein Privatleben gut informiert ist. Woher weiß Lisbeth all diese Details? Und was hat es mit den Entführungen auf sich, von denen sie erzählt?

In der zweiten Pause erleben Sie, was Sie vom Foyer-Spektakel bislang verpassten oder stärken sich mit den Angeboten von Lauterbach Catering. Den Schlussteil erleben alle Zuschauer gemeinsam im Saal des Großen Hauses.

DON QUIJOTE Zweiter Teil
frei nach dem Roman von Miguel de Cervantes von Martina Eitner-Acheampong | Uraufführung
Regie: Martina Eitner-Acheampong

Hinweis für Rollstuhlfahrer: Im Saal des Großen Hauses stehen rollstuhlgerechte Plätze zur Verfügung. Das gilt auch für folgende Inszenierungen im Mittelteil: ELLING, NATHANS KINDER, FALSCHER HASE.

Wiederkommer-Ticket: Kaufen Sie ein Ticket für 9 € und erleben Sie, was Sie beim ersten Mal verpassten. Legen Sie dafür an der Abendkasse Ihre Eintrittskarte vom ersten Spektakulumsbesuch vor. Für alle vier Inszenierungen im Mittelteil des Abends steht ein „Wiederkommer-Kontingent“ zur Verfügung.

PREMIERE Freitag, 28. Februar 2014   

Mit freundlicher Unterstützung des Vereins der Freunde und Förderer des Staatstheaters Cottbus e. V.

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Präsentiert von

Besetzung

Gesamtleitung & KoordinationSophia Lungwitz, Bettina Jantzen
Ausstattung UmfeldGundula Martin, Hans-Holger Schmidt
 
Regie Don QuijoteMartina Eitner-Acheampong
Regie EllingMilena Paulovics
Regie Im AbseitsAlexandra Wilke
Regie Nathans KinderCatharina Fillers
Regie Falscher HaseMaike Krause
Bühne Don Quijote, EllingGundula Martin
Bühne Im AbseitsHans-Holger Schmidt
Bühne & Kostüme Nathans KinderCordula Körber
Bühne & Kostüme Falscher HaseHans-Holger Schmidt
Kostüme Don QuijoteMarie Roth
Kostüme Elling, Im AbseitsNicole Lorenz
Animation/Video Don QuijoteBenjamin Hohnheiser
Animation/Video EllingOliver Seidel
Musik & Musikalische Einstudierung Don QuijoteHans Petith
Musik Nathans KinderMatthias Manz
Dramaturgie Don Quijote, Elling, Nathans KinderBettina Jantzen
Dramaturgie Im Abseits, Falscher HaseSophia Lungwitz
Kampfchoreograph Don QuijoteAlister Mazzotti
Regieassistenz Don Quijote, EllingMatthias Grätz
Regieassistenz Im AbseitsJörg Trost
Regieassistenz Nathans KinderMaria Bock
Regieassistenz Falscher HaseJana Marek
 
DON QUIJOTE
Don QuijoteGunnar Golkowski
Sancho PansaMichael von Bennigsen
PfarrerJochen Paletschek
NichteAriadne Pabst
HaushälterinSusann Thiede
TeresaSigrun Fischer
Bäuerin MarcelaAriadne Pabst
Aldonza-DulcineaKristin Muthwill
Juan HaldudoDaniel Borgwardt
Andres
BarbierThomas Harms
WirtDaniel Borgwardt
DoloresSigrun Fischer
Spiegelritter
Gäste der SchänkeSigrun Fischer, , Oliver Breite, Amadeus Gollner, Thomas Harms
 
ELLING
EllingThomas Harms
Kjell BjarneMathias Kopetzki
FrankMichael von Bennigsen
Gunn/Kellnerin/ReidunKristin Muthwill
 
IM ABSEITS
PolOliver Breite
AnnaSigrun Fischer
LisaLucie Thiede
Josep
RickyAsad Schwarz-Msesilamba
 
