Woyzeck & Marie

frei nach Georg Büchner

Woyzeck und Marie träumen vom großen Glück. Doch die Zirkuswelt, in die es die Liebenden verschlagen hat, liebt keine Träumer. Ein bösartiger Zirkusdirektor, ein dämonischer Zauberer und ein brutaler Dompteur stürzen Woyzeck in die Verzweiflung. Marie aber verfällt dem Zauber der Scheinwelt. Als sie zur Attraktion des Zirkus wird, steht sie vor der schwierigsten Entscheidung ihres Lebens. Woyzeck muss um seine große Liebe kämpfen. Wie weit wird er dafür gehen? Welchen Preis hat das Glück? Wer darf leben? Wer muss sterben? Lässt sich der Traum der Liebenden nach Heimat und Geborgenheit überhaupt erfüllen? Mord, Musik und Melodram, die Cottbuser Fassung des berühmten büchnerschen Fragments erzählt diese zeitlose Geschichte für Sie auf einzigartige Weise neu.

PREMIERE Freitag, 17. Juni 2011

Präsentiert von

Besetzung

RegieMario Holetzeck
AusstattungLothar Scharsich
DramaturgieProf. Dr. Ulrich Bitz
RegieassistenzMaria Bock
 
Woyzeck (Clown)Oliver Seidel
Marie (Ballerina)Johanna-Julia Spitzer, Ariadne Pabst
Christian, Woyzecks SohnJulian Böhm
Hauptmann (Zirkusdirektor)Berndt Stichler
Doktor (Zauberer)Gunnar Golkowski
Tambourmajor (Dompteur)Daniel Borgwardt
Margreth (Stärkste Frau der Welt)Johanna Emil Fülle
 
Musiker 1Dietrich Petzold
Musiker 2Frank Petzold

Rezensionen

Stefan Amzoll, Freitag, 3.7.2011

„Woyzeck ist hier ein anderer. Mario Holetzeck und seine Truppe erfinden ihn und sein Umfeld neu. Woyzeck & Marie heißt ihr Spiel. Der abgerissene entlassene Soldat kommt als ‚dummer August‘ daher. […] Der junge Oliver Seidel gibt die Rolle grandios. Sein Woyzeck kann opponieren, wie nur die Gedrücktesten es können. Der liebt seine bisweilen ungezügelte Marie, wie sie kein anderer lieben könnte, immer bange, er könne sie verlieren. Sein Woyzeck hasst die Hierarchie, weil sie ihn in die Knie zwingt, in den Käfig sperrt wie ein wildes Tier. Ein Mann, traurig wie die Pappnasen, wenn sie ihre ulkig-rührseligen Tragödien erzählen, wütend, wenn es ans Eingemachte geht, nachdenklich, wenn ihn das Leid dazu nötigt. […] Zwei Musiker (Dietrich Petzold, Frank Petzold) flankieren die Szenerie und steuern vielfarbige Stil- und Klangideen bei. All das ermöglicht eine Revue der Umschläge von Humor zu Bosheit, von heiterem Spiel zu bitterem Ernst, von Tango auf der Violine zu singendem Becken, von Terror zu Gegenterror. […] Nach Mario Holetzecks ‚Lear‘ ist ‚Woyzeck & Marie‘ eine weitere fantastische Leistung des Cottbuser Ensembles.“


Tomas Petzold, Dresdner Neueste Nachrichten, 21.6.2011

„Schauspieldirektor Mario Holetzeck nennt seine frei nach Büchner erarbeitete Fassung, die jetzt am Staatstheater Cottbus Premiere hatte, ‚Woyzeck & Marie‘. Dabei geht es allerdings viel weniger um eine Aufwertung der weiblichen Hauptfigur […], sondern um den Versuch, das Fragmentarische von Büchners tragisch endendem Entwurf in eine heute gültige, ja ‚zukunftsweisende‘ Lösung zu überführen. Was freilich gewagt ist, denn die Genialität des Werks liegt ja gerade in der Skizzenhaftigkeit, in der Verknappung, in der Alltäglichkeit, in der sich die Geschichte mit unausweichlicher Folgerichtigkeit um das Zentrum des Begehrens dreht und dabei den einfachen Soldaten mitsamt seiner Geliebten wie in einem Mahlstrom untergegen lässt. Nicht aufgrund eines unerbittlichen Schicksals, sondern der äußeren, der gesellschaftlichen Umstände und der scheinbar unüberwindlichen oder unzähmbaren menschlichen Gefühle und Leidenschaften wegen. Holetzeck und sein Dramaturg Ulrich Bitz haben nun nicht einfach versucht, diesen Teufelskreis aufzusprengen, sondern den Kern der Büchnerschen Dialoge in ein scheinbar gegensätzliches, aber gleichnishaft adäquat gemeintes Umfeld implantiert, in dem auch eine Art Rahmenhandlung abläuft. Statt des tristen Milieus einer hessischen Garnison ist es nun die (von Ausstatter Lothar Scharsich entworfene) phantastisch bunte Welt des Zirkus, in der gleichwohl ganz ähnliche Mechanismen von Macht und Unterwerfung bestimmen.“


Jürgen Heinrich, Der Märkische Bote, 2.7.2011

„Büchners Fragment enthält jene Magie, die Männer wie den feinsinnigen Regisseur Mario Holetzeck und den großen Gesellschaftslästerer und genialen Ausstatter Lothar Scharsich produktiv zusammenbringen. Ein neues, ein Holetzeck-Scharsich-Stück entsteht, ein nur scheinbar harmloses Spiel im Zirkus, das ‚Woyzeck & Marie‘ heißt. Was die beiden mit sich und dieser Welt in der Manege machen und was die Welt mit ihnen außerhalb tut, ist drastisch, farbenprächtig, laut und in Bildern erzählt, die über weite Stücke auch in Pantomime funktionieren. Drastische Charaktere treffen sich frontal, herausfordernd, spöttisch, verächtlich. Sie gehen so unsensibel miteinander um, als sähen wir uns im Spiegel.“

Bildergalerie

Film

TRAILER Woyzeck&Marie.mov

Behind the Scenes.mov

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