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Wilhelm Tell

nach Friedrich Schiller
Textfassung Jo Fabian, Sven Schlötcke
Ein Projekt von Theater an der Ruhr in Kooperation mit dem Staatstheater Cottbus

Friedrich Schiller löste mit seinem Drama eine Begeisterung aus, die im 19. Jahrhundert ihren Höhepunkt erreichte: Die Gestalt des wackren Armbrustschützen, Einzelgängers und Naturburschen wurde zur Symbolgestalt für gerechten Widerstand stilisiert. Im 20. Jahrhundert avancierte das Stück zur Fundgrube für rechte wie linke Propaganda. – Aber wer ist der Meisterschütze Tell, der keine Hüte grüßt und einen Apfel vom Kopf seines Sohnes schießt, sich mit einem sagenhaften Sprung ans Ufer aus der Gefangenschaft befreit und schließlich zum Attentäter wird? Ein Freiheitskämpfer, ein Individualist oder doch nur ein Mörder? Und wer sind die Männer, die sich zu nächtlichen Traditions- und Vaterlandsbeschwörungen versammeln? Was ist Gerechtigkeit und kann der Einzelne sein Schicksal überhaupt in die eignen Hände nehmen? Taugt Schillers Drama heute noch als Anleitung zum Widerstand?

Jo Fabian arbeitete in den letzten Jahren kontinuierlich am Jungen Theater an der Ruhr. Seine Inszenierung WILHELM TELL wurde 2015 beim Westwind-Festival, einem der bundesweit renommiertesten Theaterfestivals für junges Publikum, ausgezeichnet. Die Jury schrieb: „Diese Aufführung verbindet … all das, wonach sich das heutige Theater sehnt. Es bestätigte in einem wundervollen Abend unsere tiefe Liebe zu diesem Medium. Alles war vorhanden und es war glasklar. Die Dramaturgie, die herausragende Textfassung, die starken Entscheidungen hinsichtlich Spielweise, Sprache, Bewegung, Bühnenbild und Kostüm. Die ganze Aufführung ist ein grotesker und kühner Aufruf zur Aufmerksamkeit, nicht gleichgültig zu sein, eine klare Haltung zu zeigen und danach zu handeln. Dass eine Gruppe von Leuten diese Botschaft in solch virtuoser Weise überbringen kann, ist wundervoll und magisch … ! Vor Menschen, die ihr Publikum so laut zum Lachen bringen können und dann wieder so still werden lassen, dass man eine Nadel fallen hören könnte, können wir nur demütig den Hut ziehen und aus tiefstem Herzen sagen ‚merci fielmaals‘.“ (Übersetzung aus dem Englischen)

COTTBUSER PREMIERE Samstag, 23. September 2017 | Kammerbühne

Besetzung

Regie & BühneJo Fabian
KostümeJo Fabian, Katharina Lautsch
DramaturgieSven Schlötcke
RegieassistenzImmanuel Bartz
 
Hermann Gessler, ReichsvogtWolf Gerlach
Werner StauffacherThomas Schweiberer
Gertrud Strauffacher, WirtinGabriella Weber
Wilhelm TellDenis Schmidt
Hedwig TellAnnegret Thiemann
Walther Fürst, Vater von Hedwig TellMatthias Horn
Schubarth, deutscher DichterAxel Strothmann
Arnold vom MelchtalBoris Schwiebert

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