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Presse

Szene aus DER BESUCH DER ALTEN DAME

Der Besuch der alten Dame

Tragikomödie von Friedrich Dürrenmatt

Nach der Kammerbühnen-Produktion „Die Verwandlung“ nach der Erzählung von Franz Kafka in der Spielzeit 2017/18 legt der aus Cottbus stammende Regisseur Ronny Jakubaschk mit Friedrich Dürrenmatts Tragikomödie „Der Besuch der alten Dame“ im Großen Haus seine zweite Arbeit am Staatstheater Cottbus vor.

Autor Friedrich Dürrenmatt wurde nach der Uraufführung seines Stücks „Der Besuch der alten Dame“ im Jahre 1956 schlagartig weltberühmt. Seine Geschichte über die Korrumpierbarkeit der Gesellschaft angesichts leerer Geldbörsen beweist weit über die Zeitlinien ihrer Entstehung hinaus Gültigkeit.

Sehnsüchtig warten die honorigen Bürger der verarmten Gemeinde Güllen auf die Ankunft eines verheißungsvollen Besuchs. Die überdimensional reiche Witwe, der der Ruf ihrer Freigiebigkeit weit vorauseilt, ist ein Kind der Stadt. Und tatsächlich bietet Claire Zachanassian eine Milliarde, verteilt auf die Stadt und ihre Familien. Doch stellt sie dafür eine Bedingung, der sich die Güllener mit Verweis auf moralische und kulturelle Traditionen – vorerst – verweigern: Ladenbesitzer Alfred Ill soll sterben. Denn vor knapp dreißig Jahren wurde Claire schwanger von ihm sitzen gelassen. Geächtet und mittellos verlor sie ihr Kind und erlebte ein Martyrium. Nun fordert sie Gerechtigkeit – in ihrem Sinn. Die Ex-Bürgerin muss fortan wenig mehr tun, als zuzusehen, wie die Bürger dem Glanz des Geldes anhängig werden.

Dem Dilemma der Güllener Bürger widmet sich Regisseur Ronny Jakubaschk ganz dem Autor vertrauend. Dessen Frage danach, was uns der Wohlstand wert ist und was nicht nur der Einzelne, sondern eine ganze Stadtgesellschaft dafür bereit ist zu opfern, ist heute aktueller denn je. Um dies zu untersuchen, nutzt Jakubaschk den Kern der Parabel, verschlankt das Original auf die wichtigsten Figuren und vertraut seinem Ensemble – allen voran Susann Thiede als Claire und Axel Strothmann als Alfred Ill.

Der Regisseur nutzt Annegret Riedigers Ausstattung, die Musik von Matthias Manz und die Videos von Jan Isaak Voges, um die Allgemeingültigkeit der starken Parabel herauszuarbeiten.

PREMIERE Samstag, 23. März 2019, Großes Haus

 

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