Detlef Kurth schrieb:
verfasst am Mittwoch, den 02.05.2018 um 11:09 Uhr
 

Als regelmäßiger Besucher des Staatstheaters hat mich die aktuelle Entwicklung am Haus mehr als geschockt. Ich habe das Duo Evan Christ und Martin Schüler immer als kongenial empfunden. Evan Christ ist ein hervorragender Musiker und Dirigent, Martin Schüler ein genialer Regisseur, der die Werke großartig auf die Bühne bringt, ohne zwanghaft zu aktualisieren, aber trotzdem modernes Musiktheater macht.
Das war gerade wieder gestern zu erleben bei Verdi`s Macbeth. Es war phantasievoll, spannend mit perfekten Solisten, allen voran Sanja Radišić Lady und Jaco Venter als Macbeth! Ebenso furios der Chor und das noch durch Evan Christ einstudierte Orchester, nun unter der musikalsichen Leitung von Alexander Merzyn.

Schade, das wohl Evan Christ und Martin Schüler nun das Haus verlassen. Ich hoffe, es wird alles von verantwortlicher Seite im Sinne des Staatstheaters getan, um die seit vielen Jahren gleichbleibende hohe Qualität und den künstlerischen Anspruch auch in der Zukunft zu sichern.

Mit besten Grüßen

Detlef Kurth/ Berlin

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Kerstin Oehmig schrieb:
verfasst am Mittwoch, den 02.05.2018 um 07:52 Uhr
 

Seit vielen Jahren bin ich zu Gast bei Ihnen und reise auch gern mehr als eine Stunde an. Immer wieder bin ich begeistert von Sängern, Orchester, Bühnenbild, Kostümen; den "runden" Inszenierungen, sprich vom Gesamteindruck, der hier aufs Schönste gestaltet wird. Und so wurde ich auch trotz der Vermutung, dass der jüngste Eklat Auswirkungen auf die Macbeth-Inszenierung haben würde, nicht enttäuscht. Es war gestern ein fulminater Nachmittag. Alles hat gestimmt - ich war begeistert! Ich bedauere den Rücktritt von Herrrn Schüler sehr und frage mich, ob es keine andere Möglichkeit gegeben hätte. Cottbus hat sich einen Namen in der Welt der Operninszenierungen gemacht und ich hoffe sehr, dass auch in der nächsten Spielzeit die Qualität unter den neuen Entwicklungen nicht leiden muss und vor allem das Niveau gehalten werden kann. Ich komme wieder! Und vor allem noch einmal zu Macbeth!

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Prof. Peter Häupl, Dresden schrieb:
verfasst am Samstag, den 28.04.2018 um 21:23 Uhr
 

Der Cottbuser Macbeth steht in meinem Kalender, aber heute beunruhigt mich die andere Seite der Tragödie.

Evan Christ hat das Philharmonische Orchester des Staatstheaters Cottbus furios aus der Mittelmäßigkeit dirigiert. Aber ist ihm nie bewusst geworden, dass man die Künstler ab einem bestimmten Zeitpunkt nur mit leidenschaftlicher Liebe und nicht mit Hass und Demütigungen zu Höchstleistungen quälen kann?
Martin Schüler verdanken wir präzise und werkpassende Regieleistungen. Sich angenehm von den „Des Kaisers neue Kleider“ Regisseuren unterscheidend, hat er die Opern durch nachvollziehbare Nuancen und Deutungsmuster in frappierender Weise bereichert. Aber muss er jetzt das Schiff verlassen, weil die Mannschaft murrt? Braucht sie ihn nicht gerade jetzt?
Und die Administratoren von Stadt (CDU) und Land (SPD) sind offenbar davon ausgegangen, dass man eine solche Perle mit den üblichen Mitteln von der Stange pflegen könne.

Zur Zeit tut sich die Stadt schwer (und ihr wird schwer getan) mit einem menschlichen Umgang mit den auf ein besseres Leben hoffenden Flüchtlingen. Sie braucht das Theater als Stütze auch für diejenigen, die das Haus noch nie besucht haben. Ein Abstieg aus der ersten Liga in eine undefinierte, provinzielle Trübe wäre eine Katastrophe.

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Bernd Seidel schrieb:
verfasst am Samstag, den 28.04.2018 um 19:19 Uhr
 

Sehr geehrter Herr Brandrup,
dass Ihr Besuch bei uns 2017 nicht möglich war, bedaure ich sehr. Das soll sich 2018 nicht wiederholen. Der "Eklat mit unserem Führungspersonal" jedenfalls wird die Vorstellung am 30.5. nicht behindern. Wir haben mit Alexander Merzyn einen vorzüglichen Dirigenten, der die Einstudierung unseres Generalmusikdirektors auf packende Weise umzusetzen versteht, und das Opernensemble und das Philharmonische Orchester werden sich voll "ins Zeug" legen, glauben Sie mir. Leider sind wir vor kurzfristigen Erkrankungen nicht gefeilt. In diesem Fall wird Sie unser Besucherservice sofort informieren.

Herzliche Grüße
Bernd Seidel
Leiter PR/Marketing

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Jörgen Brandrup schrieb:
verfasst am Samstag, den 28.04.2018 um 17:07 Uhr
 

Für den 30.5.2018 habe ich aus Hamburg bei Ihnen eine Vorstellung (Macbeth) gebucht. Bereits im vergangenen Jahr fiel eine gebuchte Vorstellung aus. Hoffentlich passiert das in diesem Jahr nach dem Eklat mit Ihrem Führungspersonal nicht wieder. Ich würde das mehr als bedauern.

mfg
Jörgen Brandrup
Hamburg

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Dagmar Hüther schrieb:
verfasst am Sonntag, den 22.04.2018 um 22:38 Uhr
 

Zum Premierenabend MACBETH 21.04.2018: Wenn die gezeigte Leistung des Orchesters die Qualität desselben ohne Evan Christ ist, dann lieber nicht. Welch spannungsloses Umpfdada, massive Fehler in der Intonation, lange nicht so schlecht gehört. Sollte organisiertes Fußgetrampel helfen, darüber hinweg zu hören? Wie gesagt, so lieber nicht.
Enttäuscht, Dagmar Hüther

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