NATHANS KINDER
NathanAmadeus Gollner
RechaAriadne Pabst
Kurt
SultanMatthias Manz, Kai Börner
BischofGunnar Golkowski
 
FALSCHER HASE
Lisbeth Reimers
Reinhold PetersJochen Paletschek

Rezensionen

Renate Marschall, Lausitzer Rundschau, 3.3.2014

„[…] Es war ein toller Theaterabend, vom Publikum mit viel Beifall belohnt. Vor allem beeindruckend, was das kleine, seit Schroths Zeiten zahlenmäßig doch sehr geschrumpfte Schauspielensemble – durch nur wenige Gäste verstärkt – auf die Bühne brachte. Einen solchen Kraftakt mit so viel Leichtigkeit zu präsentieren, verdient höchste Anerkennung – Applaus für diese Überlebenskünstler.
Fünf Stücke an einem Abend wurden geboten, durchweg inszeniert von jungen Regisseurinnen. Frauenpower beim Überleben – auch darüber ließe sich trefflich philosophieren... Interessante, frische, sehr konzentrierte, dabei unterhaltende Inszenierungen waren zu erleben... Leider kann man an einem Abend nur zwei sehen. Aber das Spektakel läuft bis Juni, also Zeit, die anderen mit Einzelkarten noch nachzuholen.
Anfang und Ende: "Don Quijote"  […] Die in Cottbus geborene Regisseurin Martina Eitner-Acheampong hat eine eigene Version von Miguel de Cervantes' Roman auf die Bühne gebracht – kurzweilig, mit viel Fantasie, die den Zuschauer ebenso auf den nicht vorhandenen Gaul Rosinante setzt wie den Ritter von der traurigen Gestalt, den Gunnar Golkowski mit bewundernswertem körperlichen Einsatz und viel Spielfreude darstellt. […]
"Im Abseits": stimmig inszeniert  […] Alexandra Wilke lässt auf mehreren gekippten Ebenen spielen, durch Gräben getrennt, die die Figuren immer wieder mehr oder weniger behände überwinden. Und manches schaffen sie auch nur im Traum. Auch das eine stimmige Inszenierung mit durchweg erstklassigen Darstellern. […]
Ein rundum gelungener Abend, der in gut dreieinhalb Stunden viel bietet: anregende, aufwühlende, witzige, unterhaltende Theaterkunst, in Szene gesetzt von interessanten jungen Regisseurinnen, dargeboten von einem furios aufspielenden Schauspielensemble. Ein Spektakulum im wahrsten Wortsinn – aufsehenerregend.“


Uwe Stiehler, Märkische Oderzeitung, 3.3.2014

„[…] Das Staatstheater ist wieder an die Grenzen seiner Belastbarkeit gegangen, um zum dritten Mal seinem Publikum ein ‚Spektakulum‘ zu bieten. […] Bei dieser Art von Simultantheater werden Haupt- Hinter-, Kammer- und Probebühne gleichzeitig bespielt. Für den Zuschauer mit einer Reibungslosigkeit, die hinter den Kulissen ebenfalls Künstler vermuten lässt.
‚Im Abseits‘ behandelt das Überleben als bitter-komische Tragödie, Alexandra Wilke hat ihre Inszenierung auf den Grundton heiterer Verzweiflung gestimmt. Oliver Breite (Pol) spielt das sehr schön und gibt den emotionalen Rohrkrepierer, das Fähnlein, das im Sturme flattert, den Pols aufbrausende Gattin Anna entfacht. Sigrun Fischer durchläuft rasant die Gefühlsebenen einer Frau, die überall von enttäuschender Konjunkturschwäche verfolgt wird, ob nun in ihrem Modegeschäft oder im Ehebett. […] Don Quijote ist in der Inszenierung von Martina Eitner-Acheampong von solchen Egoismen ganz frei. Er zieht in die Welt hinaus, um Gutes zu tun und Chaos zu hinterlassen. Das ist ein großes Stück Theater, wie Gunnar Golkowski diesen fahrenden Ritter spielt. Er lässt Naivität mit Stolz und Wahnsinn mit Weisheit verschmelzen. […]“


