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Presse

Staatstheater Cottbus 1984 von George Orwell Bearbeitung: Alan Lyddiard Szenenfoto mit Boris Schwiebert (Winston) Foto: Marlies Kross

1984

Stück von George Orwell
Bearbeitung: Alan Lyddiard
Deutsch von Michael Raab

Regisseur Andreas Nathusius, nach „Hexenjagd“ (2017) zum zweiten Mal am Staatstheater Cottbus zu Gast, inszeniert das Schauspiel „1984“ nach dem Roman von George Orwell. Annette Breuer entwirft wiederum Bühne und Kostüme, Felix Huber zeichnet auch diesmal für die Komposition der Soundflächen verantwortlich. Neu dabei ist der Videokünstler Thomas Lippick.

Der Superstaat „Ozeanien“ wird beherrscht von einer diktatorischen Staatspartei, die sich um einen nie sichtbaren „Big Brother“ formiert. Ihre Macht stützt sich auf Hass, Angst und ständige Überwachung. Winston Smith (Boris Schwiebert) arbeitet als einfaches Mitglied dieser Partei im „Ministerium für Wahrheit“, wo er dokumentierte Geschichte an die Parteilinie anpasst. Jedoch wächst zunehmend sein Interesse an der nicht redigierten Vergangenheit sowie eine Sehnsucht nach (Gedanken-) Freiheit und Antworten auf seine unbequemen Fragen. Schließlich geht Winston eine intime und damit verbotene Liebesbeziehung zu der jungen, lebensfrohen Parteigenossin Julia (Lisa Schützenberger) ein. Dadurch bestärkt, vertraut er sich O’Brien (Gunnar Golkowski), einem Mitglied der herrschenden Partei, an und tritt so hoffnungsvoll mit einer geheimen Untergrundbewegung in Kontakt. Doch „Big Brother“ entgeht nichts.

Orwells Roman „1984“ aus dem Jahr 1949 wird immer dann zitiert oder als „hoch aktuell“ bezeichnet, wenn Überwachungsmaßnahmen oder Machtverhältnisse in die Kritik geraten. Die Cottbuser Inszenierung untersucht den Stoff auf diese Aktualität und fokussiert sich dabei auf die Frage, wie weit wir in Zeiten von permanenter Datenerfassung und Berechenbarkeit durch Algorithmen von Orwells Dystopie entfernt sind. Was passiert mit uns, wenn digitale Innovationen, die unser Leben erleichtern, bereichern, beschützen oder vernetzbar machen, genauso in falsche Hände geraten wie unsere dadurch abgeschöpften Daten? Und wie so oft stellt sich auch hier die Frage nach der Gewichtung der Verantwortlichkeiten von Staat, einzelnem Menschen und den Konzernen, in diesem Falle Google, Facebook und Co.

Der Bezug zur Gegenwart wird durch vielfältige theatrale Mittel und zusätzliche Erzählebenen geschaffen, die dem Zuschauer unterschiedlichste Assoziationsflächen bieten, u.a. durch den jüngst von Schauspieler Michael von Bennigsen und Schauspieldramaturgin Wiebke Rüter gegründeten Bürgersprechchor. Der aus einem möglichst breiten Querschnitt von Cottbuser Bürgerinnen und Bürgern bestehende Sprechchor steht in „1984“ zum ersten Mal auf der Bühne des Staatstheaters.

Mit Lisa Schützenberger, Rolf-Jürgen Gebert, Gunnar Golkowski, Amadeus Gollner, Boris Schwiebert sowie Damen und Herren des Cottbuser Bürgersprechchores

PREMIERE Samstag, 19. Januar 2019, 19.30 Uhr, Großes Haus

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