U
L

News

Ein Brief des Intendanten

Verehrtes Publikum,

wie Sie wissen, wurden die Infektionsschutzmaßnahmen, die die Schließung der Theater beinhalten, in den Januar hinein verlängert. Mit dem Brandenburgischen Kultusministerium und vielen Theatern sind wir uns deshalb einig, dass wir den Spielbetrieb so schnell nicht wiederaufnehmen können. Umso mehr hoffen wir, in absehbarer Zeit wieder zu spielen. Bis dahin geht unser Planen und Proben weiter: Wir verschieben und verdichten und planen nun die Wiedereröffnung ab dem 1. März 2021.

Mit vielen Produktionen stehen wir in den Startlöchern. Sobald wir die Pforten wieder öffnen, werden alle Sparten bereit sein, angefangen mit jenen Stücken, die bereits Premiere hatten: NUR EIN WIMPERNSCHLAG … im Ballett, die Schauspiel-Uraufführungen UMKÄMPFTE ZONE von Ines Geipel / Armin Petras sowie KNOCHEN von Jonas Corell Petersen und natürlich Tschaikowskis epochale Revolutionsoper MAZEPPA. Gefolgt von neuen Stücken wie dem Kinderstück MIO, MEIN MIO der wundervollen Astrid Lindgren; dem abgründig humoristischen Liederabend …MEIN GANZES HERZ zu Ehren des großen Liedtexters Fritz Löhner-Beda, dessen Songs „Ausgerechnet Bananen oder „In der Bar zum Krokodil noch heute bekannt sind; der meistgespielten Oper, Bizets CARMEN, und Lehárs DIE LUSTIGE WITWE. Wir werden im Repertoire so häufig wie möglich spielen, um die beschränkten Sitzplatzkapazitäten auszugleichen, und natürlich wird auch das Konzertwesen wiederaufleben: Ich freue mich besonders auf unser Philharmonisches Konzert mit Bruckners unerhört großartiger 8. SYMPHONIE IN C-MOLL.

Je achtsamer wir jetzt unsere Sehnsüchte nach Normalität zähmen, umso größer sind die Chancen, im nächsten Jahr mit Vorsicht und Abstand vielleicht ein Stück von ihr für Musik und Theater zurückgewonnen zu haben.

Der sensible Empathiker und feinsinnige Dramatiker Albert Camus hat solche Situationen, in denen wir die Bedingungen unseres Lebens so deutlich spüren und doch für sie verantwortlich sind, als die Absurdität des menschlichen Lebens bezeichnet und sie in das Bild des Sisyphos gekleidet. Sisyphos hatte sich über die Macht des Todes (und damit des Lebens) hinweggesetzt und wurde damit bestraft, auf ewig einen Stein den Berg hinaufrollen zu müssen, der kurz vor dem Gipfel den Berg immer wieder hinabrollte. Um dies Absurde menschlichen Tuns zu beschreiben, schrieb Camus: „Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen. Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.

Lassen Sie uns dies zu Herzen nehmen. Auf dass es uns gelingen möge, auch diese Pandemie gemeinsam zu bewältigen. So können wir der Gelegenheit, uns wieder klatschend, lachend und laut kopfschüttelnd zu begegnen, ungeduldig, aber gelassen entgegenblicken.

In der Zwischenzeit können Sie sich das Warten durch Vorfreude verkürzen: Ab dem 15. Dezember erhalten Sie Karten für Vorstellungen im Großen Haus bei unserem Besucherservice und über unsere Website.

Achten Sie auf sich und aufeinander und freuen Sie sich mit uns auf ein besseres nächstes und ungemein spielfreudiges Jahr!

 

Ihr
Stephan Märki

weiterlesen
nach oben