Oliver Kranz, rbb Kulturradio, 2.3.2014

„[…] ‚Im Abseits‘ von Sergi Belbel ist die Geschichte einer Mittelklasse-Familie, die in der Wirtschaftskrise nicht mehr genug verdient, um ihren Lebensstandard aufrecht halten zu können und deswegen auf die Idee kommt, den Opa umzubringen; ‚Elling‘ von Axel Hellstenius erzählt von zwei Männern, die in der Psychiatrie waren und nach ihrer Entlassung Schwierigkeiten haben, im normalen Leben zurecht zu kommen – aber irgendwie schaffen sie es doch. Beide Stücke sind auf den Punkt inszeniert und auch sehr gut gespielt. […]
Beim Spektakel ist natürlich auch das Begleitprogramm wichtig, das, was in den Pausen passiert. Da kann man Überlebenslieder hören oder einen witzigen "Überlebensparcours" absolvieren. Außerdem gibt es eine Ausstellung mit "Überlebenskisten", die hochinteressant ist: Das Staatstheater hat seine Zuschauer vorab aufgefordert, Dinge, die sie für überlebenswichtig halten in Kartons zu packen und präsentiert nun die Ergebnisse – Kisten von Kindern und Erwachsenen – Alter und Geschlecht des Absenders sind jeweils auf einem Etikett vermerkt. Da gibt es die praktischen Kisten, die mit Werkzeugen und Lebensmitteln ausgestattet sind, und die eher ideellen, wo die Menschen über ihre Träume und Ziele berichten – die Ausstellung ist ein wunderbares Zeitdokument.“


Thomas Petzold, Dresdener Neueste Nachrichten, 7.3.2014

„[…] Martina Eitner-Acheampong, die ihre pointiert zwischen wohlgeformten Dichterworten und Jargon wechselnde Spielfassung frei nach Motiven des Romans in Szene gesetzt hat, sieht Don Quijote ähnlich ‚auf der anderen Seite‘ wie den Elling im Stück von Axel Hellstenius (Inszenierung von Milena Paulovics). […]
Ein noch deutlicher zugespitztes Bild bietet das Paar Pol und Anna in dem Stück „Im Abseits“ des Katalanen Sergi Belbel. […] Trotz einer guten Portion Frace und Klamotte nimmt die Regisseurin jede ihrer Figuren ernst und gibt allen eine Chance. Am Ende macht sie aus dem Ganzen beinahe noch ein Lehrstück im Brechtschen Sinne, in dem sie Lisa die Moral verkünden lässt, dass nämlich der Mensch, wo er nur als Verschiebemasse behandelt wird, wo nur der kurzfristige Erfolg zählt, keinen stabilen Charakter ausbilden, seine Talente und Anlagen nicht entwickeln kann. Die Krise ist demnach ein Indikator für den Dauerzustand einer falschen Orientierung der Gesellschaft, die den Einzelnen, wie beschrieben, in Überlebensstrategien, den Versuch des wahren Lebens im falschen‘ zwingt.“


