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Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui


von Bertolt Brecht

Die Inszenierung lag in den Händen von Malte Kreutzfeldt, der zum ersten Mal in Cottbus arbeitete und auch das Bühnenbild entwarf. Mit Sigrun Fischer in der Titelrolle erzählt der Regisseur Brechts „Gangsterspektakel“ als atmosphärischen Thriller, der zu Zeiten einer Wirtschaftskrise in Chicago spielt. Dafür ließen er und Kostümbildnerin Katharina Beth sich von Gangsterfilmen der 30er Jahre inspirieren, vom geheimnisvollen Spiel zwischen Licht und Schatten.

Ihre Version der Geschichte beginnt auf einem Blumenkohlfeld:

Die Geschäftsleute des Karfioltrusts finden keinen Absatz mehr für Blumenkohl und anderes Gemüse. Verzweifelt suchen sie nach Auswegen aus der Misere. Da erscheint mit Arturo Ui eine Person auf der politischen Spielfläche, deren Weg tief unten in der Bronx begann und deren Markenzeichen ein faszinierendes Charisma, der Browning sowie eine Truppe harter Jungs sind. Arturo Ui weiß die Ängste der anderen für eigene Ziele zu nutzen, agiert mit subtilen Taktiken der Verführung, mit offener Bedrohung und blutiger Gewaltausübung. Ui schafft sich Rückhalt im Karfioltrust, erzwingt die Fürsprache der integersten Person der Stadt, erpresst Schutzgelder von kleinen Gemüsehändlern, manipuliert einen Prozess und schaltet Widersacher radikal aus. – Gibt es Situationen oder Konstellationen, die Arturo Ui‘s Aufstieg aufhalten können? Wie ist es mit Widerstand bestellt in einer Gesellschaft, in der in allen Bereichen Eigeninteressen im Vordergrund stehen?

Bertolt Brecht begann im finnischen Exil 1941 mit der Arbeit an diesem „Gangsterspektakel“, das erst nach seinem Tod uraufgeführt wurde. War das Stück für ihn eine satirische Bearbeitung des Aufstiegs Hitlers, wird es mit Blick auf willkürlich und diktatorisch agierende Politiker unserer Gegenwart geradezu eine hochaktuelle, pointierte, politische Farce.

PREMIERE Samstag, 27. Januar 2018, Großes Haus

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