Jürgen Heinrich, Der Märkische Bote, 8.3.2014

„ […] ‚Im Abseits‘, ein Stück von Klaus Laabs aus dem Katalanischen, läuft in der Regie von Alexandra Wilke (einer Cottbuserin, Jahrgang 1980, die freischaffend unterwegs ist) hinterm eisernen Vorhang auf der großen Bühne, das Publikum sitzt auf eingebauten Traversen in der Bühnentiefe. Sigrun Fischer ist hier die überzogen erfolgssüchtige Mutter, die ihre Tochter zur Bestschülerin getrimmt hat und sie nun als Superstudentin in Amerika wissen möchte. Alles würde sie dafür tun – auch den finanziell maßgeblich zur Last fallenden Vater vergiften. Die Fischer spielt ihren verzweifelten Kampf absolut glaubwürdig. Nachdenklich ratlos dagegen ihr phlegmatischer Mann (Oliver Breite), listig der Alte im Rollstuhl (Michael Becker). […]
Eine interessante Entdeckung ist Asad Schwarz-Msesilemba als Ricky, der still um eine wirkliche Überlebenschance ringt, die Fußballkarriere seines Sohnes, die eine Minimalchance wäre, eine gute Zukunft zu finden. Hans-Holger Schmidt hat die Bühne als schlicht-funktionelle Wohnung ausgestattet – ein Raum für sehr konzentriertes Spiel. Es gab viel Beifall. […]
Don Quijote alias Gunnar Golkowski beginnt seine strapaziöse Reise auf dem gedachten Klepper mit einer Bücherverbrennung. Sein ‚Überleben‘ heißt: raus aus den Leseblättern – rein in die Wirklichkeit. Die erweist sich aber als Phantasie, und sein gar nicht dicker Gefährte, temperamentvoll und voller Witz gestaltet von Michel von Bennigsen, scheint stets einen Einfall schneller zu sein. Immer wieder hilft er, nachdem er seinen imaginären Esel bestegen hat, mit einem Schubser seinem Herrn aufs Pferd und dann galoppieren beide köstlich zum nächsten Abenteuer. […]“


Frank Starke, Märkische Allgemeine Zeitung, 10.3.2014

„Zuerst zehn Liegestütze. Der Zuschauer ist ganz schön gefordert im Cottbuser Theater. Zumindest, wenn er sich im oberen Foyer auf den Parcours des neuen Spektakulums einlässt. Nach ‚Heimat‘ und ‚Familienbande‘ geht es diesmal um ‚Überlebenskünstler‘. Und auch der Besucher kann testen, wie er mit kniffligen Situationen zurechtkommt. […]
Regisseurin Marina Eitner-Acheampong hat den Roman-Klassiker um den Ritter von der traurigen Gestalt in eine erfrischend heutige Spielfassung gebracht auf einer eher schlicht gehaltenen Bühne mit fließenden Projektionen stilisierter spanischer Landschaften als Hintergrund. Gunnar Golkowski gibt den Titelhelden als großäugigen Fantasten mit dem nötigen Schuss Selbstverliebtheit, der mit kindlichem Staunen seinen Visionen nachgeht. An seiner Seite der Sancho Pansa des Michael von Bennigsen, geerdet, mit Witz und Bauernschläue. Da bleibt alles Spiel, mit Raum zu vielerlei Improvisationen. […]
Vor dem großen Don-Quijote-Finale muss sich der Besucher für eines von vier Zwischenstücken entscheiden, in denen es ebenfalls um Leute mit sehr speziellen Macken geht. Zur Wahl stehen der verschrobene ‚Elling‘ aus Norwegen, der verlorene Ricky in ‚Abseits‘, der verzweifelte Kurt in ‚Nathans Kinder‘. Oder eben die verbohrte alte Reimers in ‚Falscher Hase‘. Sie ist gerade mal wieder am Boden, als sie den Polizisten Peters auffordert, ihr doch ihre tägliche Dosis Medizin zu geben. Das Erstaunlich dieser Inszenierung von Maike Krause: Was wie ein Lehrstück über den sachgemäßen Umgang mit dem Notruf beginnt, wird auf drängende Weise zu einem abgründigen Spiel um Einsamkeit, innere Nöte und die Flucht in ferne Welten. Heidrun Bartholomäus und Jochen Paletschek gelingt es auf beeindruckende Weise, der Vorlage von David Gieselmann die nötige innere Tiefe zu geben. […]“

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»Überlebenskünstler« Teaser (Staatstheater Cottbus)

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